Sag Ja zu Yidris

Veröffentlicht in Beyond the Basics on 27. Oktober 2016

Von Gavin Verhey

When Gavin Verhey was eleven, he dreamt of a job making Magic cards—and now as a Magic designer, he's living his dream! Gavin has been writing about Magic since 2005.

Sie sind da. Endlich! Vier. Farbige. Kommandeure.

Das muss gefeiert werden!

Reyhan, die letzte Abzan
Reyhan, die letzte Abzan | Bild von Chris Rallis

Vierfarbige Kommandeure lagen jahrelang ganz oben auf dem Stapel an Wünschen für Commander, und in diesem Jahr könnt ihr endlich einige der tollen neuen Designs dazu in Händen halten. Manche davon kommen in Gestalt grandioser Partner daher – und das solltet ihr euch auf jeden Fall anschauen, sofern ihr das nicht schon längst getan habt.

Partner sind allerdings nicht die einzige Möglichkeit, in Commander (Edition 2016) vierfarbig zu spielen. Schließlich gibt es auch legendäre Kreaturen, die einfach vierfarbig sind. Das haben wir vorher noch nie gemacht, weswegen wir auch sehr darauf geachtet haben, dass diejenigen, die wir nun veröffentlichen, es auch wirklich in sich haben.

Ich bin sicher, viele von euch sind mit einer der früheren Gelegenheiten vertraut, bei der Commander einen kleinen Abstecher in den Mahlstrom machte: Die Rede ist vom mächtigen Mahlstrom-Wanderer. Er ist aus Commander inzwischen nicht mehr wegzudenken und einer der furchteinflößendsten Anführer, den man sich vorstellen kann. Seine Fähigkeit, so oft hintereinander zu kaskadieren, eroberte die Herzen der Spieler im Sturm – und vernichtete unzählige Gegner.

Nun, es ist erneut Zeit, sich in den Riss zu begeben. Und wenn ihr dachtet, der Mahlstrom-Wanderer wäre beeindruckend, dann haltet euch gut fest – denn wir springen kopfüber in den Mahlstrom!

Lasst mich euch Yidris, Meister des Mahlstroms, vorstellen:

Wirklich ... alle von ihnen?

Das war meine erste Reaktion auf diese Karte.

Das ist nicht nur eine zweifache Kaskade. Das ist nicht einmal wie der Mahlstrom-Nexus, der „nur“ dem ersten Zauber, den man in einer Runde spricht, Kaskade verleiht. Verbündet ihr euch mit diesem Oger, dann wird eure Runde echt ziemlich irre.

Karten mit Kaskade haben einen beeindruckenden Stammbaum: Der Blutzopf-Elf, die Fragmentlose Agentin, der Pechhaltige Strahl, der zuvor erwähnte Mahlstrom-Wanderer – beinahe jede Karte mit Kaskade tauchte irgendwann im Constructed auf. Sie sorgen automatisch für zwei Zauber zum Preis von einem, und von dort aus kann sich ihr Wert nur noch steigern.

Schauen wir uns das doch also mal genauer an.

Vier Mana für eine 5/4-Kreatur mit Trampelschaden bedeutet, dass man sie früh ins Spiel bringen kann – und da sie euer Kommandeur ist, habt ihr in jeder Partie Zugriff auf sie, solange euer Mana mitspielt.

Das wiederum bedeutet, dass es recht leicht wird, mit ihr zuzuschlagen, um ihre Fähigkeit zu aktivieren. Sofern niemand sie vom Fleck weg entfernen kann, ist es unwahrscheinlich, dass ihr gesamter Schaden geblockt wird. Weiterhin verursacht sie Trampelschaden – und selbst wenn sie im Kampf stirbt, reicht 1 Schadenspunkt, der durchkommt, um ihre Fähigkeit auszulösen!

Ihr braucht natürlich Zauber auf der Hand, die ihr wirken könnt – die kaskadierenden Kreaturen tun dies dank Yidris‘ Text nicht erneut –, doch davon solltet ihr jede Menge haben.

Wie also würde ich Yidris in ein Deck einbauen?

Es gibt zwar viele, viele Möglichkeiten, ein Commander-Deck zu bauen – angefangen von handlungsbasierten Decks bis hin zu solchen, die sehr ungleiche Kräfte in sich vereinen, über alles dazwischen –, aber wenn ich mir eine neue legendäre Kreatur ansehe, gibt es drei Hauptwege, die ich beschreite. Schauen wir sie uns einzeln an.

1. Der Kommandeur als Bonus

Eine einfache Möglichkeit, ein Commander-Deck zu bauen, ist es, einfach eine legendäre Kreatur zu nehmen, die euch gefällt, ein paar andere eurer Lieblingskarten in ihren Farben dazuzutun und fertig. (Oder herauszufinden, welche Farben ihr spielen wollt, und einen passenden Kommandeur dazu zu finden.)

Nehmen wir beispielsweise an, ihr wollt ein blau-schwarz-rot-grünes Commander-Deck bauen. Immerhin gibt es jetzt ja vierfarbige Kommandeure! Nun, Yidris kann absolut euer Kommandeur sein, ohne dass der Deckbau allzu aufwendig wird.

Andere Kommandeure erfordern, dass man etwas mehr um sie herum baut – Shirei, Verwalter von Shizo zum Beispiel. Eine 2/2-Kreatur für 5 Mana macht nicht sonderlich viel, wenn ihr euch ihre erste Fähigkeit nicht zunutze machen könnt. Viele legendäre Kreaturen sind jedoch schon bereits von sich aus stark.

Mein liebstes Commander-Deck nutzt Merieke Ri Berit.

Und warum Merieke? Enttappe ich sie ständig mit dem Tausendjährigen Elixier? Opfere ich Kreaturen? Nein! Ich spiele einfach nur gern Esper-Control und habe mich für Merieke entschieden, weil sie gut zum Wesen dieses Decks passt. Es gibt eine ganze Reihe anderer guter Optionen dafür – Oloro, der zeitlose Asket und die Sen-Drillinge etwa –, aber ich mag Merieke einfach.

Yidris erfüllt all diese Kriterien mit Bravour. (Immerhin für vier trampelnde Farben.) Wenn ihr Yidris spielt, wird es einfach laufen.

2. Der Kommandeur als Motiv

Ich liebe zwar mein Merieke-Deck, aber ich glaube, die Lieblingsdecks vieler anderer Spieler fallen eher in die Kategorie 2 oder 3 – und da wahrscheinlich mehr in die 2.

Oftmals fungiert der Kommandeur als Richtungsweiser. Schließlich gibt es eine Menge Karten in Magic. Warum nicht die nehmen, die gut mit dem Kommandeur zusammenarbeiten? Darum geht es in dieser Kategorie.

Saskia die Unbeugsame
Saskia die Unbeugsame | Bild von Greg Opalinski

Ein tolles Beispiel für eine solche Karte, die gut in ein Yidris-Deck passt, ist die Vision der Ahnen. Sie ist für sich genommen prima, aber mit Yidris zusammen einfach großartig. Gleichermaßen sind Zauber, die Manakosten verringern, hier ziemlich stark. Kreaturen mit Auftauchen wie ein Verdammter Dommelgreif werden sehr wertvoll, da sie das Potenzial haben, eine Kaskade zu mächtigeren Zaubern hin einzuleiten.

Nicht alles, was ihr in dieser Art von Commander-Deck spielen werdet, fällt jedoch in diese Kategorie. Wo es möglich ist, solltet ihr allerdings versuchen, einige Karten einzupassen, die ihr normalerweise nicht spielen würdet, die aber für sich genommen gut sind, um tolle Synergien mit eurem Kommandeur zu erzeugen.

3. Um den Kommandeur herumbauen

Dies ist bei Weitem die kniffligste dieser drei Möglichkeiten, mittels derer man aber auch tatsächlich die abgefahrensten Commander-Decks erhält.

Diese Decks haben ihren Kommandeur nicht nur als etwas, mit dem sie gut funktionieren, nein, diese Decks sind vollständig darauf ausgelegt, sich ihren Kommandeur zunutze zu machen.

Edric, Meisterspion von Trest zusammen mit jeder denkbaren Kreatur für ein Mana und Zusatzzug-Effekten? Ein Deck der Kategorie 3.

Uril der Nebelschleicher und nichts weiter als Auren? Ein Deck der Kategorie 3.

Ich bin sicher, ihr versteht das Prinzip.

Diese Decks sind diejenigen, in denen einige echt ungewöhnliche, aber äußerst effektive Karten auftauchen.

Stellt euch beispielsweise ein Deck mit Yidris vor, das neben großen Kreaturen einen Haufen Zauber für ein Mana spielt, um letztlich in eine Hypergenese zu kaskadieren, um sie alle ins Spiel zu bringen.

Oder vielleicht ein Deck, das sich darauf konzentriert, kostenlose Zauber zu spielen, um so viele Zauber wie möglich anzusammeln und Karten aneinanderzureihen, die man so gut wie nie im Commander sieht – wie etwa den Saprazzanischen Legaten –, um günstig Karten zu ziehen, weitere kostenlose Zauber zu wirken und schließlich das Board zu überrennen und eine Kombo zu wirken.

Die Möglichkeiten, nun ja, kaskadieren völlig außer Kontrolle.

Spaß mit vier Farben

Ich rechne damit, dass Yidris in jeder Menge Decks ein Zuhause finden wird. Selbst abseits der Tatsache, dass Yidris einer der allerersten vierfarbigen Kommandeure ist, ist er eine Karte, mit der ich ohnehin ein Deck bauen wollen würde.

Und aus persönlicher Erfahrung mit Commander (Edition 2016), kann ich euch sagen, dass es wirklich Spaß macht, damit zu spielen. Das Deck ist so aufgebaut, dass es einem vor Augen führt, wie viel Spaß vier Farben machen können – und Yidris zeigt das eindrucksvoll.

Oh, und Cube-Fans? Das Mana mag zwar etwas knifflig sein, aber ich kann es kaum erwarten, ihn das erste Mal in einem Cube-Draft zu spielen. Das wird ein Spaß!

Habt ihr Fragen zu irgendwas in diesem Artikel oder wollt ihr mir einfach nur eure Gedanken mitteilen? Ich freue mich immer, von euch zu hören! Schickt mir gern einen Tweet, stellt mir eine Frage auf Tumblr oder schreibt mir eine E-Mail (bitte auf Englisch) an BeyondBasicsMagic@Gmail.com.

Nächste Woche bin ich wieder da. Bis dann!

Gavin
@GavinVerhey
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