Aufgeblähter Gedankenverwirrer

Veröffentlicht in Card Preview on 1. Juli 2016

Von Luis Scott-Vargas

Luis Scott-Vargas plays, writes, and makes videos about Magic. He has played on the Pro Tour for almost a decade, and between that and producing content for ChannelFireball, often has his hands full (of cards).

Leise oder auch nicht so leise hat sich der Seher der Gedankenleere eine der einflussreichsten Karten aus Eid der Wächter entwickelt. Die Fähigkeit, dem Gegner die beste Karte zu entwenden und gleichzeitig eine echte Bedrohung darzustellen, ist die vier Mana allemal wert, auch wenn eines davon farblos sein muss. So taucht der Seher sogar in Formaten ohne Das Auge von Ugin auf.

Was aber, wenn ich euch sagen würde, dass es eine größere Version vom Seher der Gedankenleere gibt, und zwar eine, die sich nicht nur mit einer Karte zufriedengibt? Sie mag etwas mehr Mana kosten, aber es gibt Möglichkeiten, das zu umgehen – wie ihre arglosen Opfer bald herausfinden werden.

Schauen wir uns den Aufgeblähten Gedankenverwirrer einmal genauer an:

Hier passiert so einiges. Gehen wir doch also am besten alles Zeile für Zeile durch.

Zunächst kostet er acht Mana. Das ist schon heftig, aber im Grunde kostet er – Auftauchen sei Dank – nicht wirklich acht.

Die Auftauchen-Kosten von 5BB bedeuten, dass man eine Kreatur opfern kann, damit diese Kosten bei 5BB anfangen und sich dann um das reduzieren lassen, was die geopferte Kreatur gekostet hat. Beachtet bitte, dass das Minimum, was bezahlt werden muss, BB beträgt, denn Auftauchen interessiert sich nur für die umgewandelten Manakosten der geopferten Kreatur. Eine Acht-Mana-Kreatur für zwei zu wirken, ist allerdings dennoch ein echter Anlass zur Freude – und so weit muss man gar nicht gehen, um sie in Runde Vier auszuspielen.

Die Kurve, in Runde Drei etwas für drei Mana zu spielen und in Runde Vier dann den Aufgeblähten Gedankenverwirrer auftauchen zu lassen, wird sicher bald gefürchtet werden – und wenn ihr so etwas wie den Materie-Umformer opfert, kann man das wohl kaum als echte Kosten bezeichnen. Wo wir gerade von den Kosten sprechen: Was bekommt man denn nun für den ganzen Aufwand?

Zunächst mal eine 5/5-Kreatur. Der Aufgeblähte Gedankenverwirrer ist keine kleine Kreatur, und 5/5 ist groß genug, um schon für sich genommen als Finisher zu gelten. Er ist den meisten Kreaturen im Kampf überlegen und setzt dem Gegner ausreichend zu, um die Partie binnen ein paar Runden zu entscheiden. Der wirkliche Gewinn ist jedoch die Gedankenverwirrung.

Den Gegner eine Karte abwerfen zu lassen, die drei oder weniger kostet, und eine, die vier oder mehr kostet, ist etwas, was wir so noch nicht gesehen haben. Es ist jedoch nicht schwer zu erkennen, dass es extrem mächtig ist. Zuallererst erwischt man ja immer mindestens eine Karte, es sei denn, der Gegner hat nur Länder auf der Hand. Das ist schon mal ein guter Anfang. Oft wird es aber zwei Karten treffen. Immer wenn der Gegner fünf oder mehr Karten auf der Hand hat, dürfte – je nach Deck natürlich – genau dieser Fall eintreten. Bei manchen Decks sollte das bereits bei drei oder vier Handkarten klappen.

Nehmen wir das alles zusammen, kommen wir so schon auf eine ordentliche Bedrohung. Der Aufgeblähte Gedankenverwirrer kann in Runde Vier oder Fünf auftauchen, dem Gegner zwei Karten entwenden und bleibt dann im Spiel, wo er eine Antwort erfordert (die jedoch mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit kommen wird, sobald die andere Fähigkeit erst einmal gegriffen hat). Er erfordert ein bisschen Aufwand, denn man braucht ja Kreaturen zum Opfern, doch dieser Tage gibt es eine Menge Kreaturen, die sich gut dafür eignen, an den Gedankenverwirrer verfüttert zu werden.

Später in der Partie erwischt er vielleicht nur eine Karte – oder auch gar keine –, aber an diesem Punkt könnt ihr ihn auch einfach ausspielen. Das Opfern einer Kreatur ist nicht verpflichtend, und einfach nur acht Mana für diese Karte auszugeben, stellt auch alles andere als eine Katastrophe dar.

Alles in allem ist der Aufgeblähte Gedankenverwirrer eine prima Karte. Man muss natürlich sein Deck entsprechend bauen, um seine gesamte Macht ausnutzen zu können, doch es lohnt sich definitiv. Ich rechne damit, jede Menge anderer Karten mit Auftauchen zu sehen, was bedeutet, dass man noch weitere Gründe findet, das Deck um diese Mechanik herum aufzubauen. Hat man dann diese Karte als ernsthafte Bedrohung am Start, so ist das bereits eine ordentliche Strategie. Ich gehe davon aus, dem Aufgeblähten Gedankenverwirrer noch häufig über den Weg zu laufen.

LSV

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