Odric, Lunarch-Marschall

Veröffentlicht in Card Preview on 15. März 2016

Von Meghan Wolff

Meghan is one half of the Good Luck High Five podcast and an adjunct professor at Tolarian Community College. She loves Limited, likes Modern, and dips her toes into each Standard season. She's decidedly blue and is the #1 hater of Siege Rhino in the Multiverse.

Vor ein paar Wochen sprachen Maria, meine Partnerin bei unseren Podcasts, und ich darüber, ob sich Menschen ändern können oder nicht. Vielleicht ist es mein Optimismus, vielleicht meine Sentimentalität, doch ich glaube, dass wir die Fähigkeit zur Veränderung besitzen, wir uns im Lauf unseres Lebens auf unzählige Arten und Weisen ändern und dass ich mit jedem weiteren Jahr womöglich etwas schlauer bin als im Jahr davor.

Im Gegensatz dazu glaubt Maria in einer beispiellosen Zurschaustellung von Pessimismus, dass wir alle mehr oder weniger immer so bleiben, wie wir sind. Aber das macht nichts, denn ich bin mir sicher, dass sie ihre Meinung noch ändern wird.

Abseits allen schrägen Philosophierens müssen selbst Skeptiker wie Maria zugeben, dass wir fürs Multiversum Veränderungen wollen, begrüßen und sogar erwarten.

Als wir Odric das letzte Mal in Magic 2013 begegnet sind, befand er sich auf einem Kreuz- oder vielmehr Katharerzug durch Innistrad, um den Zombies, den Werwölfen und all dem anderem Gezücht den Garaus zu machen, das durch Avacyns Rückkehr verwundbar geworden war. Dank seiner von einem geheimnisvollen Rachedurst angetriebenen Queste, die Unschuldigen zu schützen, und seiner festen Überzeugung, auf der richtigen Seite zu stehen, verkörperte er eine meiner liebsten Dichotomien im Farbschema.

Er hatte einen vernünftigen Körper, der durch den Zusatz „Erstschlag“ außergewöhnlich wurde. Zwar war er mit einer Legion Angreifer an seiner Seite besser, konnte sich aber nötigenfalls auch allein behaupten.

Es braut sich genug Unheil auf Innistrad zusammen, um seine Rückkehr dringend erforderlich erscheinen zu lassen, und Odric mit seiner vorausschauenden und oftmals von erschreckendem Eifer geprägten Herangehensweise an die Ausrottung des Bösen wird in der kommenden Schlacht mit Sicherheit an vorderster Front stehen. Und da wir von den Bewohnern des Multiversums nur Veränderung erwarten: Wie mag Odric jetzt aussehen? Seid unbesorgt, Freude, er ist immer noch ein echt hübscher Silberfuchs.

Dieser neue Odric braucht sowohl mehr als auch weniger Unterstützung als seine frühere Inkarnation.

Wie auch sein altes Selbst rockt Odric ein schwarzweißes Kinnbärtchen dermaßen souverän, dass er damit selbst im Höllenkerker ... Äh, ich meine, er ist zwar mit mehreren anderen Kreaturen zusammen immer noch besser als ohne, aber er braucht nicht mehr die kritische Masse dreier kühner Gefährten auf dem Schlachtfeld. In M13 konnte Odric einen bunt zusammengewürfelten Haufen von Vanilla-Kreaturen hernehmen und diese in einen siegreichen Kampf führen, denn seine Fähigkeit erforderte nicht mehr, als in ausreichender Zahl anzugreifen. Der Lunarch-Marschall braucht zwar weniger Kreaturen, um seinen beachtlich langen Regeltext im Kampf relevant zu machen, aber seine Soldaten müssen ihre eigenen Fähigkeiten mitbringen, wenn sie sich irgendetwas von seiner Führung versprechen wollen.

Sobald sich jedoch eine Kreatur mit einer einschlägigen Fähigkeit ins Gefecht stürzt, hat der neue Odric das Potenzial, sein altes Selbst zu überflügeln. Stellt euch eine Legion von Vanilla-Kreaturen vor, die plötzlich zu einem fliegenden Angriff in die Luft gehoben wird oder dank Doppelschlag doppelt so viel Schaden austeilt – eine Legion von Kreaturen ist hier deshalb ideal, weil Odric zwar auch nur mit einem weiteren Gefährten das Beste aus dem Schlachtfeld herausholen kann, er aber trotzdem am deutlichsten glänzt ist, wenn er seine Fähigkeiten einer ganzen Armee verleiht.

Odric ist zwar für sich genommen etwas weniger imposant als ehedem – immerhin hat er Erstschlag und einen Punkt Widerstandskraft verloren –, aber er braucht nun auch nicht viel, um ihn beeindruckend zu machen. Eine einzelne andere Kreatur mit einer relevanten Fähigkeit wie Fliegend, Todesberührung oder Unzerstörbar verwandelt ihn – und alle anderen in der Umgebung – bereits in eine ernstzunehmende Bedrohung. Heutzutage braucht er weniger Freude, dafür aber bessere.

Odric, Lunarch-Marschall | Bild von Chase Stone

Beide Varianten Odrics favorisieren Decks mit niedriger Manakurve, um seine Kampffähigkeiten so früh wie möglich einsetzen zu können – im Fall des Odrics aus Schatten über Innistrad schon im gleichen Zug, in dem er ins Spiel kommt. M13 gab Odrics Gegnern die Möglichkeit, seine Fähigkeit zu umgehen, indem sie mit entscheidenden Kreaturen angriffen, Kampftricks bereithielten oder so stark auf die Lebenspunkte eindroschen, dass Odric und seine Armee sich keinen Angriff leisten konnten. Der Lunarch-Marschall bringt in dieser Hinsicht ein Überraschungsmoment mit, denn seine Fähigkeit ist schon ab dem Augenblick relevant, in dem er ins Spiel kommt. Ein unvorsichtiger Gegner mag glauben, einem einzelnen Flieger oder Erstschläger gegenzustehen, und sieht sich plötzlich mit einer ganzen Reihe ausweichender oder anderweitig bevorteilter Bedrohungen konfrontiert.

Die Zeit hat Odrics Angriffslust nicht gemildert, und so fühlt er sich noch immer am ehesten in einem aggressiven Deck zu Hause – wie es scheint, hat Furcht nach wie vor keinen Platz im Schlachtplan des Glaubens. Mit einer oder zwei anderen Kreaturen jedoch, denen er relevante Fähigkeiten verleihen kann, ist er auch in der Defensive gut aufgehoben, denn er verleiht Fähigkeiten zu Beginn eines jeden Kampfes.

Wenn ich Glück habe und einen ziehe, freue ich mich schon darauf, ihn zusammen mit genug Kreaturen mit relevanten Fähigkeiten zu draften und ein Matherätsel auf Grundschulniveau über die möglichen Kombinationen dieser Fähigkeiten zu entwerfen – Wachsamkeit und Flugfähigkeit, Flugfähigkeit und Doppelschlag, Doppelschlag und Trampelschaden, Trampelschaden und Todesberührung. Technisch gesehen gibt es vielleicht nicht unendlich viele Kombinationen, doch es sind genug, um mein Interesse an ihnen zu garantieren und meinen Gegnern Sorgenfalten auf der Stirn zu bescheren, solange Odric im Spiel ist.

Odric hat sich unzweifelhaft geändert, und mein unerschütterlicher Optimismus lässt mich hoffen, dass es eine Veränderung zum Besseren ist.

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