Von unter den Dielen

Veröffentlicht in Card Preview on 24. März 2016

Von Blake Rasmussen

Blake is the content manager for DailyMTG.com, making him the one you should email if you have thoughts on the website, good or less good (or not good). He's a longtime coverage reporter and hasn't turned down a game of Magic in any format ever.

Hört ihr das?

Dieses schabende Geräusch? Es klingt wie das Knarzen eines alten Hauses, nur dass dieses Geräusch ... gleichmäßig ... ist.

Und es wird lauter. Aber vielleicht bilde ich mir das nur ein. Vielleicht schwirrt mir auch von all den Previews zu Schatten über Innistrad einfach nur der Kopf. Vielleicht ist es bloß ... Wartet! Habt ihr das eben gehört?

Dieses Geräusch! Das ist nicht normal. Das klingt, als käme es näher ...

Wahrscheinlich ist es nichts.

Schatten über Innistrad ist eines der eindringlichsten Sets, das wir je veröffentlicht haben. Im Lauf der vergangenen Monate gehörte es zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, durch den Ordner zu blättern und mich an der Atmosphäre zu freuen, die wirklich überall zu spüren war. Und von dieser besonderen Stimmung findet sich bei Von unter den Dielen reichlich (wie sollte es bei einem Namen wie diesem auch anders sein?), aber es mangelt dieser Karte auch nicht an Macht. Sprechen wir also über beides.

Die Stimmung

Beginnen wir doch mit dem Namen. Oh, dieser Name. In Schatten gibt es einige der besten Kartennamen aller Zeiten. Sie sind beschreibend, sie sind gruselig und sie ziehen euch in eine Welt hinein, in der sich des Nachts unheimliche Dinge regen. Nur der Wind, Sturzflug auf die Sünder, Aus dem Schlaf gerissen, Beständiger Albtraum, Zur Schlachtbank führen und Schmerzerfüllte Auslöschung zählen unter anderem zu meinen Favoriten.

Unglücklicherweise nicht in diesem Set: Hungry like the Werewolf.

Der Name (den ich mit aller Innigkeit eines Vorthos nach wie vor sehr liebe) fügt sich mit der Stimmung der Karte und der Illustration nahtlos zu einem Ganzen zusammen. Dieser Zauber beschwört üblicherweise drei (natürlich getappte) Zombies. Und was zeigt die Illustration? Drei Zombies – eine kluge und sehr bewusst getroffene Entscheidung. Schauen wir uns die Beschreibung der Illustration an:

Setting: Innistrad

Farbe: Schwarzer Zauberspruch

Ort: Irgendwo drinnen mit Holzfußböden (siehe unten)

Handlung: Stellt euch den Holzfußboden eines alten Mausoleums oder einer Kirche mit verfallenen Dielenbrettern vor, die zur Seite gestoßen werden und unter denen drei ZOMBIES hervorkriechen. Die Zombies klettern – hungrig nach dem Fleisch der Lebenden – unter dem vermodernden Holz hervor.

Fokus: Die Zombies

Stimmung: Angsteinflößend. Unsere sämtlichen Verteidigungen wurden geschwächt! (Offensichtlich dachten wir, es könnte doch bestimmt nichts schaden, ein paar Zombies im Keller einzusperren!)

Die Stimmung wird durch die Fähigkeit Wahnsinn noch verstärkt. Sicher, der Zauber ist schon ziemlich gut, wenn er normal gewirkt wird – als Hexerei sind die Zombies allerdings kein allzu garstiger Hinterhalt und es gibt ja immer nur drei von ihnen. Gewiefte Planeswalker werden mit dreien sehr wahrscheinlich fertig.

Was aber, wenn sie wahnsinnig geworden sind? Plötzlich sehen diese drei wie fünf, sieben oder vielleicht sogar dreizehn Zombies aus! Und sie können urplötzlich aus dem Nichts auftauchen, wenn etwa Jace, Wunderkind von Vryn ein bisschen zu tief nach passenden Zaubern sucht. Oder vielleicht ist es nur das Gefühl, man würde vom Tod beschlichen, das sich als absolut berechtigt herausstellt.

In jedem Fall schlurfen weitere Zombies aufs Schlachtfeld, sobald der Wahnsinn zuschlägt. Genug, um euch um den Verstand zu bringen.

Die Macht

Wo wir gerade von Wahnsinn sprechen: Ich habe das Gefühl, dass wir diesen Typen ziemlich häufig sehen werden, solange Ursprünge und Schatten über Innistrad beide legal sind.

Denn immerhin wird jeder und seine Mutter – und seine Großmutter, Onkel, Cousinen, Großcousinen, engsten Freunde, Schulfreunde, Facebook-Freunde, mit denen man nicht mehr spricht, Menschen, die man im Café trifft und die da nur wegen des kostenlosen WiFi sind, der Hund – Karten mit Wahnsinn zusammensammeln, auf Jace, Wunderkind von Vryn zeigen und die Verbindung herstellen. Ich bilde da keine Ausnahme und auch Von unter den Dielen nicht. Das liegt an der Gleichung: Jace + Wahnsinn = Zugewinn.

In dieser Hinsicht solltet ihr jedoch besonders ein Auge auf Von unter den Dielen haben. Warum?

Weil Jace in einem Deck mit jeder Menge Zaubersprüche am besten ist. Ihr wollt, dass er umgedreht wird und weiterhin nützlich ist. Das führt dazu, dass er häufig in Kontrolldecks auftaucht, besonders in solchen, die auf lange Partien aus sind. Es muss nicht eigens erwähnt werden, dass Jace sich wahrscheinlich mit Willkommen im Bund zusammentun wird. Immerhin haben sie dieselbe Farbe, und Decks ohne Kreaturen sind heutzutage sehr selten.

Willkommen im Klub! Hier ist dein gruseliger Umhang. Mittwochs ist Taco-Abend. Dienstag war schon verplant.

Es wird jedoch Momente geben, in denen Willkommen im Bund kein Ziel hat, besonders dann, wenn ihr eure Aufgabe richtig macht und die Dinge gut unter Kontrolle haltet. Welches blau-schwarze Kontrolldeck interessiert sich denn schon jetzt nicht dafür, alles zu beseitigen?

Von unter den Dielen hingegen hat nie Schwierigkeiten mit dem Zielen. Wenn ihr es zusammen mit Wahnsinn spielen könnt, dann werdet ihr das wahrscheinlich auch tun. Bedenkt bitte, dass dank der Anwendung von Wahnsinn diese und andere Karten nicht auf dem Friedhof landen, sodass Jace keine fünf Karten bekommt (es sei denn, es befinden sich dort bereits fünf Karten) und er weiterhin herumsitzen und so tun darf, als sei er Plündernde Meermänner.

Früh in der Partie ein oder zwei Zombies loszulassen und ein paar Lebenspunkte abzugreifen, ist sicher prima. Aber spät in der Partie? Wenn jede Menge Mana vorhanden ist? Dann haben wir es quasi mit einer Offenbarung der Zombies zu tun, ein noch tödlicherer, zombie-esker Finisher, der der Regeln für Wahnsinn wegen sogar als Spontanzauber gewirkt werden kann.

Ich schätze, wir werden diese Karte ziemlich häufig sehen, sobald der Wahnsinn den kompletten Standard übernimmt. Ich weiß einfach, dass ich mich jedes Mal, wenn ich diese Karte ausspiele (und das werde ich sicher regelmäßig tun), an ihrer Macht erfreuen und dabei laut ausrufen werde:

„Es kam ... von unter den Dielen!

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