Äther-Rebellen im Draft

Veröffentlicht in Deck Check on 17. Januar 2017

Von Tobi Henke

Am Wochenende konnten wir bei den Prereleases erste Erfahrungen mit Äther-Rebellion im Limited sammeln. Ab Freitag lassen sich dann endlich beliebig Boosterpackungen bekommen, und die unterhaltsamste Methode, ungeöffnete Booster in begehrte Einzelkarten zu verwandeln, ist natürlich das allseits beliebte Draften.

Entsprechend ist jetzt der ideale Zeitpunkt, sich Gedanken zu machen, welche Strategien im Draft erfolgversprechend sein könnten. Zwar bleiben die Überlegungen zwangsläufig theoretischer Natur und mögen in der Praxis schnell überholt werden, aber irgendwo muss man ja anfangen …

Gedraftet wird mit zwei Boosterpackungen Äther-Rebellion und einer Packung Kaladesh. Außerdem folgt das neue Set in vielen Belangen den Themen, die bereits im Vorgänger eingeführt wurden. Deshalb werden sich die Stärken und Schwächen und die strategische Ausrichtung der einzelnen Farben und Farbkombinationen nicht grundlegend ändern. Rot etwa bleibt weiterhin aggressiv, Blau weiterhin defensiv.

In den Details ändert sich dagegen so manches. Eine Schwarmstrategie, bei der auf Glanzband-Kunsthandwerker und Kollegen ein Inspirierter Ansturm folgt, wird sich zum Beispiel nicht mehr so leicht umsetzen lassen, weil Fabrizieren in Äther-Rebellion fehlt. Gleichermaßen wird man Nachtmarkt-Aufpasserin seltener im Einsatz sehen, denn die häufigen Fahrzeuge Luftbarke und Renegaten-Frachter finden sich durch Mobile Garnison und Eisenrad-Brecher nur inadäquat ersetzt.

Umgekehrt könnten Embraal-Maschinenvernichter, Gefräßiger Eindringling und Aufsässiger Schrottsammler eine neue Opferstrategie begründen. Mit einem Utensil der Verbrennung oder einem Servo-Bauplan lässt sich schließlich kaum etwas Besseres anfangen und Kapern und Viehtrieb werden einem ohnehin nachgeworfen. Das schwarz-grüne +1/+1-Marken-Thema erfährt derweil eine Aufwertung, allen voran durch Zackenschuppen-Keiler.

Bei der Frage, ob das Format insgesamt schneller oder langsamer wird, gibt es widerstreitende Indizien. Fahrzeuge werden schon einmal schwächer. Improvisationskünstler wie Erfinder der Bastion, Fennschlepper oder Erzürnter Riese profitieren auch von einer etwas längeren Aufbauphase. Tricks wie Gebaut für die Ewigkeit und Gebaut um zu zerschmettern sind offensiv besser einsetzbar, jetzt aber seltener. Dass der Zyklus um Gedeihende Ratten durch den weniger angriffslustigen Zyklus um Äther-Giftmischerin ersetzt wird, spricht dann ebenfalls für eine Drosselung der Geschwindigkeit.

Rebellion hingegen belohnt den offensiven Spieler: Ein Abtausch im Kampf ist der einfachste Weg, aus Karten wie Biotronische Kavallerie und Findige Renegatin das Maximum herauszuholen, beziehungsweise aus Seidenweber-Elitekriegerin das erforderliche Minimum.

Aufseiten der Energieerzeuger und -verbraucher scheint es weniger wiederholt einsetzbare Effekte zu geben. Dafür existieren mehr Karten mit Fähigkeiten, die im späten Spiel überschüssiges Mana aufbrauchen, etwa Schweißender Automat oder Zahnradmonteur, sodass vielleicht wieder öfter ein siebzehntes Land im Deck landen sollte.

Zu den einzelnen Farben:

Weiß

Weiß lässt sich prima mit Rot für ein sehr aggressives oder Schwarz für ein eher mehrwertorientiertes Deck kombinieren. Grün-Weiß rebelliert am stärksten, sodass Karten wie Überzeugung, Ungezügeltes Wachstum, Utensil der Wildheit und Utensil der Besserung hier erhöhte Aufmerksamkeit verdienen. Die beste häufige Karte mit etlichem Abstand ist Geblendet vom Scheinwerferlicht.

Blau

Blau mag Grün als Partner im Energiegeschäft und Schwarz als Kollegen beim Improvisationstheater. Häufige Karten wie Streuungstechniker und Hinter sich lassen dürften allgemein sehr gefragt sein, Erfinder der Bastion im blau-schwarzen, Schiffswrack-Muräne im blau-grünen Deck. Äther-Gleiterin kombiniert die beiden strategischen Ansätze.

Schwarz

Schwarz mag Artefakte, insbesondere im Verbund mit Blau oder Rot. In diesem Kontext wird gerne improvisiert oder geopfert. Weiß-Schwarz und Schwarz-Grün sind weniger auf Synergien als vielmehr auf reine Einzelkartenstärke aus, wobei ein Aufsässiger Schrottsammler natürlich doch einmal genutzt wird, um eine Präzise Harpunenschützin rebellieren zu lassen, oder eine grüne Karte die +1/+1-Marke für die Gießerei-Hornisse bereitstellt. Bei den häufigen Karten stehen Waghalsige Zerstörung, Äther-Giftmischerin und Grausame Endgültigkeit an der Spitze.

Rot

Rot beeindruckt in Äther-Rebellion mit effizienten Feuerzaubern wie Chandras Revolution und Schock, aber auch mit starken Angreifern wie Schweißfabrik-Raufbold, Äther-Verfolger und Frontlinien-Rebell. Dementsprechend lässt es sich vielseitig kombinieren. Vielleicht sorgt Einzelgängerischer Thopterist endlich auch dafür, dass Blau-Rot aus dem Schatten der anderen Farbduos tritt.

Grün

Grün war bereits in Kaladesh eine der stärksten Farben, wenn auch nicht ganz in der Lage, mit den blitzschnellsten Decks des Formats mitzuhalten. Die Stärke setzt sich mit der Monsterkreatur Biotronische Kavallerie durchaus fort und die anderen häufigen Spitzenkarten Jagd machen und Druidin des Kuttengrunds ziehen dazu noch im Tempo an. Da das Format obendrein langsamer werden dürfte, steht einem grünen Siegeszug also nichts mehr im Wege.

So weit die Theorie. Jetzt heißt es auf in den Praxistest: Viel Spaß beim Draft mit Äther-Rebellion!

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