BLACK GANZ IN WEISS

Veröffentlicht in Deck Check on 24. September 2015

Von Tobi Henke

Die meisten Teilnehmer der diesjährigen Weltmeisterschaft setzten ja eher auf Altbewährtes, gerade im Standard, wo zwischen verschiedenen Esper- und Jeskai-Decks vor allem Abzan dominierte. Doch auf Sam Black war wie immer Verlass. Black hatte sich schon lange über die unterschiedlichsten Formate hinweg einen Namen als Spieler und Erfinder teils kurioser Decks gemacht und er enttäuschte auch diesmal nicht.

Er schickte als Einziger ein einfarbig weißes Deck ins Rennen, welches die Hingabefähigkeit von Nykthos, Schrein von Nyx nutzte, um viel Mana in Dinge wie Hangar-Schreiter und insbesondere Beherrschung des Unsichtbaren zu pumpen. Dafür braucht es natürlich erst einmal eine Menge bleibender Karten mit vielen weißen Manasymbolen in den Spruchkosten, vorzugsweise hübsch verteilt über die niedrigen und mittleren Bereiche der Manakurve.

Los geht's mit Soldat des Pantheon beziehungsweise Kytheon, Held von Akros. Das Deck zielt allerdings nicht unbedingt auf den frühen Ansturm eines Kreaturenschwarms ab. Deshalb darf der Held von Akros auch bloß zweimal mitspielen und verwandelt sich kaum früh in Gideon der Kampfgestählte. Aber mit den diversen Spielsteinproduzenten und Beherrschung des Unsichtbaren ist der Aufstieg zum Planeswalker späterhin keine Seltenheit.

Im zweiten Zug folgen dann die besagten Karten Hangar-Schreiter oder Beherrschung des Unsichtbaren, welche jedoch erst im weiteren Verlauf einer Partie voll auf ihre Kosten kommen. Außerdem findet sich hier Ritter der weißen Orchidee, der dem Deck gleich in doppelter Hinsicht auf die Sprünge hilft. Einerseits ist er eine günstige Kreatur, die die Hingabe zu Weiß um zwei erhöht, darüber hinaus hilft er aber auch dann dabei, die höheren Manaregionen zu erreichen, wenn Hingabe einmal keine Rolle spielt. Entsprechend wurde Ritter der weißen Orchidee auch bezeichnet als der Kitt, der das Ganze zusammenhält. In einem der Halbfinalspiele ließ Black sogar seinen Gegner anfangen, speziell um bereits im dritten Zug von der ausgelösten Fähigkeit des Ritters profitieren zu können!

Weiter geht's mit Brimaz, König von Oreskos und Bannendes Licht. Letzteres hat zusätzlich zu seinem nützlichen Effekt den unschätzbaren Vorteil, seltener vom Feld geräumt zu werden als all die Kreaturen. Wenn nach einem gegnerischen Siechen oder nach einem Ende der Feindseligkeiten zum Beispiel noch je ein bis zwei Exemplare von Bannendes Licht und Beherrschung des Unsichtbaren liegenbleiben, ist es nämlich deutlich einfacher, schnell wieder eine relevante Hingabe zu Weiß erreichen.

Neben Ritter der weißen Orchidee brachte Magic Ursprünge uns auch Erzengel der Zehnten, ohne den dieses Deck wohl kaum möglich gewesen wäre. Der ist natürlich wie geschaffen für ein Kreaturendeck, welches mehr Wert auf Beständigkeit als auf Geschwindigkeit legt und zudem tiefweiße Manakosten schätzt. Hier ist er sogar außergewöhnlich gut, denn wenn er sich mithilfe von Beherrschung des Unsichtbaren manifestiert und dann überraschend aufgedeckt wird, dann fällt dem Gegner das Blocken auf einmal gleich viel schwerer, als wenn er sich darauf einen Zug lang vorbereiten kann.

Ganz am oberen Ende der Manakurve findet sich schließlich Treuschwingen-Roc. Der Vogel  sorgt zusammen mit Hangar-Schreiter, Brimaz, König von Oreskos und Beherrschung des Unsichtbaren dafür, dass einem wirklich selten die Angreifer ausgehen, und profitiert umgekehrt auch selbst davon.

Ausgerüstet mit all diesen Karten lässt sich fast immer eine faire Offensive aufbauen. Richtig unfair wird es hingegen, wenn Beherrschung des Unsichtbaren und Nykthos, Schrein von Nyx spät im Spiel richtig loslegen. Dann besorgt die Verzauberung immer mehr Kreaturen, die aufgedeckt werden und so die Hingabe zu Weiß erhöhen, und das legendäre Land produziert immer mehr Mana, welches wiederum in die Verzauberung gesteckt wird. Im Endstadium einer Partie ist es nicht ungewöhnlich, wenn Beherrschung des Unsichtbaren vier-, fünfmal pro Zug aktiviert wird. Weiter geht's bloß deshalb nicht, weil das bereits zum Sieg führt.

Aber wenn selbst Black tief in Weiß einsteigt, muss da ja auch etwas dran sein!

Weiße Hingabe von Samuel Black

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