Blutrot

Veröffentlicht in Deck Check on 19. Mai 2016

Von Tobi Henke

Noch bevor Schatten über Innistrad veröffentlicht war, bevor die Karten überhaupt alle bekannt waren, kursierten im Netz schon die ersten Decklisten für schwarz-rote Standarddecks mit den sich überschneidenden Themen Wahnsinn und Vampire. Viele dachten, das müsste ein sprichwörtliches Wahnsinnsdeck werden. Tatsächlich entpuppten sich die Vorschusslorbeeren aber als buchstäblicher Wahnsinn.

Einerseits ist es natürlich kurious, dass den Vampiren bisher wirklich jeder größere Erfolg verwehrt geblieben ist, von der Pro Tour über diverse Grands Prix bis hin zu den kleineren Turnierserien unabhängiger Veranstalter. Auf der anderen Seite benötigt ein solches Deck, welches auf einen bestimmten Kreaturentyp und eine bestimmte Fähigkeit setzt, halt eine kritische Masse der entsprechenden Karten. Folglich schlägt die große Stunde der Vampire vielleicht erst, wenn das nächste Set den verfügbaren Kartenpool erweitert.

Als Vergleichsobjekt kann man nur einmal die aktuell so erfolgreichen Menschendecks betrachten. Die können aus dem Vollen schöpfen, was Sets angeht, denn Menschen gibt es eben überall in großer Stückzahl, nicht nur auf Innistrad.

Aber zurück zu den Vampiren. Tatsächlich hat sich doch eine Liste finden lassen, die einige Siege einfahren konnte. Interessanterweise verzichtet sie allerdings auf Schwarz und arbeitet nur mit Anmaßender Neugeborener und Gieriger Blutsucher, um Blutwahn-Vampirin und Unverbesserliche Halbwüchsige zum Vorteilspreis ins Spiel zu bringen.

Zur Unterstützung gibt es noch eine knappe Handvoll Nichtvampire sowie selbstverständlich jede Menge Zunder! Das dynamische Duo aus Blitzaxt und Hitziges Temperament ist hier wohl ebenso wenig eine Überraschung wie die volle Ladung Feuriger Impuls. Dass Blocker obendrein noch durch Übelwollendes Flüstern und gegebenenfalls Monströse Hautirritation aus dem Weg geräumt werden, ist hingegen eine interessante Innovation. Im Zweifel verzaubert man aber auch einfach Anmaßender Neugeborener und bekommt Monströser Dermasit, wenn man den Vampir opfert.

Die Stärken des Decks liegen in seiner kompromisslosen Aggressivität, in seiner Einfarbigkeit und in seiner schlichten Eleganz. Seine Synergien sind dagegen ein eher zweischneidiges Schwert: Wenn alles perfekt zusammenkommt, hat der Gegner kaum eine Chance. Andersherum hat man eben nur Gieriger Blutsucher als einzigen Weg, wiederholt Karten abzuwerfen.

Wenn bloß eine weitere solche Karte existierte, wäre das Deck gleich um einiges besser, möglicherweise sogar ein echter Kandidat für die Spitze des Formats. Aber wie gesagt, was noch nicht ist, kann ja noch werden. Schlechter werden die Vampire jedenfalls bestimmt nicht.

Wer schon sein nächstes Standardturnier unbedingt gewinnen muss, für den habe ich unten aber lieber eine Zusatzliste als Bonus angehängt: passend zu Titel und Thema eins der zuvor erwähnten Menschendecks, in diesem Fall mit einem ungewöhnlichen Tupfer roter Farbe. Viel Spaß auch damit!

Monorote Vampire von James Szolopiak

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Rot-weiße Menschen von Brandon Gaudet

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