Bodenkontrolle an Tower

Veröffentlicht in Deck Check on 14. März 2017

Von Tobi Henke

Es hat ein wenig gedauert, bis sich im aktuellen Standardformat etwas etablieren konnte, das sich legitim als Kontrolldeck bezeichnen lässt. Zunächst lieferte sich Schlängelnde Boa ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Fahrzeugen, dann holte die Kombinationsstrategie rund um Saheeli Rai und Felidar-Wächter auf. Vor allem das überaus aggressive Fahrzeugdeck einerseits und das Kombodeck andererseits schienen lange einfach keinen Platz für Kontrolle zu lassen.

Während sich Kontrollspieler in der Vergangenheit hauptsächlich gegen Kreaturen und den einen oder anderen Direktschaden verteidigen mussten, bietet Standard dieser Tage ein wahres Feuerwerk an Bedrohungen verschiedenster Art. Den traditionellen Kreaturenansturm gilt es natürlich nach wie vor zu besiegen, dann verlangen aber auch schon jede Menge Planeswalker nach einer Antwort und die allgegenwärtigen Fahrzeuge, die zumindest gegen kreaturenvernichtendende Hexereien immun sind, verkomplizieren die Sache weiter.

Eine klassische Eröffnung des zuletzt erfolgreichsten Aggrodecks mochte zum Beispiel folgendermaßen aussehen: Inspektorin aus Thraben, Herz des Kiran, Schrotthalden-Schmarotzer, Gideon, Verbündeter von Zendikar. Wer plant, sich dagegen etwa mit Ausräuchern zu verteidigen, hat alsbald das Nachsehen und wenig später vielleicht ein Einsehen.

Da dieser Artikel bereits letzte Woche geschrieben wurde, wird übrigens auf Änderungen am Format, die vielleicht inzwischen angekündigt worden sind, hier nicht weiter eingegangen. In jedem Fall aber ist ein Kontrolldeck, welches unter den bisher geltenden Bedingungen bestehen konnte, eine echte Errungenschaft der Deckbaukunst und lohnt, genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Das Deck verwendet viele der Bausteine, die Kontrolldecks seit jeher auszeichnen. Da wären zum Beispiel Gegenzauber in Form von Aberkennen und Negieren, außerdem Kartenzieher wie Anflug von Genialität und Antizipieren. Karten, die einzelne Angreifer abrüsten, wie Gebändigter Blitz und Schock mischen sich mit guten Blockern wie Abgeschirmter Ätherdieb und zu guter Letzt wartet schließlich Strömender Mechakoloss darauf, ein Spiel zu Ende zu bringen.

Doch wo andere mit so etwas wie dem zuvor erwähnten Ausräuchern oder dergleichen arbeiten, setzt unser Deck auf Dynavolt-Turm. Das Energiethema ist ja ohnehin vorhanden, Spontanzauber und Hexereien ebenfalls zur Genüge. Und die Blitze, die der Turm verschießt, bieten einen entscheidenden Vorteil: Mit ihnen lassen sich eben auch Planeswalker grillen.

Auch wenn es ein wenig seltsam anmuten mag, hat es sich dennoch bewährt, das Ganze mit Grün zu kombinieren. Seltsam vor allem deshalb, weil Grün in allererster Linie Äther-Resonanz beisteuert, also quasi die Absicherung jener Dreifarbigkeit, die erst durch den Grünstich überhaupt zustande kommt. Jedoch ist Äther-Resonanz nicht bloß wegen der freien Auswahl zwischen Insel, Gebirge und Wald besser als ein Land. Obendrein gibt es schließlich zwei Energiemarken oder sogar vier, wenn Dynavolt-Turm liegt.

Zugegebenermaßen ist das Deck nicht ganz leicht zu bedienen. Wer allerdings sonst auch mal gerne Türme übers Schachbrett schiebt und mehrere Züge im Voraus plant, der dürfte hieran seine helle Freude finden. Viel Spaß!

Temur-Turm von Ondřej Stráský

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