DIE AHNEN, DIE ICH RIEF …

Veröffentlicht in Deck Check on 3. Dezember 2015

Von Tobi Henke

Letzte Woche ging es an dieser Stelle um Esper-Drachen und ihren Triumph beim Grand Prix in Brüssel, wo zwei Drachendecks in der Top 8 landeten und eines auf dem Siegertreppchen ganz oben. Beim selben Turnier hatte allerdings auch ein weiteres Deck seinen großen Durchbruch. Mit einem Kombodeck rund um Die Ahnen rufen stießen gleich drei Spieler bis ins Viertelfinale vor, einer unterlag letztlich sogar nur knapp im Finale.

Die Bausteine, aus der die eigentlich siegbringende Kombination besteht, sind dabei allesamt Kreaturen für zwei bis drei Mana. Grimmige Haruspex und Zulaport-Mordgeselle sehen es beide gerne, wenn eigene Kreaturen das Zeitliche segnen. Nantukohülle sorgt dafür, dass im Zweifel einfach alle genau das tun. Katakomben-Durchkämmer und Elfischer Visionär schließlich kümmern sich um die benötigten Opfer, wobei es entweder zwei Kreaturen zum Preis von einer gibt oder eine, die zumindest keine Karte kostet.

Sämtliche dieser Karten können mithilfe von Truppensammlung gesucht und gefunden werden. Das namensgebende Die Ahnen rufen holt sie zum Schluss dann alle aus dem Friedhof zurück, damit sie ein weiteres Mal an die Nantukohülle verfüttert werden können. Manchmal beschert einem Grimmige Haruspex bei diesem Vorgang dermaßen viele Extrakarten, dass der anschließende Sieg bloß noch Formsache ist, manchmal verliert der Gegner dabei gleich 20 Lebenspunkte an ein Duo Zulaport-Mordgesellen und manchmal hat er keinen Blocker für eine riesengroße Nantukohülle.

Sidisis Ergebene mischt an verschiedenen Stellen mit. Zunächst ist sie eine weitere günstige Kreatur, die früh im Weg herumstehen und später geopfert werden kann. Gleichzeitig bietet sie aber auch selbst eine weitere Möglichkeit, etwas zu opfern, was wichtig werden kann, wenn man Grimmige Haruspex oder Die Ahnen rufen hat, aber noch keine Nantukohülle. Des Weiteren hilft sie, lästige Blocker aus dem Weg zu räumen, wenn Nantukohülle im Verbund mit Die Ahnen rufen zum finalen Schlag ausholt.

Zu guter Letzt ist Sidisis Ergebene die erste und einzige Verteidigung gegen Anafenza die Vorderste. Die stellt das Deck nämlich vor ein echtes Problem: Grimmige Haruspex und Zulaport-Mordgeselle funktionieren gar nicht mehr, solange Anafenza die Vorderste auf der gegnerischen Seite liegt, und wenn man Die Ahnen rufen möchte, ist man natürlich ebenfalls darauf angewiesen, dass Kreaturen im Friedhof gelandet sind.

Selbst der Erfinder des Decks in seiner gegenwärtigen Form, der US-Amerikaner Matthew Nass, hielt Anafenza die Vorderste für schier „unbesiegbar“ und Abzan dementsprechend für einen schwierigen Gegner. Die ständig steigende Populärität von Abzan dürfte dann auch der Grund gewesen sein, warum das Deck viele Wochen quasi im Dornröschenschlaf verbrachte.

Kurz vor dem Grand Prix in Brüssel entdeckte das Team um Simon Nielsen, Martin Müller und Magnus Lantto jedoch, dass Abzan nicht nur zu besiegen war, sondern tatsächlich ein positives Matchup darstellte. „Es war seltsam. Theoretisch sollte das Deck schlecht positioniert sein, weil das populärste Deck im Format viermal Anafenza die Vorderste enthält“, erklärte Nielsen, „aber in der Praxis sind die Spiele, in denen Abzan keine Anafenza zieht, ein Spaziergang und nach dem Sideboarden haben wir Mörderischer Schnitt.“

Lantto berichtete, dass er und vier Teamkollegen im Verlauf des Turniers zusammengenommen 25-mal gegen Abzan gewonnen und bloß zweimal verloren hatten. Nielsen, Müller und Lantto erreichten mit Die Ahnen rufen alle die Top 8 und belegten dort respektive den zweiten, vierten und fünften Platz. Obwohl es letzten Endes nicht zum Sieg reichte, waren die Skandinavier damit das erfolgreichste Team beim Grand Prix. Glückwunsch!

Die Ahnen rufen von Simon Nielsen

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