DIE DUNKLE BEDROHUNG

Veröffentlicht in Deck Check on 5. November 2015

Von Tobi Henke

Owen Turtenwald ist wirklich kein Unbekannter. Er hatte schon zweimal zuvor die Top 8 einer Pro Tour erreicht, siebzehnmal die Top 8 eines Grand Prix und er war Spieler des Jahres 2011. All diese Errungenschaften verblassen allerdings im Vergleich mit denen von Jon Finkel. Finkel kann gleich zwei Weltmeistertitel vorweisen und er hatte es bereits vierzehnmal in die Top 8 einer Pro Tour geschafft, gewann allein drei.

Bei der jüngsten Pro Tour machten Turtenwald und Finkel nun gemeinsame Sache und erhöhten ihre jeweiligen Top-8-Zahlen auf drei beziehungsweise 15. Beide spielten bis auf die letzte Karte identische Decks. Dabei handelte es sich um eine Variante von Jeskai mit einer gehörigen Portion schwarzer Magie, genannt: Dunkles Jeskai.

Obwohl das Turnier letzten Endes von Abzan gewonnen wurde, lässt sich argumentieren, dass Weiß-Blau-Rot insgesamt die erfolgreichere Farbkombination war. Jeskai stellte die Hälfte der Top-8-Decks und alles in allem tummelten sich zwölf Mantis-Reiter sowie 16 Exemplare von Jace, Wunderkind von Vryn im Viertelfinale.

Was aber zeichnet die Version mit Schwarz aus? Warum strapaziert man die Manabasis, um noch eine vierte Farbe abdecken zu können?

„Das traditionelle dreifarbige Jeskai war immer ein starkes Deck, es wirkte aber immer auch ein wenig von Abzan deklassiert. Es hatte echte Probleme mit Karten wie Belagerungsnashorn, Anafenza die Vorderste, all diesen großen Bodenkreaturen“, erklärte Jon Finkel. Dann kam Kampf um Zendikar und brachte neue Länder wie Präriefluss und Schwelendes Marschland, zusätzliche Auswahl für Verschmutztes Delta und seinesgleichen.

„Diese Länder machten einen gewaltigen Unterschied, denn auf einmal konnte man eine vierte Farbe intergrieren. Jetzt konnte das Deck Knisterndes Verderben verwenden und damit seine größte Schwäche ausgleichen“, führte Finkel weiter aus. „Die Länder erlauben uns außerdem, Tasigur zu spielen. Mit all den opferbaren Ländern kann man Tasigur oft schon im dritten Zug wirken. Er ist ein großer Körper, den man anderen Kreaturen in den Weg stellt und der den gegnerischen Ansturm dann einfach aufhält. Gegen Kontrolldecks ist er auch stark, weil er Kartenvorteil erzeugt und selbst eine Bedrohung darstellt.“

Zum Thema Kartenvorteil verwies Finkel auf die vielen 2-zu-1-Effekte des Decks, wie etwa In den Zeiten wühlen, Kolaghans Befehl und Ojutais Befehl. Die beiden Befehle waren es auch, wodurch Ausgestoßener Drachenmeister zu einer guten Option wurde. „Die Sache ist, dieses Deck hat sechs Wege, eine Kreatur zurückzuholen. Falls man also den Drachenmeister früh zieht, stirbt er vielleicht oder man wirft ihn für Jace ab. Aber solange man ihn nur überhaupt zu Gesicht bekommen hat, hat man immer die Fähigkeit, ihn aus dem Friedhof zurückzuholen, wenn er wirklich nützlich ist, wenn man die sechs Länder erreicht hat. Am Ende des [gegnerischen] Zuges Ojutais Befehl, Karte ziehen und Drachenmeister ins Spiel bringen, enttappen und einen Drachen bekommen … An dieser Stelle ist so ein Spiel dann einfach gelaufen.“

Diese Fähigkeit, kleine Kreaturen von den Toten auferstehen zu lassen, spielt bei Sideboardkarten wie Arashin-Kleriker und Felidar-Junges ebenfalls eine Rolle, merkte Finkel an. Schließlich betonte er noch die Stärke von Einfluss ausüben aus dem Sideboard eines vierfarbigen Decks: „Großartig gegen Abzan, wo man sich deren Belagerungsnashorn, ihre Anafenza oder ihren Hangar-Schreiter holen kann.“

Trotz traditionell schlechter Presse scheint derzeit also einiges für die dunkle Seite zu sprechen. Seid ihr bereit für die Macht der dunklen Seite?

Dunkles Jeskai von Jon Finkel und Owen Turtenwald

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