Ghirapur Drift, äh, Draft

Veröffentlicht in Deck Check on 25. Oktober 2016

Von Tobi Henke

Seit einigen Wochen sind Spieler auf der ganzen Welt jetzt eifrig am Draften. Auch die Profis haben bei der Pro Tour und bei diversen Grand-Prix-Turnieren gezeigt, worauf es im Limited mit Kaladesh ankommt.

Dabei haben sich zwei grundverschiedene Herangehensweisen herauskristallisiert. Zum einen lässt sich durchaus allerlei Kurioses mit den vielen komplizierten Maschinen anstellen. Zum Beispiel kursieren zahlreiche Geschichten über Panharmonikon. Oder über Destillationsmodul. Meine Lieblingsgeschichte beinhaltet zwei von diesem, eins von jenem, außerdem Wirbler-Virtuose … und eine Milliarde Thopter-Spielsteine.

Auf der anderen Seite jedoch stehen äußerst geradlinige, strikt zweifarbige, aggressive Tempodecks. Die lassen einem Gegner kaum jemals Zeit, einen ganzen Zug auf das Ausspielen einer Karte zu verwenden, die keinen unmittelbaren Einfluss aufs Spielgeschehen nimmt.

Mitunter führen zwar auch die vertrackteren Kombinationsstrategien zum Erfolg, die bunten Decks, die mit den höheren Manakurven. Aber so genau vermag niemand zu erklären, warum sie sich gegen den Druck der Aggressoren behaupten können. Manchmal deklassiert ein großer Blocker mehrere kleine Kreaturen oder irgendwelche Zaubersprüche schalten gezielt die Anführer der Offensive aus. Doch zwischen Fahrzeugen und energiegeladenen Monstern befinden sich die Angreifer eigentlich immer im Vorteil. Auch Kampftricks wie Raffinierter Schlag und Gebaut für die Ewigkeit lassen sich besser aktiv als reaktiv einsetzen, weil es eben einfacher ist, bis zur eigenen Kampfphase zu planen und Mana offen zu halten als bis zur gegnerischen. Von Gebaut um zu zerschmettern ganz zu schweigen.

Überhaupt gilt in Magic der Grundsatz: Es gibt falsche Antworten, aber keine falschen Fragen. Gegen ein Duo Gießerei-Kreischer ist Chandras Pyrohelix toll und gegen einen Renegaten-Frachter hilft Appetit auf Unnatürliches. Aber wehe dem, der die grüne Karte zieht, wenn er gerade die rote bräuchte, oder umgekehrt.

Aus all den genannten Gründen und aus eigener Erfahrung kann ich deshalb nur empfehlen, Decks mit niedriger Manakurve und ohne viel Firlefanz zu draften. Das ergibt sich manchmal in Rot-Grün, wobei man dort zumeist auf Karten wie Voltaischer Raufbold oder Langzahn-Junges mit silbernem Editionssymbol angewiesen ist. Weit häufiger, da auf häufigeren Karten basierend, funktioniert der Plan, wenn man zwei Farben aus dem Spektrum Rot, Weiß und Schwarz miteinander kombiniert.

Apropos Firlefanz. Hier gibt es dann doch diverse Synergien, die es abzugreifen lohnt. Zum Beispiel sollte jeder unbedingt einmal Geifernde Gremlins im dritten Zug ausgespielt und im nächsten zwei Zahnradmacher-Rätselknoten hinterhergejagt haben. So ein Angriff mit einer trampelnden 10/3-Kreatur ist nämlich einfach ein tolles Gefühl. Überhaupt ist Zahnradmacher-Rätselknoten eine wichtige Synergiekarte, gibt es doch nichts Besseres, um sicherzustellen, dass für Dhund-Agentin, Embraal-Scherge et cetera immer ein Artefakt herumliegt. Ein Inspirierter Ansturm inspiriert die Servos hin und wieder gar zum Kampf.

Aber nicht nur Artefaktsynergien sind von Interesse. Bei Energie gilt: Je mehr desto besser. Im Verbund ergibt sich oft mehr als die Summe der Einzelteile. Etwa wenn nachgelegte Gedeihende Grubblinge ihre mitgebrachte Energie nicht selbst verbrauchen, sondern an zuvor gespielte Gedeihende Ratten weitergeben, die deswegen schon auf 3/4 anwachsen. Mit genug Exemplaren von Stirb jung lohnt dann sogar das eine oder andere Lebe schnell.

Ansonsten ist eine Manakurve erstrebenswert, die die Bezeichnung Kurve wirklich verdient. Zwar gilt weiterhin die Grundregel, wonach jeder eigene Zauberspruch in der Lage sein sollte, mit einem gegnerischen abzutauschen, wenigstens indirekt. Das erfordert insbesondere Kreaturen mit einer Mindeststärke 2 und deshalb geht's häufig auch erst bei zwei Mana los. Aber wenn ihr euch drei meiner erfolgreichsten Draftdecks unten anseht, dann findet ihr im weiß-schwarzen Beispiel: zwölf Karten für zwei Mana, sechs Karten für drei, drei Karten für vier, zwei für fünf und eine Karte für sechs Mana – die perfekte Kurvenform.

Schnelle Fahrzeuge, atemberaubendes Tempo, gute Kurvenlage. Steigt ein und draftet mit!

Rot-weißes Draftdeck

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Weiß-schwarzes Draftdeck

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Schwarz-rotes Draftdeck

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