GORYO, GRISELBRAND, GAME OVER

Veröffentlicht in Deck Check on 10. September 2015

Von Tobi Henke

Diese Woche schließen wir einen Pakt mit einem Dämon aus der Unterwelt. Dann ernähren wir uns von riesigen Würmern. Und zu guter Letzt verhelfen wir noch einem Zyklopen zum Durchbruch.

Anders ausgedrückt: Willkommen zurück in der wunderbaren Welt von Modern, wo verrückte Dinge geschehen und kuriose Karten kühnste Kombinationen komplettieren können! Im vorliegenden Fall wurde vor ein paar Monaten zum Beispiel Nährender Schwarm wiederentdeckt und jetzt spielt die Karte auf einmal eine zentrale Rolle in einem der schnellsten und brutalsten Kombodecks des Formats.

Doch beginnen wir ganz am Anfang. Am Anfang steht Griselbrand, welcher möglichst schnell aufs Spielfeld geschummelt werden muss. Dafür sorgt entweder ein Durch den Durchbruch, welches per Affen-Geisthelfer und/oder Verzweifeltes Ritual beschleunigt wird, oder die Kombination Treuloses Plündern plus Goryos Rache. (Manche Versionen des Decks enthalten zusätzlich zum Plündern auch noch Quälende Stimme.)

Mit diesen Karten gelingt es häufig, Griselbrand im zweiten bis dritten Zug aufs Feld zu bekommen. Dort bleibt er zwar nicht dauerhaft, doch das ist bei diesem Deck glücklicherweise egal. Es spielt nicht einmal eine Rolle, ob man den Dämon überhaupt einmal zum Angriff bringt. Oft ist es sogar gerade schlauer, auf einen günstigen Moment zu warten, etwa bis zum Ende des eigenen Zuges, wenn sich ein Gegner vielleicht austappt, und erst dann Goryos Rache beziehungsweise Durch den Durchbruch zu wirken.

Jedenfalls langt man mit Griselbrand nun kräftig zu und zieht einen Haufen Karten. In der Regel kann man in einem derart frühen Spielstadium problemlos vierzehn Lebenspunkte entbehren und entsprechend vierzehn Karten ziehen. Vereinzelt mag es Gegner geben, die alles in eine maximal schnelle Offensive und nichts in die Verteidigung stecken; in einem solchen Kampf nimmt man dann zwar mehr Schaden, hat es umgekehrt aber auch leichter, mit Griselbrand anzugreifen und die Verluste auf diese Art wieder auszugleichen.

So oder so sollte man in der Lage sein, hinreichend Extrakarten zu ziehen, dass man mindestens einen Weltenwirbelwurm und einmal Nährender Schwarm in der Hand hält. Einen Wurm für einen Schwarm ins Exil zu stecken, resultiert dann natürlich in elf neuen Lebenspunkten. Das wiederum führt zu neuen Handkarten via Griselbrand und so geht es immer weiter, bis man mehr oder weniger die gesamte Bibliothek gezogen hat.

Derweil kann man alle Affen-Geisthelfer, die man zieht, zu Mana machen und Verzweifeltes Ritual wird entweder gewirkt oder auch irgendwo angekoppelt – ein Nährender Schwarm etwa bietet sich an. So kommt man selbst aus dem Nichts wieder an relevante Mengen roten Manas und mittels Manamorphose wird daraus Mana einer beliebigen Farbe.

Damit lässt sich nun noch einmal Treuloses Plündern plus Goryos Rache oder aber Durch den Durchbruch wirken, diesmal um Borborygmos in Wut ins Spiel zu bringen. Hier interessiert ausnahmsweise einmal weder die 7/6-Kreatur noch die ausgelöste Fähigkeit; einzig die dritte, die aktivierte Fähigkeit ist von Bedeutung. Denn damit wirft man all die vielen Länder ab, die man unterdessen gezogen hat, und tötet den Gegner.

Freilich gibt es eine Menge, was ein Gegner probieren könnte, um dieses Vorgehen zu vereiteln. Allerdings sind ansonsten beliebte Sideboardkarten wie Reliquie von Progenitus oder Chirurgische Extraktion keine sichere Verteidigung, weil Durch den Durchbruch den Friedhof eben komplett umgeht. Obendrein warten im eigenen Sideboard veritable Wunderwaffen wie Boseiju, ein Dach für alle, Pakt der Verneinung und viermal Blutmond. Den Mond über Verzweifeltes Ritual oder Affen-Geisthelfer im zweiten Zug aufgehen zu lassen, stellt etliche Moderndecks ganz allein bereits vor gewaltige Probleme.

In jedem Fall gehört das Deck aktuell mit zu dem Gefährlichsten, was Modern zu bieten hat. Wer hätte gedacht, dass eine unscheinbare und lange ignorierte Karte wie Nährender Schwarm einmal solch eine Karriere machen würde …?

Griselschwarm von Jason Chung

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