HASTE MAL 'NE MARKE?

Veröffentlicht in Deck Check on 19. November 2015

Von Tobi Henke

Vor Kurzem fand in Indianapolis in den Vereinigten Staaten ein Grand Prix im Standardformat statt. Zu Beginn waren dabei mehr als 1100 Teilnehmer im Rennen gewesen. Letzten Endes waren es aber, wie üblich, nur acht glückliche Menschen, die den Sprung in die Playoffs schafften und in den vier Viertelfinalduellen gegeneinander antreten durften. Dazu zählte in diesem Fall auch ein gewisser David Phelps.

Der Name muss einem nichts sagen, schließlich war dies der erste große Erfolg für den 17-jährigen Phelps. Vielleicht der Beginn einer vielversprechenden Karriere, vielleicht auch bloß ein Verdienst der sprichwörtlichen Eintagsfliege.

Was allerdings erhöhte Aufmerksamkeit verdient, und wahrscheinlich auch dazu taugt, die eine oder andere Augenbraue hoch in die Stirn zu ziehen, das ist das Standarddeck, mit dem Phelps so weit gekommen war: Er spielte ein hauptsächlich grün-weißes Deck, welches voll und ganz darauf ausgerichtet war, Gehärtete Schuppen auszunutzen.

Zu diesem Zweck verwendete Phelps Diener der Schuppe und Hangar-Schreiter, die jeweils mit +1/+1-Marke das Spielfeld betreten; außerdem Beschützerin des Baus und Manaverschlingende Hydra, die ebenfalls auf die eine oder andere Art eine beziehungsweise mehrere +1/+1-Marken erhalten können; schließlich noch Dromokas Befehl und Tapferer Widerstand, die beide in der Lage sind, eine +1/+1-Marke auszuteilen. Von all den derart markierten Kreaturen profitiert zu guter Letzt dann Avatar der Entschlossenen und im Gegenzug profitieren alle von Abzan-Falkner.

Dabei mischen überall Gehärtete Schuppen mit und erhöhen die Anzahl der vergebenen Marken jeweils um eins. Das wirkt auf den ersten Blick eventuell etwas verspielt und es lässt sich keineswegs leugnen, dass Gehärtete Schuppen auf sich allein gestellt zunächst einmal gar nichts tun. Schlimmer noch, wenn die Verzauberung späterhin bei leerer Hand von oben gezogen wird. Umgekehrt sind ohne Unterstützung der Schuppen etliche der hier aufgeführten Karten auch ein wenig schwach.

Dennoch – wenn das Ganze einmal funktioniert, ist der Lohn für all die Mühen gewaltig. Und wenn das Ganze zweimal funktioniert, dann hat man sein Match gewonnen. David Phelps jedenfalls gelang es, im Turnierverlauf zwölf Runden zu gewinnen, bei lediglich zwei Niederlagen. Damit bewies er, dass sich Innovation und eine originelle Deckwahl durchaus auszahlen können.

Standard wird derzeit ja dominiert von Abzan-Decks, von dunklem Jeskai und Esper, vor allem aber von Abzan. Sogar dieser Grand Prix wurde letztlich wieder von Abzan gewonnen. Der Eindruck, dass all diese Decks mehr oder weniger reine Ansammlungen der besten Karten ihrer jeweiligen Farben sind, kommt nicht von ungefähr, sondern ist häufig die Folge, wenn das Mana in einem Format so gut ist, dass man problemlos drei, vier oder mehr Farben spielen kann.

Entsprechend ist es besonders schön, ein solches Deck so weit oben vorzufinden, welches seine Stärke explizit aus der Synergie und dem Zusammenspiel verschiedener Karten bezieht und nicht stumpf aus der Qualität seiner Einzelkarten!

Gehärtete Schuppen von David Phelps

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