HINGABE ZU ATARKA

Veröffentlicht in Deck Check on 23. April 2015

Von Tobi Henke

Auch heute werfen wir im Deck Check noch einmal einen Blick auf ein Deck von der Pro Tour Drachen von Tarkir und diesmal steht tatsächlich ein Drache im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Und zwar Drachenfürstin Atarka!

Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet: Im Vorfeld des Turniers waren noch die Neuzugänge Drachenfürst Ojutai und Drachenfürst Silumgar hoch gehandelt worden, der gute alte Sturmhauchdrache flog ebenfalls nicht gerade unter dem Radar und Donnerbruch-Regentin hatte sogar schon erste Erfolge vorzuweisen. Dass sich dann ausgerechnet Drachenfürstin Atarka als wichtigster Drache des Events entpuppte, trotz der beachtlichen Spruchkosten von sieben Mana, war ein unerwarteter Schlag. Und natürlich ein heftiger Schlag, schließlich ist die Rede hier von Atarka!

Drachenfürstin Atarka erwies sich jedenfalls als meistgespielte Drachenkarte in der Top 8 der Pro Tour. Dort tauchte sie als kleiner roter Farbtupfer in den beiden ansonsten hauptsächlich grünen Hingabe-Decks auf. Zudem erhielt sie einen Platz am Ende der Manakurve in vielen der rot-grünen Drachendecks des Turniers. Zu guter Letzt fanden sich etliche Spieler, die die Drachenfürstin in ihre grün-schwarzen oder Abzan-Decks steckten, wo sie mittels Peitsche des Erebos ausgegraben wurde – was dann regelmäßig einen Lebenspunkte-Zugewinn von 10 auf einen Streich bedeutete.

Dragonlord Atarka | Art by Karl Kopinski

Kaum jemand griff dabei allerdings auf die maximale Stückzahl von Drachenfürstin Atarka zurück. Lediglich der Tscheche Ondrej Strasky stellte seine völlige Hingabe unter Beweis und integrierte gleich vier Atarkas in sein Standarddeck. Dafür wurde der 19-Jährige, der zuvor bereits die Top 8 der Pro Tour Khane von Tarkir erreicht hatte, nun mit einem dritten Platz belohnt sowie mit dem Erreichen des Platin-Levels im Pro Players Club.

Im Kern handelte es sich bei seinen 60 Karten um ein klassisches grünes Hingabe-Deck, wie es im Standard schon seit geraumer Weile anzutreffen ist. Kreaturen wie Elfen-Mystiker und Wald-Karyatide bringen einen schnell in höhere Managefilde, Rennerin des Kruphix beschert einem ebenfalls das eine oder andere Extraland, dann kommen beachtliche Bedrohungen wie Polukranos der Weltenverschlinger oder Flüsterholz-Elementar und schließlich beschert einem Nykthos, Schrein von Nyx als einzige Karte mit der namengebenden Hingabe-Fähigkeit noch einmal einen immensen Manaschub, sodass man Polukranos in ein wahres Monster verwandeln und all seine manifestierten Kreaturen aufdecken kann.

Aber wo die grünen Hingabe-Decks der jüngeren Vergangenheit zumeist zu Weiß als Zweitfarbe und zu viermal Beherrschung des Unsichtbaren griffen, was im Ergebnis eine ziemlich stabile und bisweilen defensive Strategie ergab, machte Strasky sein Deck aggressiver und explosiver. Surrak der Jagdrufer, Segenspendender Satyr

und eben Drachenfürstin Atarka haben sicherlich den größten Anteil hieran, aber auch der Einbau von viermal Ratterklauenmystiker sollte nicht unterschätzt werden. Wenn man im ersten Zug einen Elfen-Mystiker und im zweiten Zug dann einen Ratterklauenmystiker verdeckt spielt, kann man im dritten Zug bereits auf sechs Mana zurückgreifen!

Sechs Mana wiederum sind genau die Spruchkosten von Das Ungeschriebene erkennen. Diese Karte ist das letzte fehlende Puzzlestück. Nicht nur kann man damit ein Mana sparen, wenn es um Atarka geht, auch kann man Atarka oder etwas anderes damit überhaupt erst mal auffinden. Das Ungeschriebene erkennen dient so gewissermaßen als Zusatz-Monster nach Wahl, weil viermal Polukranos der Weltenverschlinger, viermal Flüsterholz-Elementar und viermal Drachenfürstin Atarka hier tatsächlich einfach nicht genug sind! In einem Deck, das, sage und schreibe, 16 Kreaturen mit Stärke 4 oder mehr enthält, ist natürlich auch Wildheit ein relevanter Bonus. Was ist besser, als Drachenfürstin Atarka mit Das Ungeschriebene erkennen ins Spiel zu bringen? Drachenfürstin Atarka und Surrak der Jagdrufer beide ins Spiel zu bringen und nicht nur 5 Schadenspunkte auf Kreaturen und Planeswalker zu verteilen, sondern gleich auch noch mit Eile anzugreifen!

So gut Drachenfürstin Atarka auch ist, muss man allerdings doch anerkennen, dass eine 7-Mana-Bedrohung nicht auf jeden Gegner gleich gut zugeschnitten ist. Insbesondere im Kampf gegen blau-schwarze Kontrolldecks wurden Drachenlady und 6-Mana-Hexerei von Strasky regelmäßig auf die Ersatzbank geschickt. Als Alternative kommen aus seinem Sideboard dann die schwieriger abzurüstenden Planeswalker, vor allem viermal Nissa die Weltenerweckerin, welche im Verlauf des Turniers mehr als einen Gegner eiskalt erwischen konnte.

Ondrej Strasky konnte buchstäblich Das Ungeschriebene erkennen; jetzt ist es aufgeschrieben und man darf gespannt sein, wie die Magic-Community mit Weiterentwicklungen reagiert!

Grüne Hingabe mit Atarka von Ondrej Strasky

Download Arena Decklist

Latest Deck Check Articles

Deck Check

10. Juli 2017

Stunde des Drafts by, Tobi Henke

Bei den Prereleases am vergangenen Wochenende konnten wir zum ersten Mal die brandneuen Karten aus Stunde der Vernichtung einsetzen, um unsere Feinde so richtig, nun ja, zu vernichten. Am...

Learn More

Deck Check

3. Juli 2017

Die allerliebsten Stunden by, Tobi Henke

Ein neues Set steht in den Startlöchern, das Prerelease-Wochenende (http://magic.wizards.com/de/event-types/prerelease) steht unmittelbar bevor und die Zeichen stehen auf Vernichtung. Sei...

Learn More

Artikel

Artikel

Deck Check Archive

Du willst mehr? Tauche ein in die Archive und lies tausende Artikel über Magic von deinen Lieblingsautoren.

See All