Mit Bravour

Veröffentlicht in Deck Check on 5. Februar 2015

Von Simon Görtzen

Simon Görtzen ist begeisterter Magicspieler, wobei sein größter Erfolg der Sieg bei der Pro Tour San Diego 2010 ist. Neben eigenen Projekten ist er seit 2012 fester Bestandteil der offiziellen Magic-Berichterstattung in Europa.

Schmiede des Schicksals ist erschienen, und Standardspieler rund um den Globus sind auf der Suche nach den besten Karten für ihre Decks. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, welche Karten so gut sind wie gedacht, und welche Karten sogar besser sind, als sie auf den ersten Blick wirkten. Ein Kartenzyklus, der mich jetzt schon überzeugt hat, sind die Belagerungen aus Schmiede des Schicksals, also Belagerung des Grenzlandes, Belagerung des Klosters und Co. Was sind Eure frühen Favoriten? Bevorzugt ihr effiziente Pakete wie Flammenpfad-Phoenix oder darf es mit Ugin, der Geisterdrache ein mächtiger Planeswalker für Euer Deck sein?

Einen attraktiven Mix aus mächtigen Karten und unterbewerteten Effekten hat Danny Goldstein in seinem R/W Aggro Deck von den StarCityGames.com Standard Open in Washington DC untergebracht. Seine Deckliste, mit der er den zweiten Platz erreichte, findet ihr am Ende des Artikels. Wie Ihr seht, wird Goblin-Pöbeltreiber ab jetzt von Mentor des Klosters bei der Erzeugung von Spielsteinen unterstützt. Richtig gut funktioniert das Dank der Karten Alarmschlagen und Hordling-Ansturm. Mit diesen lassen sich Bravour und der Mentor so häufig wie möglich auszulösen, ohne dass man auf dem Spielfeld ins Hintertreffen gerät. Die Kombination von rot-weißen Zaubersprüchen mit Bravourkarten wie Sucher des Weges kennen wir schon seit Khane von Tarkir als eine gefürchtete Strategie im Standard, und das Deck wird durch Mentor des Klosters noch einmal deutlich aufgewertet. Dass die Mönch-Spielsteine ebenfalls Bravour besitzen, setzt dem Ganzen die Krone auf!

Belagerung des Außenpostens | Art by Daarken

Die Stärke von Mentor des Klosters wird spätestens dann offensichtlich, wenn Ihr ihn mit Junger Pyromagier vergleicht, der ja sogar im Modern, im Legacy und im Vintage erfolgreich eingesetzt wird. Spannend wird es bei den Karten aus Schmiede des Schicksals, deren Stärke etwas weniger ersichtlich ist. Offenbar teilt Danny meine Präferenz für Belagerungen, er zieht Belagerung des Außenpostens sogar Chandra, Pyromeisterin vor. Wählt Ihr "Khane" habt Ihr einen vergleichbaren Effekt wie den des Planeswalkers, mit "Drachen" könnt Ihr aber auch einmal sicherstellen, dass ein Kontrolldeck keinen Ausweg mehr hat. Die Seelenfeuer-Großmeisterin hat einen Sucher des Weges verdrängt, hier wirkt es so, als ob Danny diese neue Karte erst einmal ausprobieren wollte. Mindestens eine Kopie der Mönchin mit Lebensverknüpfung kann ich aber jedem ans Herz legen, da die aktivierte Fähigkeit sicherstellt, dass man auch im späten Spiel viel Einfluss auf das Geschehen nehmen kann.

Die interessanteste Karte in diesem R/W Aggro Deck ist für mich Kollateralschaden. Auf den ersten Blick scheint es merkwürdig, einen Spontanzauber zu integrieren, der das Opfern einer Kreatur verlangt. Vor allem wenn man bedenkt, dass seit Schmiede des Schicksals der effiziente Schadensspruch Wilder Hieb zur Verfügung steht. Habt Ihr eine Idee, warum gerade Kollateralschaden in diesem Deck auftaucht? Ich habe lange nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es an Gallenfäule liegen muss. Gallenfäule ist in fast allen schwarzen Decks bis zu viermal vertreten, und die perfekte Antwort auf die Goblins vom Hordling-Ansturm und andere Spielstein-Armeen. Habt Ihr jedoch den Kollateralschaden bereit, stirbt nur die ohnehin angezielte Kreatur, und ihr teilt zusätzlich drei Schaden aus. War Danny bereits am Release-Wochenende seinen Gegnern so weit voraus, dass er sich mit dieser eigenwilligen Karte aus Schmiede des Schicksals einen gravierenden Vorteil verschaffen konnte? Respekt!

Danny hat noch ein paar weitere Asse im Ärmel, dazu gehören unter anderem Ende der Feindseligkeiten und Elspeth, Auserwählte der Sonne im Sideboard. Ich kann mir gut vorstellen, wie er damit Gegner überrascht hat, die sich während des Sideboardens auf ein Aggro-Mirror eingestellt hatten. Obwohl R/W Aggro am liebsten das Spielfeld mit Kreaturen flutet, kann man die meisten Zaubersprüche auch defensiv einsetzen, und Goblin-Pöbeltreiber sowie Mentor des Klosters sind auch später im Spiel noch sehr einflussreich. Plötzlich steht ihr einem Kontrolldeck gegenüber!

Ein bewährter Kern, starke neue Karten aus Schmiede des Schicksals, und ein paar innovative Tricks: so sieht guter Deckbau aus. Danny jedenfalls hat die Herausforderungen des neuen Standardformats schon am ersten Wochenende mit Bravour gemeistert. Habt Ihr auch schon die ersten Turniere im neuen Format gespielt? Was sind Eure Schlüsselkarten aus Schmiede des Schicksals, und womit habt Ihr Eure Gegner bisher noch überrascht?

R/W Aggro von Danny Goldstein

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