MIT MEERVOLK ZUM ERFOLG

Veröffentlicht in Deck Check on 2. Juli 2015

Von Tobi Henke

Dieser Tage dreht sich ja alles ums Modernformat. Überall auf der Welt, egal ob bei einem Grand Prix oder einem kleinen Turnier im Spieleladen um die Ecke, steht Modern während der Sommermonate hoch im Kurs.

Wir empfehlen zwar ausdrücklich auch den örtlichen Spieleladen, im Deck Check geht's diese Woche aber dennoch um den Grand Prix in Kopenhagen. In der dänischen Hauptstadt kämpften am vorvergangenen Wochenende nicht nur 1345 Spieler um Preise, Titel und Trophäen, es gab auch einige neue Entwicklung im Bereich der besten Moderndecks. Nicht zuletzt, sondern eben an erster Stelle, ist dabei der unerwartete Sieg von Meervolk zu nennen.

Das Meervolkdeck stellte zwar keine neue Erfindung für dieses Turnier dar, vielmehr eine Wiederentdeckung, relativ neu waren allerdings die speziellen Umstände, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Dazu gehört, dass in jüngerer Vergangenheit vor allem andere blaue Decks den Ton im Modern angaben. Außerdem Decks, die sich besonderer Länder wie Simic-Wachstumskammer oder Urzas Turm bedienen, sowie Decks, die auf bestimmten Kartenkombination basieren, wie etwa Täuscher-Exarch plus Zwillingsspreißel.

Alle diese Decks waren für Meervolk nun ein gefundenes Fressen. Erstens bieten Meervolkkreaturen unter der Leitung von Merrow-Rittersmann und Kollegen eine respektable Offensive. Zweitens profitieren Meister des Perlendreizacks und Herrscher von Atlantis ganz selbstverständlich von gegnerischen Inseln. Drittens gibt es etliche effektive Störelemente, die zugleich perfekt in dieses Deck wie auch in die aktuelle Modernumgebung passen.

Ausbreitendes Meer zum Beispiel ist toll, egal ob es jetzt in erster Linie darum geht, dass die Gegenseite endlich eine Insel bekommt, oder darum, dass sie nicht länger über Valakut, die geschmolzene Zinne verfügt. Fluchfänger ist sogar selbst Meervolk, ebenso Gezeitenbändiger. Reliquie von Progenitus kostet kaum Mana und letztlich nicht einmal eine Karte, sie kostet lediglich den eigenen Friedhof. Da kommt es also äußerst gelegen, dass das Meervolkdeck sowieso nichts mit Friedhofskarten anzufangen weiß, während anderswo Tasigur, der goldene Giftzahn, Tarmogoyf oder Goryos Rache weit verbreitet sind.

Im Modern, mehr noch als in anderen Formaten, ist es wichtig, eine Vorstellung davon zu entwickeln, welchen Decks man gegenüberstehen wird, und seine eigene Deckwahl darauf abzustimmen. Das wusste auch der Grand-Prix-Sieger Przemek Knocinski. In Kopenhagen hatte er sich offensichtlich für das richtige Deck entschieden, aber er gab zu, dass es durchaus eine große Schwachstelle gebe. Gegen das aggressive Artefaktdeck rund um Lichtbogen-Verwüster und Schädelverstärkung habe Meervolk nämlich kaum eine Chance. „Ich glaube, man wird künftig mehr Meervolk sehen, und deshalb sollte man jetzt vielleicht das spielen“, schlug er vor.

Diese Wechselwirkung zwischen Erwartung und Überraschung macht Modern so interessant und sorgt dafür, dass das Format niemals stagniert. Falls auch ihr Lust bekommen habt, dann fragt doch einmal beim zuvor erwähnten Spieleladen in eurer Nähe, wann das nächste Modernturnier ansteht!

Meervolk von Przemek Knocinski

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