OJUTAIS BEFEHL UND SILUMGARS VERACHTUNG

Veröffentlicht in Deck Check on 26. November 2015

Von Tobi Henke

Vor Kurzem fand in Brüssel ein Grand Prix statt, bei dem knapp 2000 Spieler im Standardformat um Preise und Punkte spielten. Standard. In den letzten Wochen bedeutete das vor allem Abzan. Ein erster Platz nach dem nächsten ging an die Piloten des grün-weiß-schwarzen Kreaturendecks. Auch in Brüssel war Abzan wieder die populärste Wahl, am zweiten Tag stellten verschiedene Abarten des Decks zusammen fast 40 Prozent des Feldes und in der Top 8 landeten zumindest zwei Exemplare.

Die Geschichte des Turniers war jedoch eine andere. Gleich zwei große Teams hatten sich Standard vorgeknöpft und beschlossen, etwas Bewegung ins Format zu bringen. Tasächlich gereichte es ihnen sogar zum Vorteil, so viel Abzan einplanen zu können. Ein klares Ziel ist schließlich leichter zu treffen als ein bloß vage definiertes.

Nach reiflicher Überlegung und eifriger Vorbereitung trat das Team um Ivan Floch, Ondřej Stráský, Martin Jůza, Thomas Hendriks, Robin Dolar und Lukas Blohon geschlossen mit Esper-Drachen an. Das weiß-blau-schwarze Kontrolldeck war dabei keine echte Neuentwicklung, sondern vielmehr eine Wiederentdeckung.

Pro-Tour-Sieger Ivan Floch erklärte die neuerliche Stärke des Decks unter anderem mit dem Rückgang von Dunklem Jeskai. Insbesondere sieht man derzeit immer seltener Knisterndes Verderben, einen der wenigen natürlichen Feinde der Drachen. Über Abzan sagte Floch derweil: „Es ist schwierig für Abzan-Spieler, einen zu überrennen. Silumgars Verachtung und Schandzungen-Anrufung kümmern sich zuverlässig um ihre Hauptbedrohungen und anschließend zieht man mit Drachenfürst Ojutai endgültig an ihnen vorbei.“ Das gilt umso mehr jetzt, da immer öfter nicht mehr Komplettsätze von Hangar-Schreiter in den Abzan-Listen auftauchen. (Erbe der Wildnis ist besser im Kampf Abzan gegen Abzan, aber eindeutig schlechter im Kampf gegen Schandzungen-Anrufung.)

Gold-Level-Profi Robin Dolar betonte ebenfalls die Bedeutung von Drachenfürst Ojutai, allerdings in Hinblick auf gegnerische Aggrodecks beziehungsweise Manabeschleunigungsdecks mit Eldrazi. „Das jüngst von Reid Duke populär gemachte Esper-Kontrolldeck ohne die Drachen kann zum Beispiel niemals mehrere Exemplare von Ulamog, der unermessliche Hunger besiegen“, meinte Dolar. „Doch das Esper-Drachendeck kann das.“ Thomas Hendriks fügte hinzu: „Manchmal will man dazu übrigens wirklich einen zweiten Drachenfürst Ojutai spielen, also einen getappten durch einen ungetappten ersetzen, damit sie den nicht mit Ulamog ins Exil schicken können.“

„Das Deck ist total kaputt!“, behauptete der 20-jährige Platin-Profi Ondřej Stráský anerkennend. Lukas Blohon äußerte sich etwas zurückhaltender und gab zu: „Das Sideboard ist ein Haufen. So viel Platz ist mit wahllosen Karten vollgestopft.“

Trotz möglicher weiterer Optimierungen in Deck und Sideboard gelang aber sowohl Ondřej Stráský als auch Lukas Blohon der Einzug in die Top 8, und Blohon war es auch, der ganz am Ende die Trophäe in Besitz nehmen und den Titel eines Grand-Prix-Champions beanspruchen konnte. Glückwunsch!

Lukas Blohons Esper-Drachen

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