SOMMERZEIT, BLÜTEZEIT

Veröffentlicht in Deck Check on 16. Juli 2015

Von Tobi Henke

Sommerzeit ist Modernzeit. Entsprechend betrachten wir diese Woche einmal eine der skurrilsten Blüten, die dieses Format in jüngster Zeit getrieben hat, nämlich das Kombinationsdeck rund um Amulett der Energie und Sommerblüte.

Das ist überaus kompliziert und deshalb verlieren wir besser keine Zeit und schauen uns gleich einmal an, wie ein typischer Spielverlauf mit diesem Deck aussehen kann!

Im ersten Zug legt man idealerweise ein ungetapptes Land und Amulett der Energie. Alternativ spielt man Visionen nach Serumsgenuss oder Uralte Regungen, um ebendieses oder andere Schlüsselkarten zu finden, und lässt das Amulett im zweiten Zug folgen. Theoretisch ist es sogar möglich, das Amulett mithilfe von Affen-Geisthelfer zu wirken, bevor man überhaupt sein erstes Land spielt.

Hat man das Artefakt erst einmal auf dem Tisch, kann man Simic-Wachstumskammer, Gruulgrund, Golgari-Verrottungsfarm oder Selesnija-Heiligtum legen, per Amulett der Energie enttappen, das Land für zwei Mana tappen und es für seine eigene Fähigkeit selbst zurück auf die Hand nehmen. Das macht man, weil als Nächstes Sommerblüte zum Einsatz kommt. Diese Hexerei erlaubt es nun, dieses Land noch drei weitere Male zu legen, zu enttappen, wieder zu tappen und auf die Hand zurückzunehmen. Im Ergebnis hat man jetzt sechs Mana und damit eröffnen sich zwei verschiedene Möglichkeiten.

Am simpelsten ist es, ganz einfach Schwarmhirn und anschließend Pakt der Beschwörer zu spielen. Die Verzauberung schenkt unserer Gegnerin nämlich eine Kopie vom Pakt, sodass auch sie sich eine Kreatur aus ihrer Bibliothek suchen darf … und sodass auch sie zu Beginn ihres nächsten Zuges vier Mana bezahlen muss. Selbst wenn sie Zugriff auf grünes Mana hat, ist dieser Preis so früh im Spiel wahrscheinlich zu hoch und bei Nichtbezahlung folgt unweigerlich die Niederlage. Dass man selbst ebenfalls nicht für Pakt der Beschwörer bezahlen könnte, ist glücklicherweise egal, weil unsere Gegenspielerin eben zuerst dran ist.

Alternativ investiert man seine sechs Mana in Urtümlicher Titan, welchen man sich notfalls per Pakt der Beschwörer holt. Wenn der Titan das Spielfeld betritt, sucht man sich Boros-Garnison und Festung der Monstertöter. Die Länder enttappen natürlich wieder dank Amulett der Energie und so kann man Festung der Monstertöter gleich aktivieren, um dem Titanen Eile zu geben, anzugreifen und weitere Länder zu suchen.

Spätestens der zweite Angriff mit Urtümlicher Titan ist in der Regel tödlich, nicht zuletzt weil im Zweifel Sonnenheim, Festung der Legion nachhilft. Falls man zufälligerweise ein zusätzliches Exemplar von Amulett der Energie oder Sommerblüte gezogen hat, kann man auch sofort gewinnen, weil die Festung der Monstertöter dann mehrfach enttappt und aktiviert beziehungsweise, nachdem man sie mit Boros-Garnison auf die Hand zurückgeschickt hat, erneut ausgespielt und aktiviert werden kann und weil man dann genug Mana hat, um Sonnenheim, Festung der Legion unmittelbar einzusetzen.

Auch gibt es diverse Tricks, bei denen man Westtolaria mit dem Titanen sucht, enttappt, für Mana tappt, per Simic-Wachstumskammer auf die Hand nimmt und für Transmutation abwirft, um zum Beispiel Pakt der Beschwörer, Pakt des Gemetzels, Pakt der Verneinung oder Dosierter Sprengstoff zu finden. Manchmal beschleunigt man damit das eigene Spiel, manchmal behindert man das gegnerische. Nebenbei ist mit Azusa die Suchende ein weiteres Ziel von Pakt der Beschwörer in der Lage, das Tempo einiger dieser Vorgänge zu erhöhen oder gar von vornherein als Alternative zu Sommerblüte zu fungieren.

Wie ihr seht, greifen alle möglichen Teile hier ineinander und es ist schier unmöglich, sämtliche Interaktionen aufzuzählen. Wenn jemand dieses Deck jedoch perfekt beherrscht, kann er damit des Öfteren im zweiten oder dritten Zug gewinnen!

Beeindruckend und beizeiten ein bisschen beängstigend? Verworren und vereinzelt verrückt? Das ist die wunderbare Welt von Modern!

Sommer-Amulett von Foo Pee Chun

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