Archenemy: Nicol Bolas – Vorschau

Veröffentlicht in Feature on 5. Juni 2017

Von Nicholas Wolfram

Nicholas Wolfram fell promptly in love with tabletop and video games when he was only two years old, and he has been writing about them since he figured out how words worked. Now he puts together words about Magic, which he started playing way back in 2000.

Das Archenemy-Format tauchte erstmals vor einigen Jahren mit mit einem Set mit dem passenden Namen Archenemy in der Magic-Szene auf. Seither war es recht still um das Format gewesen ... bis zum letzten August, als sich erste Vorboten zu Archenemy: Nicol Bolas am Horizont zeigten. Nun ist die Veröffentlichung von Archenemy: Nicol Bolas noch nur Wochen entfernt und bald werdet ihr und eure Freunde den verzweifelten Kampf zwischen Nicol Bolas und den Wächtern (hier durch Gideon, Chandra und Nissa vertreten) austragen können. Wir können jedoch nicht garantieren, dass er genau so ausgehen wird, wie er in Stunde der Vernichtung beschrieben wird.

Für diejenigen, die Archenemy nicht kennen: Es handelt sich um ein Format, in dem sich drei Speiler gegen einen vierten zusammenschließen, der die Rolle des „Endgegners“ einnimmt, den die anderen Spieler besiegen müssen. Um dem Spieler dabei zu helfen, beginnt er mit 40 Lebenspunkten (deshalb findet ihr auch einen besonderen Lebenspunktezähler für 100 Lebenspunkte in der Box) und hat ein Deck voller „Intrigen“-Karten, die für den Schurken mächtige, kostenlose Effekte aktivieren und so das Spiel dramatisch zu seinen Gunsten beeinflussen können. Zu Beginn der ersten Hauptphase in jedem Zug des Erzschurken deckt dieser die oberste Karte seines Intrigen-Decks auf und löst den entsprechenden Effekt aus. Die Bandbreite dieser Effekte reicht dabei vom Nehmen eines zusätzlichen Zuges bis dazu, dass seine Kreaturen solange +2/+2 und Trampelschaden erhalten, bis eine von ihnen stirbt. Archenemy-Partien verlaufen immer so, dass abwechselnd der Bösewicht am Zug ist und dann die Verbündeten gemeinsam – bis entweder alle Verbündeten oder der Schurke besiegt wurde. Mit Archenemy: Nicol Bolas kommen auch ein paar Veränderungen.

Eine neue Richtung für Archenemy

Die Veränderungen in der Archenemy-Formel mögen zwar nicht gravierend sein, aber sie sind dennoch wichtig. Die erste Änderung betrifft die Regeln – aber es ist auch die einzige Regeländerung: Von nun an kann, wenn der Erzschurke einen Spieler oder Planeswalker des gegnerischen Teams angreift, jede Kreatur, die ein Teamkamerad des verteidigenden Spielers kontrolliert, von ihrem Besitzer als Blocker deklariert werden. Im Grunde gibt es nun einfach keine Einschränkung mehr dadurch, wen der Bösewicht angreift – es können alle Kreaturen als Blocker dienen. Dies ersetzt die bisherigen Regeln zum Blocken, die den üblichen Normen für Mehrspielerpartien folgten.

Die andere große Veränderung ist eine, der sich viele Spieler bereits bewusst waren. Sie betrifft das Flair und das Balancing. Bislang nahmen die Spieler die Rollen eines namenlosen Bösewichtes ein, der gegen eine Gruppe unbekannter Helden antritt. Dieses Set jedoch sollte eine etwas konzentriertere und maßgeschneidertere Erfahrung bieten. Wir wollten, dass die Spieler sich in die Rollen der Helden und des Bösewichts hineinversetzen können, die sie verkörpern. Also begannen wir mit dem aktuellen Schurken in der fortlaufenden Handlung von Magic als erstem „offiziellen“ Widersacher: Nicol Bolas, der Drachenältesten-Planeswalker. Und wer sollte sich ihm in den Weg stellen, wenn nicht die Wächter, die ihm auch in der Handlung der im Juli erscheinenden Stunde der Vernichtung entgegentreten? Und als die Rollenverteilung klar war, konnten wir vorgefertigte Decks zusammenstellen – nicht nur für den Erzschurken, sondern auch für die drei Spieler, die sich ihm entgegenstellen. Auf diese Weise gelang es uns, für eine ausgewogenere Spielerfahrung zu sorgen als beim ersten Archenemy, bei der Spieler noch selbst die Decks der Verbündeten bauen mussten.

Die vier Hauptfiguren des Sets erscheinen als Planeswalker-Karten im Set mit ganz neuen Illustrationen von Chris Rahn. Aber wir wissen ja, weshalb ihr eigentlich hier seid und natürlich gibt es einen Grund, warum sein Name auf der Packung steht:

Nicol Bolas

Nicol Bolas ist wahrscheinlich der böseste Bösewicht, den es bislang in Magic gegeben hat. Er ist der mächtigste unter den ohnehin schon mächtigen Drachenältesten, wahrscheinlich das älteste Lebewesen im Multiversum und ein Planeswalker, der schon vor der Erholung existierte und verzweifelt versucht, seine gottgleiche Macht zurück zu erlangen. Dieser letzte Punkt mag zwar einige von euch verwirren, aber wir können immerhin mit Sicherheit sagen, dass Nicol Bolas ein Bösewicht ist, dessen Fähigkeiten nur von seinem Ehrgeiz übertroffen werden. Er ist ein wahrer Meister blauer, schwarzer und roter Magie – drei Farben, die zusammen wahrhaft gnadenlose und mächtige Zauber erzeugen können. Und er schöpft das ganze, hinterhältige Potenzial dieser Zauber aus, um seine selbstsüchtigen und irrsinnigen Ziele zu erreichen.

Es ist seine unnachgiebige und herrschsüchtige Natur, die das Flair seines Hauptdecks und seiner 20 Intrigenkarten bestimmt. Diese Intrigenkarten sind imstande, eine verheerende Menge an Effekten zu erzeugen – angefangen von etwas, was im Grunde eine einmalige Anwendung der ultimativen Fähigkeit von Tamiyo, Feldforscherin ist, bis hin zu einer Variation der Wunder des Ätherwerks für Kreaturen. Und um ehrlich zu sein, funktionieren all diese Intrigen genau so, wie sie sollen. Ab der dritten Runde wird ein guter Nicol Bolas-Spieler irre zu kichern beginnen, während er jede Intrigenkarte umdreht – vielleicht auch nur wegen des Grauens, das sich auf den Gesichtern seiner verbliebenen Gegner wiederspiegelt. Wenn ihr alle Intrigenkarten ansehen wollt, dann klickt hier, um zur vollständigen Galerie weiter unten zu springen.

Mit typischen Bolasschen Karten im Hauptdeck fühlt es sich gelegentlich so an, als brauchte der Schurke die Intrigenkarten eigentlich gar nicht, um die Wächter zu übermannen. Typische Karten wie Grausames Ultimatum gehören natürlich dazu, aber auch Klinge des Schicksals und Skrupelloser Wahn sind wahrhaft mächtig, wenn man bedenkt, dass in den Reihen des Gegners keine einzige schwarze Kreatur zu finden ist. Mit einer großen Menge an Manabeschleunigung, stabilen Entfernungszaubern und einem gesunden Vorrat an Bomben (die dank der Intrigen manchmal sogar kostenlos gespielt werden können) wird Nicol Bolas in diesem Set wahrlich als eine Macht verkörpert, die fast unüberwindlich erscheint. In dem Deck sind seine Pläne gemacht, seine Macht gewaltig und seine Gerechtigkeit dunkel und jäh. Das Einzige, was noch fehlt, ist sein berüchtigt scharfer Verstand ... und ich schätze, dafür muss eurer herhalten. Habt ihr das Zeug, die Wächter zu vernichten?

Archenemy Nicol Bolas

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Die Wächter

Die Wächter sind eine heldenhafte Vereinigung von Planeswalkern aus dem gesamten Multiversum, die einen Eid geschworen haben, die Welten des Multiversums vor Allem zu beschützen, was deren Existenz bedroht – seien es die außerweltlichen Eldrazi oder bösartige Planeswalker. Aber wie euch jeder Vorthos-Spieler versichern kann, sind die Bedrohungen, mit denen sie es bisher zu tun hatten, nichts im Vergleich zu Nicol Bolas. Glücklicherweise sind sie vorbereitet nach Amonkhet gekommen, um sich ihm zu stellen ... oder zumindest ihre Decks.

Da Schwarz gar nicht und Blau nur mit einem halben Deck vertreten ist, trat Gideon (mit seinem Ordnungshüter) vor und wirft die besten Kontrollelemente in den Ring, um Bolas zu überwältigen. Großer Abschaffer war noch nie dafür bekannt, untätig herumzusitzen, und die vielen mächtigen Spontanzauber, die Nicol Bolas dabei hat, werden dafür sorgen, dass das auch so bleibt. Weiterhin stellen mächtige Entfernungszauber wie Lichtträger-Paladin und Vernichtende Zurechtweisung sicher, dass Bolas Streitmacht nicht ohne Widerstand anwachsen kann. Und kein Deck mit Gideons Flair wäre ohne die Hilfe von Unzerstörbarkeit und anderen Schutzeffekten vollständig, sodass Behütender Engel und Odric der Meistertaktiker sich ihm angeschlossen haben, um sicherzustellen, dass Gideons Ruf unbeschädigt bleibt.

Auch Chandra ist hier, um das zu tun, was sie am besten kann: Eine nicht enden wollende Feuersalve auf den Gegner werfen, bis ihre Freunde ihr helfen, die Sache zu beenden. So tauchen wenig überraschend Chandras Gewalttat und Chandras Phoenix auf, aber auch zerstörerische und mächtigere Verbündete wie Inferno-Titan und Avatar des Zorns verursachen beachtlichen Schaden im Lategame, während sie dafür sorgen, dass die gegnerische Horde etwas ausgedünnt wird. Währenddessen gewährt Obsidian-Feuerherz Chandra einige Optionen für Schaden, der nur wenig Mühe erfordert und der im Verlauf des Spiels konstant bleiben sollte. Zusammen mit ihrem Kumpel Gideon wird Chandra Bolas Streitmacht in Schach halten, während sie ihn so oft und so schmerzhaft ins Gesicht trifft, wie sie nur kann.

Das letzte Mitglied der Heldengruppe bei diesem Abenteuer ist Nissa, die ihre neuentdeckte Liebe zur Farbe Blau mitgebracht hat. Wie wir bei Nissa, Hüterin der Elemente (die allerdings nicht in diesem Set ist) bereits gesehen haben, manifestiert sich Nissas Hang zu Blau hauptsächlich durch Kartenvorteil und fliegende Kreaturen. Dieses Drei-gegen-Einen-Format ist vermutlich die beste Anwendungsmöglichkeit für Stränge der Visionen, die ihr je gesehen habt. Weiterhin haben einige der Karten in Blau und Grün – wie etwa der Windgleiter-Aal – Landung und profitieren so stark von einer Reihe grüner Landsucher. Aber dies ist nicht das einzig klassisch Grüne, das wir sehen werden. Nissa hat eine ganze Reihe ihrer liebsten, großen, schwer zu zerstörenden Ungeheuer zu diesem Kampf mitgebracht – unter anderem den Liebling im Limited zu Amonkhet: Geschuppter Behemoth.

Gideon

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Chandra

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Nissa

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Vollendet euren Plan

Alles in Allem fühlt es sich wie ein sehr viel vollständigeres Paket als das ursprüngliche Archenemy an. Und ehrlich gesagt ist es das auch. Es gab einen guten Ansatzpunkt, um die „Helden“-Decks im ursprünglichen Archenemy auszubalancieren, aber es erforderte einige Iterationen, um ihn genau zu treffen. Jetzt aber könnt ihr euch gleich nach dem Auspacken in ausgewogene Archenemy-Partien für vier Spieler stürzen. Und es macht eine Menge Spaß, in die Rolle eines der rätselhaftesten und ältesten Schurken in Magic zu schlüpfen – und die Helden sind sicherlich auch toll.

Ich empfehle jedoch, dass ihr euch einfach kopfüber in das Flair stürzt. Gideon-Spieler rufen Einzeiler über Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. Nissa-Spieler schelten den Schurken für das Verderben des einst schönen Amonkhet, während sie ihr Bestes tun, die natürliche Ordnung der Welt wiederherzustellen. Chandra-Spieler schreien den Namen eines jeden Brandzaubers heraus, den sie spielen, und werfen ihn zornig auf den Gegner. (Macht Letzteres bitte nicht wirklich, ich will keinen Ärger.) Und natürlich muss Nicol Bolas selbstzufrieden keckern, wenn er jede Runde seine Intrigen aufdeckt, und spielt jeden Entfernungszauber mit kühlen, berechnenden Grinsen.

Hier klicken, um die Galerie der Intrigen aufzudecken

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