Commander Anthology

Veröffentlicht in Feature on 29. Mai 2017

Von Nicholas Wolfram

Nicholas Wolfram fell promptly in love with tabletop and video games when he was only two years old, and he has been writing about them since he figured out how words worked. Now he puts together words about Magic, which he started playing way back in 2000.

Es erscheint mir seltsam, dass es schon beinahe sechs Jahre her sein soll, dass die erstem fünf Commander-Decks in die Läden kamen, aber ich habe mich vergewissert – es ist wahr. Im Laufe der letzten sechs Jahre haben wir in den Commander-Sets eine Menge spannender Kommandeure kommen und gehen gesehen – mein persönlicher Favorit ist übrigens Atraxa, Stimme der Prätoren . . . ich finde Wucherung einfach toll! Commander Anthology vereint nun vier dieser Kommandeure zusammen mit ihren originalen Decks zu einem Gesamtpaket.

In der Box findet ihr vier Lebenspunktezähler für 100 Lebenspunkte und vier klassische Commander-Decks – eines aus jedem der ersten vier Jahre, in denen sie erschienen sind. Jedes dieser Decks bringt eine Foil-Kommandeurkarte und alle benötigten Spielsteine mit:

  • "Himmlisches Inferno“ mit Kaalia von der Weite (Commander)
  • „Ausweichmanöver“ mit Derevi, Himmlische Taktikerin (Commander, Edition 2013)
  • „Naturgesteuert“ mit Freyalise, Llanowars Zorn (Commander, Edition 2014)
  • „Plündere die Gräber“ mit Meren vom Klan Nel Toth (Commander, Edition 2015)

Wenn ihr mit diesen Decks nicht vertraut seid, dann lest einfach weiter – es sind ziemliche Leckerbissen dabei und ihr könnt euch auf Einiges gefasst machen. Wenn ihr schon wisst, was diese Kommandeure zu bieten haben, aber dennoch neugierig seid, wie sie sich letztlich gegeneinander schlagen, dann hab ich Neuigkeiten für euch. Naja, zumindest ein paar, denn keine zwei Partien Commander werden jemals genau gleich ablaufen. 

Himmlisches Inferno

Kaalia ist eine ziemliche Legende. Ich meine, ja, natürlich ist sie buchstäblich „legendär“, aber ihr Ansehen als Kommandeurin ist ziemlich hoch. Diese Klerikerin, ein Liebling der Fans, war sofort wegen ihrer irren Fähigkeit, jeden Engel, Dämonen oder Drachen (also drei der mächtigsten Kreaturentypen in Magic) beim Angriff von der Hand ins Spiel zu bringen, bei den Commander-Spielern beliebt, Und da sie fliegt, findet sie immer irgendjemanden, den sie gefahrlos angreifen kann.

An diesem Punkt fragen sich die meisten von euch sicherlich, wo der Haken ist – und das scheint mir vernünftig, denn auf der Karte selbst ist keiner zu finden. Aber wahrscheinlich habt ihr, während ihre eure schillernde, neue Kommandeurin bewundert habt, das riesige rote Fadenkreuz auf eurem Rücken übersehen, auf das all eure Gegner plötzlich starren. Sie werden es auf euch abgesehen haben. Knallhart. Eure Gegner haben keine Vorstellung davon, welche furchterregenden Bedrohungen auf eurer Hand lauern und so ist, was es sie betrifft, ein Auslösen von Kaalia schon eins zu viel. Glücklicherweise hat Kaalia das vorausgesehen und ein paar Tricks im Ärmel, um sicherzugehen, dass sie dieses eine entscheidende Auslösen, das sie braucht, um das Spiel an sich zu reißen, auch bekommt.

Neben ständigem Lebenspunktegewinn aus bleibenden Auslösern, variablem Schutz vor Farben und den mächtigen gezielten und Massenentfernungseffekten, die zu Mardu gehören, hat Kaalia viele Möglichkeiten, sich lange genug zurückzuziehen, bis sie ihre mächtige Brut jede Runde ausschicken kann. Sobald Kaalia ihren furchteinflößenden Angriff entfesselt, haben ihre Gegner nur wenig Zeit, sie aufzuhalten, bevor sie überrannt werden – es sei denn, sie haben selbst Einiges an trickreichen Antworten und Entfernungszaubern parat. „Himmlisches Inferno“ ist voll von schillernden Engeln, Dämonen und Drachen und es führt schon zu einem wahren Machtrausch, ein solches Deck ins Feld zu führen.

Ausweichmanöver

Jede Gruppe von Magicspielern braucht einen Kontrollspieler. Einen Spieler, der bereit und willens ist, eure Decks und Strategien auf die Probe zu stellen, willens, eure Board zu blockieren, um euch daran zu hindern, eure tolle Kombo anzufangen, bevor ihr es euch verdient habt, und willens, sicherzugehen, dass ihr artig um Erlaubnis bittet, bevor ihr . . . naja, irgendwas tut. Derevi ergeht sich zwar nicht in den Extremen von Kontrolldecks (obwohl er Kontrollmagie zu lieben scheint), aber als der einzige blaue Kommandeur im Set eignet er sich mehr als gut als unser „Kontrollkommandeur“ für Commander Anthology.

Mit Derevis Fähigkeit wird ein bisschen Ausweichen ziemlich mächtig und davon hat er mehr als genug. Mit einer Armee von Fliegern, einer Reihe von Tramplern und sogar einer Kreatur mit Reitkunst wird es euch nicht an Kreaturen mangeln, um die feindliche Verteidigung zu überwinden, eigene Kreaturen zu enttappen und gleichzeitig die Ressourcen des Gegners wenn nötig zu tappen. Und mit einer Armee von Kreaturen mit Tappen-Fähigkeiten im Rücken werden euch nie die verschiedenen strategischen Optionen ausgehen. Ob ihr nun auf Kartenvorteil, Kreaturenvorteil oder Kontrollvorteil aus seid – Derevi bringt alle Fähigkeiten mit, die ihr dazu braucht.

Trotz einer Vielzahl taktischer Vorteile, die dieses Arsenal an Fähigkeiten mit sich bringt, hat „Ausweichmanöver“ noch jede Menge mehr zu bieten. Fähigkeiten beim Ins-Spiel-Kommen waren schon immer bei Spielern beliebt (selbst vor der magischen modernen Ära des Panharmonikons) und es herrscht kein Mangel an Kreaturen mit solcherlei Fähigkeiten, die auf Derevis Schwingen herbeigeeilt kommen. Und dank der Flimmer-Fähigkeiten von Nebelwiesenhexe, Roon aus dem Verborgenen Reich und Flackernde Form könnt ihr diese Effekte sogar wiederholen. Mit all diesen Möglichkeiten ist Derevi zweifellos der Kommandeur für Spieler, die sich mit jeder Menge Mechaniken austoben wollen..

Naturgesteuert

Freyalise ist ein Charakter in Magic, den langjährige Spieler noch von Kartennamen und Anekdotentexten aus der Zeit von Eiszeit wiedererkennen werden. Sie ist berühmt als Planeswalker-Verteidigerin und Anführerin der Elfen Dominarias – besonders denen auf Fyndhorn und Llanowar. 2014 dann wurde sie schließlich (posthum) als einer der fünf Planeswalker auf einer Karte verewigt, die in Commander (Edition2014) als Kommandeure infrage kamen. Als Planeswalker repräsentiert Freyalise viele der Aspekte, die den Platz von Grün in der Farbpalette ausmachen: Zahllose Kreaturen (besonders Elfen), die Mana produzieren können, die Ablehnung des Unnatürlichen und Kartenvorteil durch Kreaturen. Um ihre Fähigkeit, Elfenspielsteine zu erzeugen, noch zu verstärken, blüht ihr Deck mit Karten, die Vorteile für Elfenstämme gewähren, besonders auf.

Freyalise erweitert ihre Elfenarmee auf einer klassischen beschleunigten grünen Manakurve. Schon früh hat sie Zugriff auf kleine aber mächtige Kreaturen und Manaquellen, die keine Länder sind. Weiterhin sorgen Landung und andere Fähigkeiten, die sich für Länder interessieren, für Vorteile, wenn ihr Länder ausspielt. Wenn das verfügbare Mana wächst, machen es mächtigere Bedrohungen wie Belagerungsbehemoth und Terastodon leicht, die Verteidigung des Gegners zu durchbrechen, während Kreaturen wie Kriegssänger aus Joraga eure frühen Streitkräfte weiterhin stärken. Gleichzeitig sorgen Tornadoelementar und andere Luftabwehrkarten dafür, dass ihr vor einer der größten Bedrohungen für Grün geschützt seid: Flieger.

In vielerlei Hinsicht ist „Naturgesteuert“ das quintessentielle grüne Deck. Zwischen kleinen Kreaturen, die größer werden, Manabeschleunigung, Flugabwehrkarten, Karten, die sich für Länder interessieren und sogar Karten, die etwas aus dem Friedhof zurückbringen, findet ihr in dem Deck all das wieder, wofür Grün bekannt ist. Von der ersten Runde an werdet ihr beständig wachsende Streitkräfte aufbauen, die eure Gegner sicher ins Schwitzen bringen – und Freyalise selbst sorgt dabei für die Vielseitigkeit, die ihr braucht, um die strategischen Engpässe zu überbrücken und euren Angriff aufzubauen. In den Händen des richtigen Spieler trampelt dieses Deck über alles hinweg, was die Gegner ins Feld führen.

Plündere die Gräber

Wenn Schwarz und Grün sich zusammentun, ist der Friedhof niemals das Ende für eine Kreatur. Wenn eure Gegner sich eurer Bedrohungen entledigen wollen, ist nur das Exil die Lösung. Meren vom Klan Nel Toth ist eine Kommandeurin, die sich darauf spezialisiert hat, dass, je mehr Kreaturen in eurem Friedhof landen, desto weniger auch dort bleiben werden. Und mit vielen mächtigen Opferfähigkeiten, Karten zum Selbst-Millen und Todesauslösern solltet ihr euch keine Sorgen machen müssen, euren Friedhof mit jeder Menge wiederkehrender Bedrohungen zu füllen. Und wenn ihr sie endlich wiederbelebt hat und nicht erneut opfern wollt, dann habt ihr dank einfacher Spielsteinerzeugung immer noch jede Menge Spielsteine zum Opfern.

Meren ist eine Kommandeurin, die sich auf Synergien konzentriert und ihr Deck hat jede Menge davon. Dank eines beständigen Stroms an Kreaturen, die zunächst recht bescheiden aussehen, scheint Meren zunächst harmlos. Im Verlauf des Spiels jedoch, wenn eure Diener stärker werden und sich weigern, tot zu bleiben, werden eure Gegner Mühe haben, mit den Kreaturen, die sowohl von eurer Hand als auch aus dem Friedhof ins Spiel kommen, mitzuhalten. Tatsächlich wird der Tod euren Angriff nur umso stärker werden lassen.

Mit „Plündere die Gräber“ wird der Tod zu eurer wertvollsten Ressource. Er kann eure Streitkräfte stärken, die Lebenspunkte der Gegner dezimieren oder noch mehr Kreaturen unter eurem Befehl erschaffen. Und wenn ihr euer Board richtig aufstellt, werden eure Gegner unter dem Tod eurer Kreaturen noch mehr leiden als ihr davon profitiert.

Eine erste Paarung

Viele von euch werden diese Decks zwar einzeln kennen, aber es ist unwahrscheinlich, dass ihr sie schon mal alle vier zusammen auf einem Schlachtfeld gesehen habt. Es ist üblich, dass Commander-Decks, die als Teil des gleichen Sets veröffentlicht wurden, sich im Spiel gegenüberstehen, aber vier Decks aus vier Jahren Commander in einem Spiel zu haben ist schon ziemlich ungewöhnlich. Wie also schlagen sie sich letztlich gegeneinander? Nun, das kann ein ziemlich wildes Aufeinandertreffen werden.

Gleich zu Anfang beginnen Freyalise und Kaalia, Bedrohungen aufzubauen und Lebenspunkte zu erhalten – nicht, dass sie noch mehr Hilfe dabei bräuchten, sich selbst zu Zielscheiben zu machen. Währenddessen führt Meren eine harmlos wirkende Reihe von Kreaturen ins Feld, die langsam immer größer werden, während Derevi versucht, die Streitkräfte Freyalises und Kaalias unter Kontrolle zu bekommen, bevor es zu spät ist. Es dauert jedoch nicht lange, bis Meren und Derevi ihre eigenen mächtigen Vorbereitungen abgeschlossen haben, die es dann ebenfalls aufzuhalten gilt, bevor sie das Spiel allzu schnell beenden. Auch Derevi hat wenig Mühe, Unfrieden zu stiften, indem er Kreaturenkontrolle auf dem Feld verteilt. Aber natürlich bedarf es nur eines Auslösens von Kaalia, um das Spiel vollends in Chaos zu stürzen . . .

Aber wie immer bei Commander laufen keine zwei Spiele auch nur annähernd gleich ab, wenn sich die gleichen vier Decks gegenüberstehen. Zwar mögen meine Spiele so angefangen haben, aber ich bin sicher, dass eure ebenso gut eine völlig andere Richtung einschlagen können. Welche das sein wird, kann ich unmöglich sagen, aber Commander Anthology wird zweifellos für ein weiteres spannendes Commander-Erlebnis sorgen.

Heavenly Inferno

Download Arena Decklist
COMMANDER: Kaalia of the Vast

Evasive Maneuvers

Download Arena Decklist
COMMANDER: Derevi, Empyrial Tactician
99 Karten

Guided by Nature

Download Arena Decklist
COMMANDER: Freyalise, Llanowar's Fury

Plunder the Graves

Download Arena Decklist
COMMANDER: Meren of Clan Nel Toth

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