X-Factor: Planeswalker

Veröffentlicht in Feature on 11. April 2017

Von Luis Scott-Vargas

Luis Scott-Vargas plays, writes, and makes videos about Magic. He has played on the Pro Tour for almost a decade, and between that and producing content for ChannelFireball, often has his hands full (of cards).

X markiert die Stelle – zumindest für unsere heutige Preview-Karte – und zeigt, wie loyal euer neuer Planeswalker genau sein wird. Das ist eine Neuheit, denn trotz der zahlreichen Planeswalker, die wir schon gesehen haben, ist dies der erste, der ein X in seinen Kosten hat. Und das ist spannend! Ein Planeswalker, den man für drei oder zehn Mana wirken kann, eröffnet schließlich eine völlig neue Dimension des Spielverhaltens und stellt auch dahingehend eine radikale Änderung dar, wie er sich in die Manakurve eures Decks einpassen lässt. In diesem Fall sprechen wir konkret übrigens über Nissa. Werfen wir doch also gemeinsam einen genaueren Blick auf Nissa, Hüterin der Elemente.

Dank dieses kleinen X in der oberen rechten Ecke passiert hier so viel mehr als auf einem gewöhnlichen Planeswalker! Bevor wir aber den Einfluss der Kosten genauer betrachten, schauen wir uns doch zunächst einmal Nissas Fähigkeiten an:

+2: Hellsicht 2.

Diese Fähigkeit erlaubt es euch, Nissas Loyalität schnell zu steigern, und sorgt zudem noch für einen echten Vorteil. Hellsicht 2 ist im frühen Teil der Partie nicht ganz so gut, wie eine Karte zu ziehen, doch sobald Länder keine Rolle mehr spielen, wird es dafür nur umso besser und erhöht die Konsistenz des Decks auf drastische Weise. Das ist eine mächtige Fähigkeit, die Nissa relativ schnell außer Gefahr bringt.

0: Schaue dir die oberste Karte deiner Bibliothek an. Falls es eine Länderkarte oder eine Kreaturenkarte mit umgewandelten Manakosten kleiner oder gleich der Anzahl an Loyalitätsmarken auf Nissa, Hüterin der Elemente, ist, kannst du die Karte ins Spiel bringen.

Nun, das ist eine spannende Fähigkeit. Wenn die Karte kein Land oder keine Kreatur ist oder ihre Kosten zu hoch sind, dann bleibt sie einfach, wo sie ist. Das ist ärgerlich. Daher solltet ihr darauf achten, jede Menge Kreaturen im Deck zu haben, besonders solche, die nicht allzu teuer sind. Der Vorteil ist jedoch beachtlich: Ein zusätzliches Land ins Spiel zu bringen oder eine Karte für drei oder vier Mana umsonst zu bekommen, ist schon ziemlich mächtig. Diese Fähigkeit belohnt dich für eine hohe Loyalität und lässt sich sogar mit der ersten Fähigkeit kombinieren. Ein Land respektive eine Kreatur als Zweites oben auf die Bibliothek zu legen, zu ziehen und genau zu wissen, was man erwischt, ist schon nicht zu verachten. Rechnet damit, dass Nissa-Spieler viele Strategien fahren werden, bei denen es um die zwei obersten Karten geht, und fürchtet euch vor dem, was das bedeuten könnte.

-6: Enttappe bis zu zwei Länder deiner Wahl, die du kontrollierst. Sie werden bis zum Ende des Zuges zu 5/5 Elementarwesen-Kreaturen mit Flugfähigkeit und Eile. Sie sind noch immer Länder.

Da Nissa mit ausreichend Mana ihre ultimative Fähigkeit sofort einsetzen kann, hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie partieentscheidend ausfallen wird wie etwa bei Ajani dem Rächer oder Nicol Bolas. Sie ist jedoch dennoch ziemlich mächtig. Für acht Mana kann Nissa sofort mit zehn Punkten zuschlagen und jedes Deck, in dem sie vorkommt, kann damit drohen, die Partie auf diese Weise zu beenden. Dass die Elementare fliegen, verdeutlicht den Blauanteil in Nissa und macht sie wesentlich bedrohlicher, als sie es normalerweise wären. Auch kann Nissa leicht andere Planeswalker töten und ist dank dieser Fähigkeit eine deutlich aggressivere Karte. Immerhin verteidigen sie ihre Elementare nicht mehr, wie einige ihrer früherer Inkarnationen das taten.

X-zellenter Wert

Kehren wir zurück zu Nissas Kosten. Hier fallen das X plus ein grünes und ein blaues Mana an, wodurch sie sich sehr viel anders als jeder andere Planeswalker spielt. Früh in der Partie wird es recht üblich sein, sie für drei Mana auszuspielen und ihre Loyalität sofort auf fünf zu erhöhen. So bereitet man den Einsatz ihrer 0-Fähigkeit in der nächsten Runde vor, und zwar besonders dann, wenn man beide wichtige Karten oben auf die Bibliothek gelegt hat. So kann sie außerdem sehr schnell auf ihre ultimative Fähigkeit hinarbeiten. Später in der Partie, wenn man sie für fünf oder sechs Mana spielt, kann man ihre 0-Fähigkeit sofort nutzen und versuchen, etwas Gutes herauszufischen, insbesondere in solchen Fällen, in denen man einen Verteidiger braucht. Sobald ihr ins Lategame kommt, solltet ihr sie aufheben, bis ihr acht oder mehr Mana ausgeben und somit gleich ihre ultimative Fähigkeit einsetzen könnt. Das sind eine Menge verschiedener Spielweisen für eine Karte – und das nur dank ihrer Kosten.

Ich freue mich schon darauf, endlich zu sehen, wo Nissa landen wird, wobei ihre größte Einschränkung ganz klar die hohe Zahl an Kreaturen in einem Deck ist, nach der sie verlangt. Hinsichtlich der Manaversorgung ist sie jedoch wenig anspruchsvoll. Die entscheidende Frage wird also sein, wie oft ihre 0-Fähigkeit erfolgreich eingesetzt werden kann. Das sorgt für eine Menge Optionen, und Nissa ist mächtig genug, dass es sich lohnt, um sie herum ein Deck anzulegen.

LSV

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