Dominaria Draft-Artikel

Veröffentlicht in How to Play Limited on 23. April 2018

Von Marshall Sutcliffe

Marshall came back to Magic after discovering Limited and never looked back. He hosts the Limited Resources podcast and does Grand Prix and Pro Tour video commentary.

Sicher hast du uns schon einmal gesehen.

Die Gruppe Magic-Spieler, die im Spieleladen deines Vertrauens im Kreis sitzt, Boosterpackungen aufreißt und Karten herumreicht.

Wir sind Drafter.

Und du solltest es auch mal ausprobieren.

Drafts sind einfach die beste, unterhaltsamste und spannendste Art, Magic zu spielen. Jeder, der es einmal ausprobiert hat, verliebt sich sofort darin – sicher wird es dir auch so gehen.

Vielleicht bist du ein Spieler der ersten Stunde, der davon gehört hat, dass es wieder nach Dominaria geht, und findest, dass das eine gute Gelegenheit wäre, mal wieder Magic zu spielen. Vielleicht hast du auch schon lange ein Magic-Deck, dich bisher aber noch nicht wirklich an Drafts herangetraut. Oder du bist ein ganz neuer Spieler, der noch keinen Draft erlebt hat, aber gerne herausfinden möchte, wie so ein Draft abläuft und ob es etwas für dich wäre.

Eines solltest du auf jeden Fall wissen: Drafts sind einfacher als du denkst!

Manche lassen Drafts unendlich kompliziert klingen, aber eigentlich sind Drafts sogar für relativ neue Spieler einfach und sehr unterhaltsam.

Es stimmt schon, Draft ist das tiefgründigste, komplexeste und interessanteste Format von Magic. Ich habe inzwischen schon seit neun Jahren einen Podcast namens Limited Resources, bei dem sich im Grunde alles ums Draften dreht! Es gibt also wirklich viel zu entdecken.

Aber auch wenn es eine Lebensaufgabe ist, ein richtig guter Drafter zu werden, ist der Einstieg wirklich nicht schwer.

Und genau darüber wollen wir heute reden: über die ersten Schritte, die nötig sind, um das beste Format aller Zeiten richtig genießen zu können.

Mache den ersten Schritt

Hier beginnen meist die Probleme.

Jemand im Spieleladen erklärt dir, dass du nacheinander drei Magic-Boosterpackungen öffnen wirst. Du sollst jeweils eine Karte aus der Boosterpackung auswählen und die restlichen Karten deiner ersten Boosterpackung an deinen linken Nachbarn weitergeben. Bei der zweiten Boosterpackung gibst du die restlichen Karten dann deinem rechten Nachbarn. Die dritte Boosterpackung geht wieder nach Links, genau wie die erste. Dann sollst du mit den gedrafteten Karten und beliebig vielen Standardländern ein 40-Karten-Deck erstellen. Vielleicht gibt es noch einen Tipp, welche Karten besonders begehrt sind und als erstes gedraftet werden sollten. Vielleicht auch nicht.

Du bist smart. Du kapierst das alles. Und die Kleinigkeiten, die dir vielleicht nicht sofort klar sind, verstehst du sicher auch ganz bald. Es wird dir schnell sehr vertraut vorkommen.

Aber dann beginnt der schreckenerregende Teil.

Du setzt dich hin und siehst dich ganz allein 14 Karten gegenüber, von denen du eine aussuchen musst.

Gesegnetes Licht | Illustration von Anthony Palumbo

Was, wenn ich die falsche aussuche? Was, wenn ich das alles falsch mache und nachher alle sauer auf mich sind? Wie soll ich auch nur annäherungsweise wissen, was ich auswählen soll? Und dann muss ich das nochmal und nochmal machen?

Vergiss es, denkst du dir wahrscheinlich. Das ist viel zu kompliziert, ich bleibe einfach bei meinem mono-grünen Standarddeck.

Ehrlich, ich kann dich gut verstehen. Es scheint überwältigend, immer wieder solche Entscheidungen treffen zu müssen.

Es klingt richtiggehend nach anstrengender Arbeit, wenn man so darüber nachdenkt.

Aber ich habe gute Neuigkeiten: es ist nicht annähernd so kompliziert wie es scheint!

Lass es mich erklären.

Ja, es gibt, jedenfalls abstrakt betrachtet, meist „richtige“ und „falsche“ Entscheidungen. Aber es gibt dabei nicht nur Schwarz und Weiß, sondern eine ganze Menge Grautöne. Solange du nicht völlig auf Abwege gerätst, kann auch eine „schlechte“ Entscheidung noch fast so gut sein wie die „richtige“ Entscheidung.

Welche dieser Karten ist „besser“? Wie sollst du das so genau wissen?

Ich will damit sagen, dass man selten wirklich vollkommen daneben liegt. Und Drafts machen ja unter anderem deswegen so viel Spaß, weil man Neues erkunden und ausprobieren kann. Wenn du sowieso keine allzu großen Fehler machen kannst und es in Ordnung ist, Neues auszuprobieren, was hast du dann schon zu verlieren?

Hier sind meine Tipps für die ersten paar Karten bei einem Draft: Nimm einfach die Karten, die dir mächtig und interessant erscheinen. Vielleicht ist es eine schicke sagenhaft seltene Karte oder einfach eine coole häufige Karte, die dir spannend vorkommt. Vielleicht ist es ein nützlicher Entfernungszauber, eine praktische fliegende Kreatur oder irgendetwas anderes.

Such dir einfach die Karten aus, die dich am meisten ansprechen. Nachdem du dir ein paar ausgesucht hast, kannst du langsam versuchen, dich auf zwei Farben zu konzentrieren.

Ich weiß, was du jetzt denkst.

Du denkst: „Ja klar, ein oder zwei Karten sind ja kein Problem, aber bei einem Draft muss ich ja noch viel mehr aussuchen! Wie soll ich immer wieder die richtige Entscheidung treffen?“

Das ist ja das Schöne daran: Je weiter der Draft voranschreitet, desto leichter fällt die Auswahl!

Nach ungefähr der Hälfte der ersten Boosterpackung hast du dich wahrscheinlich für zwei Farben entschieden. Ab jetzt sind das deine Farben, und alle anderen Farben von Magic müssen dich nicht kümmern.

Statt also einen Stapel mit neun verschiedenen Karten anzusehen, aus denen du eine auswählen musst, hast du eigentlich nur die Wahl zwischen zwei Karten (denen in deinen Farben).

Nachdem die erste Boosterpackung aufgebraucht ist, öffnest du die zweite. Jetzt stehen wieder 14 Karten zur Auswahl, aber nur drei oder vier davon haben die richtigen Farben, sodass du die anderen einfach ignorieren kannst. Ganz einfach!

Du denkst jetzt sicherlich: Aber jemand hat mir etwas von Signalen erzählt? Und was hat es mit diesem „BREAD“ auf sich, von dem ich gehört habe? Und was soll dieses „eine Farbe cutten“ eigentlich bedeuten?

Ich will ganz ehrlich sein: Es gibt Millionen verschiedener Strategien und Überlegungen, die man beachten muss, wenn man ein großartiger Drafter werden will. Aber es ist zunächst viel wichtiger, überhaupt an den Punkt zu gelangen, an dem du diese wirklich verstehen kannst. Das muss nicht alles in deinem allerersten Draft geklärt werden.

Kümmere dich erst einmal nicht darum.

Unterm Strich

Kümmere dich zunächst vor allem um Folgendes:

Suche dir Karten aus, mit denen du spielen möchtest.

Beschränke dich auf zwei Farben.

Spiele mit 17 Ländern und 23 Zaubersprüchen. (Ja, auch Kreaturen sind Zaubersprüche.)

Kreaturen sind in Limited am allerwichtigsten, also pass auf, dass du genug davon hast. 15 ist ein guter Richtwert.

Hier sind einige gute häufige Kreaturen aus Dominaria als Beispiel:

  • Keldonische Plünderin
  • Todesblüten-Thallid
  • Wolkenleser-Sphinx
  • Tafelberg-Einhorn
  • Baloth-Verschlinger

Das zweitwichtigste in Limited ist, dass man Möglichkeiten braucht, das Allerwichtigste in Limited zu beseitigen. Ich rede hier von Entfernungszaubern.

Halte die Augen offen nach Karten wie diesen:

Sicher erzählt dir auch jemand etwas von der Manakurve. Es gibt verschiedene Empfehlungen, wie viele Karten mit den jeweiligen umgewandelten Manakosten eine „gute Manakurve“ ausmacht.

Das lernst du alles mit der Zeit. Am Anfang ist es vor allem wichtig, dass du nicht haufenweise teure Karten (mit Manakosten von vier oder mehr) und nur sehr wenige kostengünstigere Karten draftest. Wenn du darauf achtest, von allem etwas zu haben, passt das schon.

Hier noch ein weiterer Tipp: Sollte es dir schwerfallen, dich zwischen zwei Karten zu entscheiden, die dir etwa gleich stark vorkommen, dann nimm die Karte mit den geringeren Manakosten.

Sagen wir zum Beispiel, dass du dich für Schwarz und Weiß entschieden hast. Irgendwann in der dritten Boosterpackung stehst du vor der Entscheidung zwischen den folgenden Karten:

Nimm im Zweifel einfach den Avior-Wachposten und weiter geht's. Denke immer daran, dass eine einzelne Entscheidung deinen Draft nicht gleich ruinieren wird. Du brauchst dir also keine allzu großen Sorgen machen, wenn du glaubst, einmal die falsche Entscheidung getroffen zu haben.

Probier es aus

Ich habe noch nie einen neuen Drafter gesehen, der seine Entscheidung, es einfach mal auszuprobieren, bereut hätte. Es gibt natürlich immer noch mehr zu lernen, aber für viele ist der Einstieg am schwersten.

Boosterdrafts sind bereits seit zehn Jahren ein wichtiger Teil meines Lebens und meiner Freizeit, und ich bin ganz sicher, dass sie mich zu einem glücklicheren Menschen gemacht haben. Sie gehören zu den lustigsten und interessantesten Hirnsportarten, werden nie langweilig und es gibt immer Neues zu entdecken und zu lernen.

Glaub mir: es ist nicht so schwer, wie du denkst, und es lohnt sich wirklich.

Probier es einfach mal aus! Und lass mich wissen, wie es läuft!

@Marshall_LR

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