Episode 2: Lektionen

Veröffentlicht in Magic Story on 31. März 2021

Von Adana Washington

Adana Washington is a creative workaholic. More specifically, she is a writer, tarot reader, and aspiring game developer. She's the creator of the Kinetic Tarot Deck and the author of a few books.

Tavver wusste nicht, wie lange er schon in dem beengten Tunnel unter dem Biblioplex wartete – Stunden sicherlich, obgleich es sich wesentlich länger anfühlte. Er fühlte sich nicht sicher dabei, sich bei Tage zu bewegen. Irgendwann musste er aus dem unterirdischen Gang auftauchen und die Kluft durchqueren, die die Schule von den umliegenden Wäldern trennte. Danach würde er sich weitestgehend im Schutz der Bäume verbergen können, doch selbst dies war kein Garant dafür, nicht gesehen zu werden. Immerhin war dies eine Schule voller Magier – verflucht sollte das alles sein! Die besten Magier auf ganz Arcavios – egal, was die anderen Oriq über diese verwöhnten Gören sagen mochten. Und was, wenn einer der Gründer zufällig über ihn hinwegflog? Er hatte kein Interesse daran, sich von Drachenfeuer einäschern zu lassen. Nein. Tavver hatte sich schon immer als Pragmatiker betrachtet, Also wartete er ganz pragmatisch bis zum Einbruch der Nacht.

Die Aussicht, Extus erneut gegenüberzutreten, bereitete ihm nur wenig Vergnügen. Nicht, nachdem seine Mission gescheitert war, aber darüber würde er sich Gedanken machen, wenn er lebend hier rauskam. Tavver hatte in den violetten Augen dieser Professorin wahre Dunkelheit gesehen. Sie hatte vorgehabt, ihn zu töten – und wofür wäre er dann gestorben? Dafür, dass Extus irgendein staubiges Buch haben konnte, an das er sich aus einer Zeit erinnerte, die wer weiß schon wie viele Jahre zurücklag?

Bei Einbruch der Nacht würde er endlich die beschwerliche Rückreise durch den Wald und über die felsigen Steilhänge antreten können. Es versprach, eine lange Nacht zu werden.


Drei Wochen zuvor, noch bevor Lukka den Oriq-Magiern begegnet war – noch bevor sie ihn entführt hatten, um genau zu sein –, blinzelte er ins Licht. Sein Magen rumorte noch immer vom Reisen zwischen den Welten. Das war nie ein angenehmes Gefühl. Am anderen Ende der grasigen Ebene vor ihm lag ein kleines Dorf. Er konnte ein paar Leute ihrem Tagewerk nachgehen sehen: Eine Frau wedelte mit den Händen über einer Ackerfurche und murmelte einen Wachstumszauber, während eine andere etwas, was wie ein Schlammkonstrukt aussah, dazu anwies, einen Pflug über ein Feld zu ziehen.

Er schlenderte durch die ungepflasterten Straßen, bis ihn der Geruch nach Essen in ein Gasthaus lockte. Ungeachtet des Starrens und Flüsterns der Leute, die an klobigen Holztischen saßen, ließ Lukka sich am Tresen nieder.

„Suchst du nach etwas, Fremder?“, fragte der Wirt, ein rundlicher Mann mit einem Schopf drahtigen, lockigen Haares.

„Eine warme Mahlzeit“, sagte Lukka. Der Wirt zögerte, als wollte er etwas erwidern, nickte dann und bewegte sich auf die Küche zu.

„Solche Kleidung hab ich noch nie gesehen“, sagte eine Stimme hinter Lukka. „Du kommst nicht von hier, was?“

Er drehte sich um. Ein hochgewachsener Mann in derselben groben Kleidung wie der Rest der Dörfler war von seinem Tisch aufgestanden und zu ihm herübergekommen.

„Nein“, sagte Lukka und wandte sich ab. „Wohl nicht.“

„Weißt du, wem man nachsagt, sich seltsam zu kleiden und zu benehmen? Wer durch kleine Städte wie unsere kommt, um Leute anzuwerben? Die Oriq“, sagte der Mann hinter ihm mit einer Stimme, die alles andere als freundlich war.

„Ich weiß nicht, wovon du redest.“

„Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Also. Woher kommst du?“

Lukka hielt den Blick starr geradeaus gerichtet und machte sich nicht einmal die Mühe, den vorlauten Mann anzusehen. „Es würde dir nichts sagen.“

Er hörte, wie der Mann mit den Zähnen knirschte. Der Wirt war noch immer nicht aus der Küche zurückgekehrt. Lukka begann zu bezweifeln, dass er es jemals würde.

„Also gut, Oriq. Ich glaube, ich habe genug gehört. Wir mögen hier keine Fremden, die sich einmischen oder den Frieden stören wollen. Wären wir eine richtige Stadt, würden wir uns an den nächsten Drachengardisten wenden, der am wenigsten zu tun hat, damit er das mit dir regelt. Aber wir sind nur ein kleines Bauerndorf. Also kümmern wir uns selbst um Fremde.“

Lukka spürte den Strom der Magie mehr, als dass er ihn sah: Der Mann begann einen Zauber. Ist jeder auf dieser Welt ein verdammter Magier? Er drehte sich um und rammte mit einer behänden Bewegung seine Faust gegen den Kiefer des Mannes. Der Dörfler sackte zusammen, und die zarte Magie um eine seiner Hände löste sich auf. Lukka hatte einen Augenblick Zeit, um zu Atem zu kommen, ehe ein weiterer Mann durch die Tür der Schänke brach. Ein Ball aus Feuer schwebte über seiner ausgestreckten Hand. Lukka gelang es, sich einige Schritte zu entfernen, ehe der Feuerball an der Rückseite seines Mantels zerplatzte und ihn durch die Scheibe eines Fensters in der Nähe auf die Straße schleuderte.

Der Gestank verbrannten Leders stieg ihm in die Nase und vermengte sich mit den sengenden Schmerzen quer über seine Schultern. Lukka schnaubte und tastete sich mit seinem Verstand durch das ganze Dorf, auf der Suche nach jedem verwundbaren Geist, dessen er habhaft werden konnte. Er rief nach ihnen und rappelte sich auf.

Der Feuerballwerfer hatte die Schänke verlassen. Draußen gesellten sich zwei weitere stämmig aussehende Dorfbewohner zu ihm. „Wo sind deine Freunde? Wir wissen, dass ihr Oriq-Abschaum immer in Rudeln unterwegs seid.“

„Ach, die werden jeden Augenblick hier eintreffen“, sagte Lukka.

Der Mann hob die Hand und begann, sie erneut mit Feuer zu füllen. Bevor er damit fertig wurde, sprang ein Hund durch die Luft und grub ihm die blitzenden Zähne in den Arm. Der Mann schrie auf, und die Flammen erstarben, während er versuchte, sich zu befreien. Gerade hatte er den Arm frei gerungen, als ein Pferd auf ihn losstürmte. Er und seine Kumpane sprangen aus dem Weg, doch das Pferd, angespornt von Lukkas Zorn, setzte ihnen nach. Es bäumte sich auf und ließ dann seine Hufe niederfahren.

Lukkas Grinsen erstarb, als Hunger durch seinen Magen schoss. Er stolperte die Straße entlang, während sein Verstand beiläufig dem Kampf gegen die Tiere folgte, bis der Lärm hinter ihm leiser wurde.


Für gewöhnlich, sinnierte Liliana, begab sich niemand freiwillig in das Versteck eines Drachen. Oder wenn doch, dann nur mit Todessehnsucht oder sehr scharfen Klingen. Sie hatte weder das eine noch das andere, als sie sich jener verwilderten Grotte näherte, in der Beledros Blütenwelk sich ihr Zuhause eingerichtet hatte. Alles, was Liliana dabeihatte, waren Fragen, die Antworten bedurften.

Sie schob einen tief hängenden Zweig beiseite und versuchte, so viel Lärm wie möglich zu machen. Sich an einen Drachen anzuschleichen, war eine noch viel schlechtere Idee, als einen zu besuchen. Das Nest – ein breiter Flecken flach auf den Boden gepressten Gebüschs – war jedoch leer. Liliana fühlte sich eigenartig erleichtert. Nicol Bolas ist fort. Wovor fürchte ich mich denn nur?

Das Versteck war von Bäumen mit dunklen Blättern umgeben, die sich wie düstere Gestalten über die Senke im Boden beugten. Der Geruch nach Verfall vermengte sich mit dem von frischer Erde, doch Liliana wusste, dass Beledros eine beeindruckende Sammlung arkaner Schriften verborgen hielt. Leuchtende Kugeln verschiedener Größe waren in gewaltige Gebilde aus Wurzeln gebettet und schützten ihren Inhalt vor der feuchten Luft. Vielleicht gab es etwas in den Büchern und Schriftrollen, was ihr helfen konnte, Gideon zurückzubringen. Vorsichtig darauf bedacht, nicht in dem dicken Schlamm darunter zu versinken, spähte Liliana in eine der Kugeln.

Sie war bei der fünften Kugel angelangt, als das Geräusch von Flügelschlägen ihren Blick zum Himmel lenkte. Liliana holte tief Atem und dachte daran, ihre Professorinnenrobe zurechtzurücken, als Beledros Blütenwelks Schatten über sie hinwegglitt.

Bild von: Raymond Swanland

Beledros kreiste zweimal über der Stelle, ehe sie mit einem markerschütternden Beben landete. Sie faltete die schwarzgefiederten Schwingen, während sie Liliana aus ihren unheimlichen, hellen Augen musterte. „Tavia mag bisweilen etwas raubeinig sein, aber sicherlich ist der Umgang mit ihm nicht so mühsam wie die beschwerliche Reise hierher, Professorin.“

„Was ich brauche, ist nichts, wobei mir der Direktor helfen kann.“

Beledros warf Liliana einen, wie sie fand, neugierigen Blick zu.

„Ich habe einige Ihrer Arbeiten über ätherische Wiederverkörperung gefunden.“ Liliana zog ein spitzes Metallstück aus der Tasche. Es war das Einzige, was sie von Gideon besaß: die Spitze einer der Klingen seines Surals. „Was wäre nötig, damit solche Methoden bei Menschen wirkten?“

Beledros gab einen grollenden Laut von sich, der den Boden unter ihr erzittern ließ. „Dies riecht mir nach einer gefährlichen Art der Einmischung. Manche Fragen bleiben besser unbeantwortet.“

„Ich bin nicht wegen einer Vorlesung hier. Ich möchte eine einfache Antwort.“

„Wenn es um Äther geht, gibt es keine einfachen Antworten.“ Beledros schritt an Liliana vorbei und machte sich zu einem tiefer gelegenen Absatz an der Seite des Kraters auf. Sie drehte sich um, legte sich hin und schlang den Schwanz um ihren gewaltigen Körper. „Sie sprechen von der Essenz des Lebens. Sie kann nicht herbeigerufen werden wie ein Haustier. Wiederbelebung – anders als niederere Formen der Nekromantie, müssen Sie verstehen – ist verteufelt knifflig. Selbst für mich.“

Liliana knirschte mit den Zähnen. „Und was ist mit dem Kind von Professor Wiesenfjell?“

Die Drachin wurde still, jedes Auge ein bodenloser Abgrund. „Nein. Das waretwas, was ich nicht wiederholt sehen will. Um unser aller willen.“

„Ich bin keine verirrte Studentin, Beledros.“ Liliana trat mit Gideons kalter Klinge in der Hand auf die Drachin zu. „Sie müssen mich weder verhätscheln noch beschützen.“

„Vielleicht nicht“, sagte Beledros. „Doch Sie wären es gar nicht, die ich beschützte.“

„Was kümmern Sie die Menschen? Ich schätze, Ihnen erscheinen sie als wenig mehr als Insekten. Seit Jahren hat ohnehin keiner der Gründer mehr die Universität betreten.“

Die Drachin drehte den Kopf und schloss mit schweren Lidern die riesigen Augen. „Die Dekane sind mehr als fähig, Ruhe und Ordnung zu wahren. Ebenso wie die Drachengarde und das Orakel.“ Sie stieß ein leises Kichern aus, das die Schicht aus verwelkendem Laub und Mulch unter ihnen aufrührte. „Selbst die Urzeitwesen tun ihren Teil.“

Lilianas Nägel gruben sich in ihre Handfläche. Die Drachin musste mehr wissen, als sie zugeben wollte. Und dies war ihre letzte Hoffnung. Gideons letzte Hoffnung. „Bitte. Er hat meinen Tod auf sich genommen. Helfen Sie mir, ihm sein Leben zurückzugeben.“

Beledros hob ein Augenlid und sah sie einen Moment lang an. Der Wind heulte über die Wände des Kraters und fuhr in die dunklen Bäume um das Versteck herum. Schließlich schloss sie ihr Auge wieder. „Das kann ich nicht.“

Ein stechender Schmerz in Lilianas Hand verriet ihr, dass sie das Suralstück etwas zu fest umklammert hatte. Sie starrte auf ihre blutende Handfläche herab und versuchte, den Sturm ihrer Gefühle zu besänftigen. Dies war kein Kampf, den sie mit Gewalt oder durch bloße Willenskraft gewinnen konnte. Liliana steckte das Klingenstück zurück in die Tasche und wandte sich zum Gehen. Sie hatte den Krater schon halb erklommen, als Beledros sprach.

„Manchmal kann der Schmerz unerträglich sein. Doch letztlich zeigt sich, wie wir die Toten ehren, in der Art, wie wir die Lebenden behandeln.“

Liliana sah zurück, doch die Drachin war noch immer an der Seite des Kraters zusammengerollt und schlummerte langsam ein.


Lukka stolperte, während er sich über einen Vorsprung entlang einer felsigen Kante am Rand einer Steilwand bewegte. Tief unter ihm klammerten sich kurzes Gras und dürre Bäume verzweifelt ans Leben. Sein Hunger war nur schlimmer geworden, und mit jedem zögerlichen Schritt zog sich sein Magen mehr und mehr zusammen. Die wenige Nahrung, die er hatte auftreiben können, war längst verzehrt, und das Wasser war ihm vor Stunden ausgegangen.

Bild von: Kieran Yanner

Plötzlich gab der Vorsprung unter ihm nach und zerfiel zu losem Geröll. Lukka schrie auf, als sein Knöchel sich verdrehte. Er warf die Hände in die Luft, griff nach irgendetwas, was ihn vor dem tiefen Fall bewahren konnte, und seine Finger fanden die Kante eines scharfen, flachen Steins. Zähneknirschend zog er sich an der Steilwand hinauf. Seine Beine suchten fieberhaft nach Halt, und endlich wuchtete er sich zurück auf den flachen, felsigen Untergrund. Gefühlte Ewigkeiten lag er da. Seine Lungen brannten, während er gierig Luft einsog.

Der Gedanke an sein beinahes Ableben verblasste, als sein Blick an dem Stein, der ihn gerettet hatte, hängen blieb. Er schwebte in der Luft, und das ihm zugewandte Ende war glatt und geschwungen. Lukka stand auf und bemerkte mehr und mehr dieser eigenartigen Felsen, die am Rand der Steilwand in der Luft hingen. Gemeinsam bildeten sie einen Halbkreis, als wäre der Rest von ihnen irgendwo in der Steilwand selbst verschollen.

Ein leises Geräusch erregte Lukkas Aufmerksamkeit. Er spannte sich an, bereit, sich zu verteidigen, doch als es erneut erklang, erschien es ihm eher mitleiderregend, sanft und schwach.

Lukka folgte ihm zu einem Steinhaufen. Er sank auf die Knie und schob einen der Steine beiseite. Ein goldenes Augenpaar blickte ihn an. Das Geschöpf stieß ein jämmerliches Fiepen aus und blinzelte im Licht. Als Lukka die übrigen Steine aus dem Weg räumte, sah er graues Fell, das so schmutzig war, dass das Fleckenmuster am Rücken sich kaum erkennen ließ. Eine lange, klaffende Wunde zog sich über die Schnauze der Kreatur, und etwas hatte ihr einen Teil eines ihrer spitzen, schwarzen Ohren abgebissen.

Als es sich endlich befreit hatte, hinkte das fuchsartige Geschöpf an den Steinen vorbei, die Lukka bewegt hatte, und vergrößerte den Abstand zwischen ihnen. Schwerfällig plumpste Lukka zu Boden, als ihm die Beine nachgaben. Er fühlte sich schwach. „Nun geh schon. Lauf weg.“

Die Füchsin drehte sich um und huschte um eine Biegung in der Steilwand davon, gerade als Lukka das Bewusstsein schwand.

Als er erwachte, war das Erste, was er spürte, ihre Gegenwart. Er regte sich nicht und öffnete langsam nur ein Auge. Sie hockte auf den Hinterläufen, ein paar Schritte von ihm entfernt, und starrte ihn an. Dann zuckte ihr Blick zum Boden neben ihm.

Lukka folgte ihm. Ein Haufen Nüsse und Beeren lag neben seinem Bein. „Danke.“

Die Füchsin spannte sich an und richtete sich auf alle viere auf.

Lukka begann, eine Hand zu heben, und hielt sich dann davon ab. Er starrte die Füchsin an. Die Stille weitete sich aus, als die erste Sonne in der Ferne aufzugehen begann. Schließlich holte Lukka tief Luft und nutzte seine Bynder-Sinne.

Die warme Berührung von Fell liebkoste seinen Verstand, als sich das Band zwischen ihnen festigte. Es war eine Weile her, dass er seine sanftere Magie eingesetzt hatte – nicht zum Erhalt eines Dieners, sondern zu dem eines Gefährten. Ihm war nicht einmal aufgefallen, wie sehr er es vermisst hatte.

Bild von: Kieran Yanner

Liliana stieß sich von der Seite der hoch aufragenden metallenen Fackel ab und setzte ihren Weg nach Strixhaven mit leeren Händen fort. Zu diesem Zeitpunkt war sie nun schon seit Tagen unterwegs: Tagen voller Klassen, die keinen Unterricht erhalten hatten, Besprechungen, denen sie ferngeblieben war, und anderen unerfüllten Professorinnenpflichten. Nach Beledros’ Weigerung, ihr zu helfen, war sie Gerüchten über ein Urzeitwesen in den Ruinen Caerdoons gefolgt. Doch sie hatte keinen gewaltigen, mystischen Riesen voller arkaner Geheimnisse gefunden. Tatsächlich hatte sie überhaupt nichts gefunden. Es war alles umsonst gewesen – und nun würden die anderen Professoren ihr Fragen stellen. Oder schlimmer noch: die Dekane Valentin und Lisette.

In der Ferne schrie ein Tier. Der gequälte Laut kam von irgendwo vor ihr, abseits des Pfades. Liliana konnte jedoch nicht durch das dichte Blätterdach hindurchsehen. Geduckt trat sie ins Unterholz.

Auf einer Lichtung unweit des Pfades standen sieben Gestalten in einem Kreis. Purpurfarbene Magie strömte um ihre ausgestreckten Hände – die gleiche Farbe wie das Licht, das ihnen in rauchigen Schwaden um die Masken waberte. Liliana drückte sich gegen den knorrigen Stamm eines alten Baumes und beobachtete, wie die Gruppe von Agenten der Oriq einen großen, weißen Hirsch umzingelte.

Das Tier blökte, bäumte sich auf und schlug mit den Hufen nach einem der Agenten. Eine Gestalt taumelte zurück, die anderen jedoch drängten weiter vor und zwangen das Tier in Richtung einer geöffneten Metallkiste, die hinter ihm stand. Stück für Stück wich der Hirsch in die Kiste zurück, während seine Schreie durch die Luft gellten und dann scharf abgeschnitten wurden, als die Tür der Kiste zuschlug.

Schweigend und reglos sah Liliana zu, wie man den gefangenen Hirsch auf einen Wagen in der Nähe lud. Irgendwann verklang das Quietschen der Wagenräder in der Ferne.


In der Ferne konnte Lukka gekräuselte Rauchschwaden aus einem Schornstein irgendwo jenseits des Graslandes ausmachen. An einem anderen Ort, auf einer anderen Welt, hätte er Erleichterung verspürt. Endlich ein Ort, an dem er sich ausruhen konnte. Endlich ein Ort, an dem eine anständige Mahlzeit zu finden war, ohne dass er Kaninchen mittels Gedankenkontrolle dazu bringen musste, ihm zu erlauben, ihnen das Genick zu brechen. Doch er wusste, dass er hier, auf Arcavios, mit demselben Misstrauen behandelt werden würde wie überall sonst. Die Menschen dieser Welt hassten alles Neue und alles, was sie nicht verstanden. Wie diese Oriq, diese maskierten Magier, die Zauber wirkten, die von den „Fakultäten Strixhavens verboten worden waren“. Was auch immer das bedeutete. Jeder Dorfbewohner schien zu glauben, dass sich unter seinem Bett ein Agent der Oriq versteckte. In gewisser Weise erinnerte ihn das an Zuhause. An die Blicke von General Kudro, als Lukka ihm zum ersten Mal seine Bynder-Magie vorgeführt hatte. Dies war ein Ort, der von Furcht regiert wurde.

Der Klang erhobener Stimmen riss Lukka aus seinen Gedanken. Er folgte ihm zur anderen Seite einer Hügelkuppe. Unter sich sah er eine Frau in makellosen Roben gegenüber einer Gruppe maskierter Gestalten. Feine, purpurfarbene Rauchschwaden waberten und tanzten über ihre vermummten Konturen: Sie alle trugen Kapuzen, die ihre Silhouette fremdartig und unmenschlich erscheinen ließen.

Die Frau indes wirkte nicht sonderlich besorgt, dass sie ihr zahlenmäßig eins zu vier überlegen waren. Lukka konnte die Stickerei eines stilisierten Drachen auf ihrer Robe ausmachen. Ah, die Drachengarde, von der ich so viel gehört habe. Elitemagier, die zu Füßen (und Krallen) dieser alten, furchterregenden Kreaturen studiert hatten.

„Dies ist eure letzte Chance“, sagte die Frau. „Ergebt euch und –“

Die Maskenträger warteten nicht, bis sie den Satz beendet hatte. Einer stieß eine Hand vor, aus der ein Wirbel triefender, purpurfarbener Magie auf die Drachengardistin zuschoss. Diese machte eine mühelose Geste aus dem Handgelenk. Da war ein greller Blitz, und plötzlich wirbelte dunkle Magie –

– ohne Umschweife auf Lukka zu.

Gerade noch rechtzeitig duckte er sich. Der Zauber flog mit einem entsetzlichen Fauchen an ihm vorbei und traf einen Baum zu seiner Rechten. Sofort wurde der Stamm schwarz vor Verwesung, wobei die Fäulnis sich von der Stelle des Einschlags des Zaubers aus ausbreitete. Tote Blätter rieselten auf die Lichtung herab, und ein knackendes Geräusch mahnte vor einem unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch. Lukka sprang im letzten Augenblick aus dem Weg, als die Baumkrone abbrach und dort aufprallte, wo er eben noch gestanden hatte.

Das hätte mich umbringen können. Er konnte sich nicht entscheiden, wem er zürnen sollte: der Person, die den Zauber gewirkt hatte, oder derjenigen, der diesen auf ihn umgelenkt hatte. Er entschied sich für beide.

Lukka sandte seine Sinne in den Wald hinaus und fand einen Bären, dessen Tatzen tief in einem Beerenstrauch steckten. Weiter entfernt griffen seine Sinne nach den dösenden Wölfen, die auf den Einbruch der Nacht warteten, und rissen sie aus ihrem Schlummer. Noch weiter entfernt spürte er die eigenartige Inbrunst einer Kreatur, die ohnehin bereits im Begriff war, in Richtung der Lichtung zu schleichen. Angezogen vonMagie? Lukka runzelte die Stirn, hielt seine Konzentration allerdings aufrecht. Er verband sich mit den wilden Tieren um sich herum und rief jedes Einzelne von ihnen zur Lichtung.

In der Zwischenzeit waren die Oriq-Agenten ausgeschwärmt, um die Drachengardistin zu umzingeln. Einer von ihnen warf eine Kugel aus knisternden schwarzen Flammen nach ihr. Mit einer Geste verwandelte sie das Ding in Stein, und es fiel wirkungslos zu Boden. Ein weiterer Maskenträger beschwor etwas, was aussah wie eine aus Funken und silbriger Flüssigkeit bestehende Schlange. Mit einem Wort ließ die Drachengardistin einen gewaltigen Klumpen aus Gras und Erde – überraschenderweise in Gestalt eines Mungos – aus dem Boden aufsteigen und sich auf die arkane Schlange stürzen. Selbst Lukka war beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit sie eine Antwort auf jeden Zauber parat hatte, den sie ihr entgegenwarfen.

Hinter ihr brach ein Wolf mit gebleckten Zähnen zwischen den Bäumen hervor. Das schien die Frau beinahe zu überraschen, doch ehe er ihr an die Kehle springen konnte, schloss sie das Tier in einer grünlichen Blase ein. Es schwebte in die Luft davon und wütete hilflos in seinem Gefängnis.

„Dann ist es also wahr“, sagte die Drachengardistin und blickte zu ihm auf dem Grat hinauf. „Wir hörten von einem Oriq mit deinen Fähigkeiten.“

„Zum letzten Mal: Ich bin kein verdammter Oriq!“, knurrte Lukka.

Als wollte er seinen Worten Nachdruck verleihen, tauchte der Bär unweit der Reihe maskierter Gestalten aus dem Dickicht auf und brachte sie mit wilden Hieben seiner gewaltigen Pranken zum Auseinanderstieben. Einer der Oriq warf im Fliehen einen Fluch über seine Schultern, der einen Vorderlauf des Tieres verdorren und es vor Schmerzen aufheulen ließ.

Ein wesentlich weniger vertrauter Laut gesellte sich zu dem Geheul. Lukka sah auf und erblickte die seltsame Kreatur, zu der er ein Band geknüpft hatte, zwischen den Bäumen hervorkommen. Sie huschte mit erstaunlicher Geschwindigkeit auf sechs Beinen auf die Lichtung. Leuchtende Tentakel rankten sich aus ihrem Kopf und bewegten sich, als befänden sie sich unter Wasser. Zielstrebig hielt das Geschöpf geradewegs auf die Drachengardistin zu.

Dies war ein Gegner, den sie offenbar ernst nahm. Lukka sah zu, wie sie ihre Beinstellung veränderte und die Hände in eine arkane Position brachte. Sie sprach ein Wort, und Wurzeln so dick wie sein Arm brachen aus dem Boden hervor und schlangen sich um die chitingepanzerten Beine der Kreatur. Er hörte das Knacken von Gliedmaßen, als das insektenhafte Wesen kreischend hinabgezogen wurde, bis die Erde es mit entsetzlicher Endgültigkeit unter sich begrub.

Lukka war von dem Schauspiel derart gebannt, dass er die Wurzel nicht bemerkte, die sich um seinen eigenen Knöchel gelegt hatte – bis sie ihn mit einem Ruck bis zur Hüfte in die Erde hineinriss. Er drückte nach beiden Seiten, um sich zu befreien, doch es war zwecklos. Die Drachengardistin schlenderte zu ihm herüber. Sie hatte es ganz offensichtlich nicht eilig.

„Netter Trick. Aber letzten Endes bist du nichts weiter als ein unausgebildeter Heckenmagier. Wie alle anderen Oriq.“ Sie streckte die Hand mit der Handfläche nach oben nach ihm aus.

Irgendetwas verschwamm am Rand von Lukkas Sichtfeld. Einen Augenblick später schrie die Drachengardistin auf. Eine Eruption aus Hitze und eine helle Flamme ließen ihn sich abwenden und sein Gesicht mit den Händen bedecken. Als er wieder hinsah, stand eine vertraute Gestalt über dem reglosen Körper der Drachengardistin. Ihre feurige Rute zuckte, als sie ihre gefallene Gegnerin beschnüffelte. Als das fuchsähnliche Geschöpf zufrieden war, drehte es sich um und musterte Lukka seltsam wissend.

Lukka hielt dem Blick des Tieres einen Moment lang stand, ehe er sich auf der Lichtung umsah. Die Agenten der Oriq waren fort. Wäre er nicht da gewesen, hätten sie keine Minute standgehalten. Keine Disziplin, keine Strategie. Nur ein Haufen gruseliger Kostüme.

Lukka rappelte sich auf und ließ den Blick über den Boden in der Nähe schweifen. Die Oriq hatten bei ihrer hastigen Flucht eine Spur hinterlassen, die mühelos zu entdecken war. Wenn jeder, der sich nicht an die Regeln hält, hier als Oriq gilt, dann bin ich vielleicht doch einer.

Er hatte sich gerade angeschickt, der Spur zu folgen, als ein leises Jaulen ihn innehalten ließ. Lukka wandte sich um und fand das fuchsartige Geschöpf auf der Lichtung sitzend vor. Es blinzelte und legte den Kopf schräg.

Lukka seinerseits schüttelte resigniert den Kopf. „Na schön.“

Er schloss die Augen und streckte seine Sinne aus. Der Verstand der Füchsin schien dem seinen entgegenzuspringen, und das Band legte sich sanft wieder um sie. Lukka erlaubte sich, jene Erleichterung und Dankbarkeit noch einmal zu erleben, die er empfunden hatte, als sie auf die Gardistin zugesprungen war.

Er öffnete die Augen und sah, dass das Geschöpf ihn beobachtete, die Zunge aus dem blutverschmierten Maul heraushängend. Es trottete zur Spur der Oriq hinüber und schnüffelte daran.

„Tja. Wenn du bei mir bleiben willst, dann muss ich dich irgendwie nennen. Wie wäre es mit Mila?“ Er spürte das angenehme Schnurren des Erkennens in ihrem Verstand und nickte. „Nun gut. Mila also.“


Extus hielt den Atem an, während er die schillernde rote Flüssigkeit in die flache Schale goss. Die Flüssigkeit verwirbelte zu einem leuchtenden Trank. Arkanes Licht stieg in seltsamen Blasen auf, die fremdartige Schatten an die Wände der Höhle warfen. Das rote Licht wurde heller, bis es beinahe weiß war. Dann schoss Violett durch die Mixtur, und der Trank verblasste, bis er nichts weiter als eine träge, dunkle Brühe war. Er schleuderte die Schale durch den Raum. Sie prallte scheppernd gegen die Wand, und der gescheiterte Trank hinterließ Spuren auf dem Stein. Das war der vierte Fehlschlag.

Aus dem Augenwinkel erhaschte er eine Bewegung, und Extus sah zum Eingang der Höhle. Einer seiner Oriq-Agenten stand da, die dunkle Magie, die um seine Maske waberte, eine unangenehme Mahnung.

„Was stehst du da so rum? Bring mir mehr Cervidaressenz!“

Der Agent fuhr zusammen, als hätte man ihn geohrfeigt, und zog sich aus der Höhle zurück, um in dem Tunnel, der zur Hauptkaverne führte, zu verschwinden.

Wieder allein beugte sich Extus über seine Werkbank und betrachtete die Bücher, die aufgeschlagen vor ihm lagen. Keines davon war ihm irgendwie nützlich gewesen. Keines davon hatte ihm gezeigt, wie er die Macht erhalten konnte, die er brauchte. Sein Blick wanderte von der Tischkante zum Boden, wo noch immer die anderen Ritualkomponenten lagen. Die Beine des Magierjägers waren nach wie vor zu Boden gepresst – im Griff der Oriq-Agenten, die nun tot um die Kreatur herumlagen. Allesamt wertvolle Hilfsmittel, allesamt umsonst geopfert – jedes bisschen Leben aus ihren Körpern gesaugt, und doch war es nicht genug.

Jemand betrat hinter ihm die Kammer, und Extus straffte die Schultern. „Ist der Rest meiner Vorräte hier?“

„Es gab eine Verzögerung. Sie sind an eine Drachengardistin geraten“, sagte die Agentin.

Hinter seiner Maske knirschte Extus mit den Zähnen. Er hegte einen besonderen Hass für die Drachengarde. Von allen Störenfrieden, die ihm im Weg standen, waren sie die aufdringlichsten. So überheblich, so selbstsicher. Er war begierig darauf, ihnen zu zeigen, wie unangebracht dieses Selbstvertrauen war – der Drachengarde und dem Rest der Elite Strixhavens gleich mit.

Kein Tag verging, an dem er nicht an diesen Ort dachte. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er durch die Halle des Orakels geschritten war. Er konnte noch immer jenen Ort sehen, an dem seine Statue hätte stehen sollen. Gleich links des

Knotens.

Extus blickte zu dem Schleim, der nun an der Wand trocknete. Wenn es mehr Macht war, die er benötigte, so besaß dieses sich überlappende Gewirr, das unter der Schule verborgen war, mehr als genug davon – obwohl es sicher kein Leichtes sein würde, es zu erreichen. Der Nexus aus uralten Energien war kein staubiges Buch, das in einem Regal im Biblioplex stand. Er würde von den formidabelsten Mächten bewacht werden, die Strixhaven aufzubieten hatte. Konstrukte, Elementare, Professoren – Drachengardisten.

„Da war noch jemand anderes“, sagte die Agentin und riss Extus aus seinen Gedanken. „Jemand hat sich eingemischt.“

Sie erzählte ihm von dem Mann, der in der Lage zu sein schien, wilde Tiere aus dem Wald herbeizurufen und ihm zu Diensten zu sein. Als sie ihren Bericht beendet hatte, war Extus mehr als fasziniert.

„Sie sagen, dass er ihnen jetzt folgt“, sagte sie Agentin. „Soll ich ihnen sagen, dass sie ihn loswerden sollen?“

„Nein.“ Extus räusperte sich. Er blickte zu den Leichen neben seinem Tisch und richtete dann den Blick auf die Schatten über sich. Das Licht der Fackeln brach sich an den harten Außenskeletten der schlummernden Magierjäger, die von der felsigen Decke herabhingen. „Lass ihn nur kommen.“

Hinter seiner Maske lächelte Extus.


Liliana ließ das Buch, in dem sie gelesen hatte, sinken und rieb sich die Augen. Ein weiterer Tag erfolgloser Nachforschungen. Sie hatte alles getan, was ihr einfallen wollte, und nichts davon schien zu klappen. Es gab keine Bücher und keine Schriftrollen auf Strixhaven, die Gideon zurückbringen konnten. Und außerdem galt es sich nun, da die Oriq auf dem Vormarsch waren, um dringendere Angelegenheiten zu kümmern. Niemand sonst schien sie ernst zu nehmen.

Vergangenheitsbewältigung
Vergangenheitsbewältigung | Bild von: Kieran Yanner

Sie spähte aus dem Fenster hinter ihrem Schreibtisch. In der Ferne hatten die Sonnen ihren langsamen Abstieg zum Horizont begonnen. Das Licht glitzerte auf den schwebenden Steinen des Dämmerbogens. Liliana starrte auf den Sternentorbogen, ihr Blick folgte der Rundung bis zu den Gebäuden des Hauptcampus.

Sie war hierhergekommen, um eine Möglichkeit zu finden, Gideon zurückzubringen. Nicht mehr und nicht weniger. Doch wäre sie nicht hier gewesen, hätte sie nicht den Agenten der Oriq im Biblioplex gesehen. Liliana hasste den Gedanken an Bestimmung. Sie hatte dies stets so betrachtet, als würde jemand anders ihr vorschreiben, was sie zu tun hatte – nur ein weiterer herzloser Meister. Gideon wiederum glaubte fest daran, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Vielleicht war es an der Zeit, dass sie diese Lektion von ihm lernte. Nicht zu spät, hoffe ich.

Allein jedoch konnte sie nicht allzu viel ausrichten. Selbst wenn die Magieschüler ihre Freizeit damit verbrachten, sich gegenseitig über den Campus zu jagen, so waren sie auf das Kommende nicht vorbereitet. Liliana brauchte Hilfe. Sie brauchte Macht.

Ein goldener Blitz jenseits ihres Fensters zog ihren Blick auf sich. Liliana beugte sich vor.

Eine Gruppe junger Schüler schlenderte an ihrem Büro vorbei. Eine Schülerin stach dabei heraus: Blondes Haar, das über die Schultern ihrer Prismari-Uniform fiel, leuchtete im schwachen Licht. Rowan Kenrith hatte die Aufmerksamkeit ihrer Blütenwelk-Freunde, als sie wild gestikulierte. Ihr Schwert schlug ihr gegen die Beine, während sie die Gruppe weiter den Weg entlang und aus Lilianas Sichtfeld führte.

Liliana lehnte sich in ihrem Sessel zurück. Vielleicht ist es an der Zeit, meine Rolle als Professorin ein wenig ernster zu nehmen.

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