Dromokas Befehl

Veröffentlicht in Perilous Research on 12. März 2015

Von Jacob Van Lunen

Jacob Van Lunen began playing Magic in 1995. He has participated in organized play at every level of competition and was a member of the winning team at Pro Tour San Diego in 2007, thanks to an innovative draft strategy. As a writer, Van Lunen has had more than three hundred Magic strategy pieces published

Hallo und herzlich willkommen zur Preview-Woche für Drachen von Tarkir hier auf DailyMTG.com! Heute schauen wir uns einen meiner absoluten Lieblingszaubersprüche an. Magic ist ein Spiel, das einen belohnt, wenn man viele Handlungsoptionen hat, und mit der heutigen Preview-Karte besteht kein Mangel an mächtigen Spielzügen, die man machen kann.

Optionen sind wichtig beim Magic-Spielen. Diese Lektion habe ich vor langer Zeit gelernt, als ich das erste Mal die Karte Feuer // Eis sah. Natürlich war jede Seite der Karte ganz in Ordnung, doch keine davon kam mir fürs Constructed besonders stark vor. Ein älterer Spieler in meinem örtlichen Laden erklärte mir, dass diese Karte erst durch die Optionen, die sie einem bot, richtig stark wurde. Sie war stärker als andere Karten, die vielleicht für sich genommen besser waren, denn sie machte immer irgendetwas, was in einer konkreten Situation nützlich war.

Das Selesnija-Amulett war eine meiner Lieblingskarten in Rückkehr nach Ravnica. Die Karte konnte im Notfall eine Kreatur liefern, als wertvoller Zauber zum Aufpumpen dienen oder die beste Kreatur auf der anderen Seite des Tisches aus dem Weg räumen. Jede einzelne dieser Optionen des Selesnija-Amuletts wäre für sich betrachtet nicht mächtig genug fürs Constructed, doch angesichts des breiten Spektrums an Möglichkeiten wurde es dennoch eine feste Größe im Standard.

Bild von James Ryman

Kryptischer Befehl ist einer der besten Zauber für vier Mana, die je gedruckt wurden. Indem er uns die Wahl zwischen verschiedenen mächtigen Optionen lässt, hat uns Kryptischer Befehl bislang noch immer vor dem sicheren Tod bewahrt, ein Wettrennen zu unseren Gunsten entschieden oder uns einen saftigen Zwei-für-Eins-Trade beschert.

Stellt euch jetzt mal vor, dass Selesnija-Amulett und Kryptischer Befehl sich ineinander verlieben und ein Baby haben. Lasst uns nun einen Blick auf Dromokas Befehl werfen.

Wir sehen hier einen Zauber, der das Potenzial hat, eine Partie ganz allein zu gewinnen. Für nur zwei Mana können wir zwei der vier Optionen auswählen. Nun sollte man erwarten, dass diese Optionen daher ziemlich schwach sind, aber wir erhalten vier wichtige Fähigkeiten, von denen jede einer eigenen Karte würdig wäre, wenn man sie im richtigen Moment spielt.

Und das ist der Kniff an Dromokas Befehl. Wir sprechen über eine Zwei-für-Eins-Interaktion (also eine Interaktion, bei der wir eine Karte für zwei des Gegners eintauschen) für zwei Mana, die tatsächlich das Board beeinflusst. Zwei-für-Eins für zwei Mana ist unglaublich selten in Magic, wahrscheinlich deshalb, weil es so mächtig ist. Eine Karte wie Hymn to Tourach wurde so ausgiebig im Legacy gespielt, weil sie in der Lage ist, zwei Karten des Gegners für zwei Mana loszuwerden. In einem Format wie Standard oder Modern ist Dromokas Befehl vielleicht noch mächtiger, da wir uns um zwei Karten kümmern, für die der Gegner bereits Mana ausgegeben hat.

Schauen wir uns doch mal jeden der verfügbaren Modi für Dromokas Befehl an und sprechen wir darüber, wie wir diese auf Karten übertragen können.

Begreift eure Möglichkeiten

Die erste Möglichkeit verhindert sämtlichen Schaden, der durch einen Spontanzauber oder eine Hexerei in dieser Runde verursacht wird. Die augenscheinlichste Verwendung hierfür ist wohl die, eine unserer Kreaturen vor Direktschaden durch einen Zauber wie Blitzeinschlag oder Das Feuer anfachen zu bewahren. Es ist allerdings zu beachten, dass dieser Modus auch dazu eingesetzt werden kann, um einer Niederlage zu entgehen, indem man so etwas wie gewaltige Kraterklauen damit kontert.

Die zweite Option, die auf den ersten Blick am eingeschränktesten erscheint, hat in Wahrheit den womöglich wichtigsten Text auf dieser Karte. „Ein Spieler deiner Wahl opfert eine Verzauberung“ ist echt ein ziemlich mächtiger Entfernungszauber, der mit Karten wie Eidolon des großen Festes, Zwillingsspreißel, Rennerin des Kruphix, Bannendes Licht, Peitsche des Erebos und Gigant der Verdammnis fertigwird. Die Zerstörung einer Verzauberung ist, was das Powerlevel anbelangt, in der aktuellen Standardumgebung fast so mächtig wie das Vernichten einer Kreatur. Im Modern wird dieser Modus grün-weißen Spielern mehr Interaktionsmöglichkeiten mit Zwillingsspreißel-Kombos geben, deren Kurve nicht mehr unbedingt auf den Qasal-Rudelmagier hinauslaufen muss. Auch ist zu beachten, dass Dromokas Befehl mit Dingen wie Purphoros, Gott der Schmiede umgehen kann, da er den Gegner eben dazu zwingt, eine Karte zu opfern. Diese Karte ist also ein bewährter Gottesmörder.

Der Vogelmodus ist wohl der am durchgängigsten einsetzbare Modus. Häufig werden wir ihn nur zusammen mit einem der anderen Modi dieses Zaubers einstreuen, um einen netten kleinen Bonus einzuheimsen. Die Rennerin des Kruphix des Gegners zu töten, während wir gleichzeitig einen von unseren Leuten aufpumpen, ist für zwei Mana schon gar nicht so übel. Weiterhin kann durch diesen Modus unsere Anafenza die Vorderste oder unser Vasall des Gilblaubs ein Belagerungsnashorn im Kampf besiegen oder uns dabei helfen, Kämpfe gegen Tarmogoyf zu gewinnen.

Der letzte Modus katapultiert diese Karte schließlich von einem „Sehr gut“ auf ein „Total irre“. So wird Dromokas Befehl in jedem Fall mindestens zu einem Die Schwachen jagen als Spontanzauber für zwei Mana. Oft haben wir eine Kreatur, die einer unseres Gegners bei Weitem über ist: Wir spielen Grün-Weiß, wir haben immer dicke Viecher. Mit der Kampffähigkeit können wir häufig eine Kreatur unseres Gegners töten, während wir ihn gleichzeitig dazu bringen, eine Verzauberung zu opfern. Im Standard können wir also wohl Bruttyrannin Sidisi und Peitsche des Erebos auf einen Streich loswerden. Im Modern werden wir wahrscheinlich in der Lage sein, den Auslöser von Noble Kraft einzusetzen, um diesen Modus in einen effektiven Entfernungszauber zu verwandeln, der eine unserer Kreaturen aufpumpt, eine Verzauberung vernichtet oder einen Blitzschlag neutralisiert.

Der Befehl in Aktion

Na schön. Wir halten fest, dass diese Karte ziemlich irre ist – aber in welche Art Deck passt sie denn nun?

Fangen wir doch damit an, dass wir uns ihre offensichtliche Heimat im Standard anschauen: Abzan.

Abzan

Download Arena Decklist

Dromokas Befehl macht das Deck mit seiner effizienten Entfernungszauber-Option und seiner unerreichten Vielseitigkeit in beinahe jeder Paarung etwas stärker.

Aber Dromokas Befehl ist nicht nur im Standard ein echter Brecher. Die Karte wirkt wie eine perfekte Ergänzung für grün-weiße Strategien im Modern.

Grün-Weiß

Download Arena Decklist

Letzten Monat konnten wir auf der Pro Tour zu Schmiede des Schicksals grün-weißen Decks dabei zusehen, wie sie in einem Feld voller Midrange-Decks und aggressiver Strategien glänzend abschnitten. Die grün-weißen Decks, die von den Teams Face to Face und ChannelFireball favorisiert wurden, mussten mit Schwarz auftrumpfen, um gegen Zwillingsspreißel-Decks ins Spiel zu finden. Dromokas Befehl gewährt diesen Decks nun einen mächtigen Entfernungszauber, der dazu noch jede Menge anderer Vorteile mitbringt. Außerdem ist zu beachten, dass die +1/+1-Marken die Beharrlichkeit auf unseren Küchenhutzeln zurücksetzen können.

Es gibt absolut keinen Zweifel, dass Dromokas Befehl über Jahre hinweg eine feste Größe im Constructed sein wird. Indem er oft zwei bleibende Karten des Gegners für nur zwei Mana und eine Karte loswird, setzt Dromokas Befehl neue Maßstäbe für vielseitige Spontanzauber. Verpasst also nicht die Gelegenheit, unter den Ersten zu sein, die mit aufregenden neuen Karten wie Dromokas Befehl bei einem Prerelease in eurer Nähe spielen! Die meisten Stores nehmen jetzt bereits Voranmeldungen an – und die Plätze sind begrenzt!

Wissen ist Macht!

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