Tod für alle und alle für den Tod

Veröffentlicht in Reconstructed on 2. November 2015

Von Gavin Verhey

When Gavin Verhey was eleven, he dreamt of a job making Magic cards—and now as a Magic designer, he's living his dream! Gavin has been writing about Magic since 2005.

Es ist Zeit für Commander.

Commander (Edition 2015) steht unmittelbar bevor – und damit ein ganzer Schwarm neuer Kreaturen, Zaubersprüche und dem vielleicht Wichtigsten von allem: Kommandeure!

Das sind die Karten, um die man normalerweise sein Deck herum baut. Und aus der Deckbauperspektive betrachtet sind das natürlich auch genau die Karten, die uns am meisten interessieren!

Und warum? Nun, wenn ihr immer die gleiche Karte ziehen und sie wieder und wieder ausspielen könnt, dann eröffnet das jede Menge Möglichkeiten. Ihr könnt euer gesamtes Deck um einen Kommandeur herum aufbauen . . . und genau das werden wir heute tun!

Aber um wen bauen wir herum? Nun, lasst mich euch meinen Freund Mazirek vorstellen. Er ist ein Kraul-Todespriester (oder in einer Metalband, die „Kraul-Todespriester" heißt – eines von beidem), und er sorgt gewissermaßen dafür, dass der Tod in seinem Sinne handelt.

Schauen wir ihn uns an. Das ist er: Mazirek, Kraul-Todespriester!

Sieht er nicht freundlich aus? Entweder krault er euch mit seinen Mandibeln oder verschlingt euch damit – das hängt ganz von den Umständen ab.

Werfen wir also einmal einen genaueren Blick auf ihn.

Als 2/2-Kreatur mit Flugfähigkeit für fünf Mana ist Mazirek allein seiner Größe nach nicht unbedingt die furchterregendste Kreatur . . . zumindest nicht sofort. Jedes Mal, wenn ein Spieler eine bleibende Karte opfert, werden alle eure Kreaturen größer. Nicht nur er, sondern jede Kreatur!

Es gibt also ein paar verschiedene Möglichkeiten, uns diesen bezaubernden Insektenschamanen zunutze zu machen. Gehen wir sie einzeln durch.

Ihr Opfer, euer Gewinn

Beginnen wir gleich mit etwas Fiesem: euren Gegner zu zwingen, bleibende Karten zu opfern! Jemanden dazu zu zwingen, das zu opfern, was er hat, ist eine schnelle Methode, um sowohl euren eigenen Vorsprung in der Partie zu vergrößern – euer Gegenüber hat einfach weniger Zeugs – als auch euer eigenes Board aufzubauen. Zudem gibt es eine Reihe von Karten, die jeden Spieler zwingen, Dinge zu opfern, was besonders im Multiplayer ziemlich mächtig ist.

Von Anfang an waren einige der hervorstechendsten schwarzen Effekte in Magic, die den Gegner zum Opfern zwingen, „Edikt"-Effekte. Angefangen bei Grausames Edikt bis hin zu Fleischansauger, Verzehrende Dämpfe und darüber hinaus zwingen all diese Karten einen Gegner dazu, eine Kreatur zu opfern – und das ist perfekt, um das Board übersichtlich zu halten und gleichzeitig die eigene Armee zum Wachsen anzuregen!

Noch besser ist es aber, wenn jeder etwas opfern muss. Tribut an die Wildnis ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie das funktioniert. Nicht nur Schwarz hat Zugriff auf Opfern-Effekte. In einer Welt, in denen die meisten Gegner irgendeine Art von Manabeschleunigung durch Artefakte aufgefahren haben, ist dies eine tolle Möglichkeit, Mazirek drei oder vier Mal durch einen einzigen Zauber auszulösen!

Natürlich könnt ihr euch auch besonders hohe Ziele stecken. Vitriolwelle ist die Art von Karte, die es euch möglich macht, einen Gegner mit einem einzigen Angriff zu töten, wenn Mazirek auf dem Feld ist! Stellt euch vor, sie trifft auf nur zehn bleibende Karten insgesamt. Das bringt euch zehn weitere Stärkepunkte für jede Kreatur, die ihr kontrolliert! Das ist schon irre. Je mehr geopfert wird, desto besser.

Und selbstverständlich gibt es auch einige Kreaturen, die das können. Der Erzdämon der Verderbtheit ist eine tolle Möglichkeit, all eure Gegner „großzügig" in Schach zu halten . . . und dabei gleichzeitig auch noch euer Board zu auszubauen! Ein Entweihender Dämon bleibt normalerweise oft getappt, aber Mazirek sorgt dafür, dass die Gegner wirklich keine Kreaturen opfern wollen.

Es gibt also zahlreiche Möglichkeiten, euch der bleibenden Karten eurer Gegner zu entledigen und euer eigenes Board zu entwickeln. Wie sieht es aber mit Effekten aus, die beide Spieler betreffen? Schauen wir uns das doch gleich als Nächstes an!

Auge um Auge

Obwohl es eigentlich schon reicht, um Mazirek herum zu bauen und mit ihm langsam die bleibenden Karten eurer Gegner per Opfern zu schreddern, hat er sogar noch viel mehr zu bieten. Magic – und besonders Schwarz – steckt voller Möglichkeiten, jeden von uns dazu zu bringen, auf irgendeine Weise bleibende Karten zu opfern. Oft sorgen diese Effekte sogar für noch mehr Opferungen als ihre Brüder, die allein auf den Gegner abzielen.

Da Mazirek ausgelöst wird, wenn irgendein Spieler – also ein Gegner oder ihr selbst – etwas opfert, gibt es in diesem Bereich ziemlich viel für ihn zu tun.

Marodierender Fleischsack und seinesgleichen gehören in diesem Zusammenhang zu meinen Lieblingskarten. Sei es nun ein Fleischsack, ein Gnadenloser Scharfrichter oder ein Ghettoschnitter: Sie alle sorgen durch ihre bloße Anwesenheit dafür, dass jeder eine Kreatur opfert, und sie sind auch noch selbst Kreaturen! Das bedeutet, dass eure Kreaturen nicht weniger werden, wenn ihr sie ausspielt, aber überall Opferungen stattfinden. Leckere, leckere Kreaturen!

Mazirek, Kraul-Todespriester | Bild von Mathias Kollros

Natürlich stehen euch mit Blut der Unschuldigen und Blutiger Tauschhandel ähnliche Optionen zur Verfügung, obwohl sie selbst keine Kreaturen sind. Sie nehmen euch vielmehr eine Kreatur, aber mit derart günstigen und flexiblen Manakosten könnt ihr sie mit Sicherheit zu eurem Vorteil einsetzen.

Die Könige in solcherlei Decks sind jedoch zweifellos Effekte wie der des Todespakts. Todespakt, Gebot des Erebos und Schlächter von Malakir sorgen für Chaos, da ihr mit ihnen alle Kreaturen eurer Gegner abräumt und gleichzeitig größer werdet! Das alles sind ohne Zweifel Karten, die ihr für dieses Deck unbedingt in Erwägung ziehen solltet.

Wo wir gerade über den Todespakt sprechen: Mazireks Freundin von den Golgari – Savra, Königin der Golgari – ist hier ausgezeichnet aufgehoben! Während alles um sie herum stirbt, kann sie die Frau sein, die überlebt, und als eine Art Todespakt für eine Kreatur dienen. Das passt auf jeden Fall gut zu ihr.

Wir haben uns also angeschaut, wie wir die Gegner und jeden Spieler dazu bringen können, etwas zu opfern. Es bleibt also nur noch eine Sache übrig, die wir erkunden müssen: Was, wenn wir selbst etwas opfern?

Es lohnt sich nur, wenn es wehtut

Es ist viel leichter, die eigenen bleibenden Karten zu opfern anstatt die des Gegners – denn warum sollte man so was auch tun?

Nun, Mazirek ist zum Beispiel ein guter Grund dafür.

Zunächst müssen wir uns eine entscheidende Formulierung auf Mazirek anschauen: bleibende Karte. Das bezieht sich also nicht nur auf Kreaturen, die ihr opfert, sondern auf Artefakte, Verzauberungen und . . . Oh, he! Länder! Glücklicherweise gibt es jede Menge Länder, die genau das tun!

Fetchländer aller Art – von Blühende Katakomben bis zu Sich entfaltende Wildnis – sind einfach klasse hier. Sie dienen als Länder und lösen zudem Mazirek aus! Länder, die sich für verschiedene Effekte opfern lassen, wie etwa Schloss des Gargoyle oder Kabbalisten-Grube, sind euch hierbei sicher ebenso willkommen.

Einer meiner persönlichen Favoriten ist Bewahrer des Waldes. Nicht nur, dass er Mazirek beschützt, sondern er sorgt auch noch dafür, dass ihr all eure Länder opfern könnt, um eure Kreaturen ungeheuer wachsen zu lassen, wenn es Zeit für den Todesstoß ist! Bäm!

Auf der Kreaturenseite gibt es ebenfalls ein paar Mechaniken, die sich hier gut spielen lassen, haben sie doch den „Nachteil", dass ihr dafür Dinge opfern müsst. Echo, Ausschlachten, Herbeirufen und Schwund sind hierfür gute Beispiele. Karten wie Kreischmaul sind hier unschlagbar: Macht eure Kreatur kaputt und legt Marken auf eure gesamte Streitmacht? Perfekt! Und plötzlich fühlt es sich auch nicht mehr ganz so traurig an, wenn euer Blastoderm dahinschwindet.

Aber nicht nur Mechaniken mit Nachteilen funktionieren hier bestens! Das Ausgraben auf Schlurfendes Muschelwesen ist ganz wunderbar, denn ihr könnt es mehrmals hintereinander einsetzen. Und ganz frisch ist mit Kampf um Zendikar die Eldrazi-Brut eingetroffen, die (wie ihre Vorgänger von den Ausgeburten auch) in Scharen auftaucht und sich selbst opfert. Das ist eine perfekte Kombination, denn es bedeutet, dass ihr beides bekommt: mehr Kreaturen und gleichzeitig auch noch die Möglichkeit, sie zu opfern, um die anderen größer zu machen.

An diesem Punkt fragt ihr euch sicher, wie genau so ein Mazirek-Deck aussehen könnte. Nehmen wir all diese Konzepte zusammen, dann in etwa so:

Gavin Verheys Von Leben und Tod

Download Arena Decklist
COMMANDER: Mazirek, Kraul-Todespriester
99 Karten

Nimmt man alles zusammen, worüber wir oben gesprochen haben, vereint dieses Deck eine Menge von Mazireks Qualitäten in sich und dient zugleich als guter Ausgangspunkt für eure eigene Version.

Ihr wollt Kreaturen opfern? Alles klar. Ihr wollt, dass der Gegner Kreaturen opfert? Ja, das haben wir auch im Angebot. Dieses Deck beinhaltet sogar Zeit der Verdopplung für die Kombination aus Mazirek und der ganzen Brut, die dieses Deck unbedingt raushauen will!

Falls Opfern genau euer Ding ist, dann findet ihr Mazirek im „Plunder the Graves"-Deck in Commander (Edition 2015). Es dauert nur noch ein paar Tage, bis ihr eines davon in Händen halten könnt. Lasst also schon mal eure Deckbaumotoren warmlaufen und macht euch bereit für die Veröffentlichung!

Modern kommandieren

In zwei Wochen will ich einen Blick auf Modern werfen! Ihr hattet inzwischen ein bisschen Zeit, um Kampf um Zendikar auf euch wirken zu lassen, und ich würde gern sehen, was euch so eingefallen ist.

Es ist Zeit für einen schonungslosen Blick auf Modern. Gebt also euer Bestes!

Format: Modern

Einschränkungen: Keine!

Einsendeschluss: 9. November, 10:00 Uhr.

Reicht eure Decklisten bitte per E-Mail unter reconstructeddecks@gmail.com ein (bitte nur auf Englisch).

Bitte schreibt Folgendes darüber: [EUER NAME]s NAME DES DECKS. Darunter schreibt ihr bitte immer eine Karte pro Zeile mit der jeweiligen Anzahl an Exemplaren dieser Karte davor. Zum Beispiel so:

12 Gebirge

4 Makindi-Murenläufer

3 Valakut-Raubtier

4 Wilder Hieb

. . . und so weiter. Bitte verwendet nur ein Leerzeichen, um die Anzahl der Karten vom Namen zu trennen. Schreibt also zum Beispiel bitte nicht „4x Wilder Hieb". Ordentlich formatierte Decklisten haben eine größere Chance, gelesen zu werden und es in die Kolumne zu schaffen. Unordentliche Listen werden hingegen eher ignoriert. Wenn ich eure Deckliste nicht lesen kann, kann ich auch nicht über sie sprechen!

Es ist schon eine Weile her, seit ein Modern ohne Einschränkungen eine Option bei ReConstructed war. Ich freue mich schon darauf, welche abgefahrenen und spannenden Modern-Decks ihr mir zuschickt.

Falls ihr irgendwelche Anmerkungen zum Artikel oder zum Deck habt, dann lasst sie mich wissen! Schickt mir gern einen Tweet oder stellt mir eine Frage auf meinem Tumblr. Ich schaue mir das dann auf jeden Fall an.

Nächste Woche ist tatsächlich Magic Online wieder dran. Also nehme ich mir da mal frei. Schaut also in zwei Wochen wieder rein, wenn wir uns die Modern-Decks anschauen, die ihr mir geschickt habt. Und bis dahin: Viel Spaß mit Commander!

Wir sehen uns

Gavin

@GavinVerhey

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