Pro Tour–Berlin Decktech: Der König ist tot, es lebe der König!

Posted in Event Coverage on October 31, 2008

By Tobias Henke

Dredge, das unumstritten stärkste Deck der vergangenen Extended-Saison. Unzählige Qualifikations-Plätze auf PTQs fielen diesem Deck zum Opfer und ebenso viele Plätze in Sideboards. Selten war ein Deck so viel schneller als alle Konkurrenz und konnte nur durch spezielle Hate-Karten von der völligen Dominanz abgehalten werden.

Golgari Grave-Troll

Das damalige Extended-Format gehört mittlerweile der Vergangenheit an und damit auch Karten wie Tolarian Winds, Careful Study und Putrid Imp—eben solche, die das Deck überhaupt erst möglich machen. Dredge, der König des Formats, schien seine Krone endgültig abgegeben zu haben. Der König, so hieß es, sei tot.

Spätestens gestern Abend bei der Players' Party verdichteten sich allerdings die Gerüchte um eine mögliche Restauration. Zuerst berichteten einige Spieler von erfolglosen Versuchen, ein neues Dredge-Deck zu konstruieren, während andere bei diesen Worten verdächtig still blieben. Dann begannen wieder andere, sie hätten da so etwas gehört... Schließlich gaben etliche Spieler (hinter vorgehaltener Hand!) zu, dass sie tatsächlich eine funktionierende Liste zur Verfügung hätten... und sogar überlegten, darauf kurzfristig umzusteigen.

Heute morgen wusste so z.B. Klaus Jöns auf die Frage, wie seine erste Runde gelaufen sei, Folgendes zu berichten: „Im ersten Spiel hab ich gleich mit Chrome Mox Turn 1 Magus of the Bazaar gemacht, worauf der Gegner schon nur noch 'What?!' meinte." Dieser Spieler war offensichtlich überrascht vom Neo-Dredge.

„Dann ging's weiter mit Discard zwei Golgari Grave-Troll, Ideas Unbound, dredge, dredge, unearth Fatestitcher, enttapp ich Magus of the Bazaar—und der Gegner wieder nur 'What?!', und er meinte dann hinterher auch, gegen Dredge kann er nie gewinnen", berichtete ein glücklicher Klaus Jöns.

Decklisten werden zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht, da wir die Chancen jener ausgewählten Spieler natürlich nicht dadurch schmälern wollen, dass einer ihrer Gegner bereits die exakte Zusammensetzung ihres Decks kennt. Aber hier eine kurze Anleitung, wie Neo-Dredge funktioniert:

Bevorzugt beginnt man mit Chrome Mox und spielt dann gleich im ersten Zug entweder Magus of the Bazaar oder—tatsächlich!—Glimpse the Unthinkable auf sich selbst aus. Weniger gut, aber ebenfalls eine Option stellen Ideas Unbound oder Goblin Lore dar. Viel besser ist es natürlich, spielt man eine dieser beiden Karten nach dem Glimpse aus. Glimpse the Unthinkable, gefolgt von Goblin Lore? Das kann durchaus hin und wieder einen Turn-2-Kill erlauben, fast wie in alten Zeiten.

Bridge from Below

Der Rest des Decks besteht hauptsächlich aus den üblichen Verdächtigen: Golgari Grave-Troll, Stinkweed Imp und ein paar Exemplare von Golgari Thug und/oder Darkblast stellen den Dredge-Anteil, Narcomoeba, Bridge from Below und Dread Return die Kombo und wie eh und je finden sich in den meisten Listen wieder Flame-Kin Zealot und Akroma, Angel of Wrath, um dem Gegner schließlich den Garaus zu machen.

Dazu gibt es eine wilde Manabasis voller Fetchländer und Ravnica-Dualländer, außerdem meist Gemstone Mine und manchmal sogar City of Brass. Schließlich benötigt das Deck rotes und schwarzes Mana, im dritten Zug braucht man zuweilen aber drei blaue Mana.

Ein paar kleinere Neuerungen gibt es schließlich doch noch: Fast jede Liste, die sich im Umlauf befindet, enthält zwei Fatestitcher—nicht nur um, wie eingangs beschrieben, Magus of the Bazaar zu enttappen, sondern in der Hauptsache als Narcomoeba Nummer 5 und 6. Wenn man das blaue Mana für seine Unearth-Kosten nämlich noch frei hat, zahlt der Fatestitcher quasi mit seiner eigenen Fähigkeit das Mana gleich wieder zurück. Außerdem gibt es River Kelpie, was zusammen mit der Unearth-Fähigkeit, Narcomoeba und Dread Return extreme Situationen schafft. Davon findet man aber selten mehr als ein Exemplar im Deck und viele halten selbst das schon für unnötige Spielerei. Nicht so Mulldrifter, der großteils die Rolle übernimmt, den zuvor Cephalid Sage innehatte—ein Ziel für Dread Return, um weiter durchs Deck zu kommen, falls es noch nicht reicht, um zum tödlichen Schlag auszuholen. Offenbar wird er des Öfteren sogar über seine Evoke-Fähigkeit ausgespielt.

Klaus Jöns hat diese Deckwahl leider kein Glück gebracht. Nach vier Runden steht er 1-3, mit unzähligen Mulligans, Mana-Screw und obskuren Matchups wie Idiot Life. Allerdings gibt es ein großes österreichisches Kontingent, das ebenfalls mit Dredge unterwegs ist. Armin Birner und David Reitbauer beispielsweise stehen beide 3-1. Alle, sogar Klaus Jöns, sind mit der Deckwahl weiterhin zufrieden. Wir werden sehen, wie sie sich heute und ggf. morgen behaupten.

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