Pro Tour–Berlin Viertelfinale – Sebastian Thaler vs. Martin Juza

Posted in Event Coverage on November 2, 2008

By Tobias Henke

Martin Juza und Sebastian Thaler.

Diese beiden Spieler waren bereits in Runde 14 aufeinandergestoßen und spielen außerdem nahezu identische Listen des großen Erfolgsdecks dieser Pro Tour, Elfen. Beide haben als Siegoption im Maindeck hauptsächlich Predator Dragon, was bereits bei ihrem letzten Spiel dazu führte, dass keiner von beiden das erste Spiel innerhalb der Zeit gewinnen konnte—Wirewood Hivemaster und Essence Warden produzieren dermaßen viele Extraleben, dass der Drache oftmals nicht hinterherkommt.

Thalers 7-Karten-Hand beinhaltet auch gleich zwei Hivemaster und einen Essence Warden, während Juza nach einem Mulligan bloß je ein Exemplar hält. Dummerweise topdeckt er bald schon einen zweiten Essence Warden, so dass sämtliche Chancen auf einen schnellen Sieg dahin sind.

Leben und Spielsteine erreichen schon früh den dreistelligen Bereich und es geht immer weiter. Mehrmals bringen Schiedsrichter weitere Würfel im Dutzend, aber es reicht einfach nicht, spätestens als Thaler seinen Kombozug mit einem Predator Dragon (und Angriff) abschließt, muss dessen Größe (immerhin 278/278!) nicht mit einzelnen Würfeln, sondern bloß dreien (einen für jede Dezimalstelle) angezeigt werden. Das tötet Juza allerdings noch nicht.

Der hätte jetzt die Gelegenheit, selbst in die Kombo zu gehen, was ihm zwar nur unwahrscheinlich genug Leben einbringt, um einen zweiten Angriff des Drachen zu überleben (denn Thalers Wirewood Hivemaster sind nun geopfert), aber möglicherweise bekäme er einen größeren Predator Dragon zustande gebracht. Das wäre das Ende für Thaler. Aber nein, Juza findet kein Glimpse of Nature und muss sich dem Drachen geschlagen geben.

Sebastian Thaler 1 - 0 Martin Juza

Martin Juza

Das zweite Spiel schwingt sich nicht in solch absurde Höhen. Juza beginnt zwar mit Birchlore Rangers und Wirewood Hivemaster, hat aber nichts, was er dann nachlegen könnte. Thaler hat derweil Thoughtseize (aus Overgrown Tomb – Aua!) und findet kein sonderlich lohnendes Ziel, bloß Elvish Visionary. Im Anschluss fehlt dem Deutschen außerdem ein zweites Land.

Also startet Juza den Beatdown, unterstützt von Essence Warden, Heritage Druid, Nettle Sentinel, Heritage Druid und noch einem Nettle Sentinel, alle über die nächsten paar Züge verteilt gespielt und alle dank Wirewood Hivemaster jeweils einen Insekten-Kollegen mitbringend, während Thaler weiterhin weder Land noch Mana-Elf findet...

Nach seinem Ableben zeigt Thaler, warum er die Hand gehalten hat: Mit zwei Wirewood Hivemaster hätte er hier echte Chancen gehabt, wenn, ja wenn eben das Wörtchen „wenn" nicht wäre...

Sebastian Thaler 1 - 1 Martin Juza

Das dritte Spiel dieses Matches ist schnell erzählt: Thaler hat einen unsicheren, aber möglichen Turn-3-Kill, bei dem unklar ist, ob Juzas Essence Warden vielleicht wieder einen Hinderungsgrund darstellt.

Thaler startet die Kombo natürlich trotzdem. An insgesamt drei Stellen wird es eng und Thaler steht ohne weitere Kreatur da, bzw. einmal droht ihm das Mana auszugehen. Aber er umschifft die Engpässe geschickt und erfolgreich mit drei Chord of Calling, einmal für Nettle Sentinel und zweimal für Wirewood Symbiote. Schließlich hat er zwei, später sogar drei Nettle Sentinel im Spiel sowie zweimal Glimpse of Nature gespielt und ab da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen: Brain Freeze mühlt problemlos die gesamte Bibliothek seines Widersachers.

Sebastian Thaler 2 - 1 Martin Juza

Thoughtseize von Thaler zerstört Juzas Kombo, die sonst im dritten Zug ziemlich sicher gewesen wäre. Nichtsdestotrotz kann Juza mit Essence Warden und Wirewood Hivemaster einige Stunts abziehen – u.a. als Thaler Elvish Visionary spielt. Als Antwort hat Juza nämlich Chord of Calling für drei, was üblicherweise entweder Goblin Sharpshooter oder Orzhov Pontiff bedeutet. Darauf reagiert Thaler, indem er einen Mana-Elf mit Wirewood Symbiote auf seine Hand zurückschickt.

Denn mit dem was folgt, hat er wohl nicht gerechnet: Juzas Chord of Calling sucht und findet... Ethersworn Canonist!

Damit erzwingt Juza, dass das Spiel nicht über Kombo und Brain Freeze, sondern im Kampf Mann gegen Mann, Elf gegen Elf und Insekt gegen... nun ja, davon kontrolliert Thaler ohne Wirewood Hivemaster ja keine, während Juza bereits mit fünf Insekten zum Angriff bläst.

Bei dieser Kreaturenübermacht gegen Thaler und ohne die Option, mehr als eine Kreatur pro Zug nachzuspielen, steht es ganz rasch...

Sebastian Thaler 2 - 2 Martin Juza

„I have not played a single Glimpse of Nature this match", beschwert sich Juza. Das liegt zum Teil aber natürlich an Thalers Thoughtseize.

Richtig beschweren kann der Slovake sich allerdings jetzt: Seine schwache Hand nach Mulligan beschwert ihm bloß einen einsamen Wirewood Hivemaster bis Zug zwei. Thaler hingegen geht bereits in seinem dritten Zug in die Kombo, scheitert aber an einem vollständigen Ausbleiben von Nettle Sentinel.

Sebastian Thaler

Und das sind ziemlich phänomenale Neuigkeiten für Juza! Mit den ganzen Insekten kann der sich jetzt nämlich mittels Chord of CallingOrzhov Pontiff suchen, welcher seinen Gegner komplett kreaturenlos dastehen lässt. Um den Sack endgültig zuzumachen, lässt Juza darauf auch noch einen Ethersworn Canonist folgen! (Von unten, wo die Videoübertragung läuft, hört man scheinbar ganz Osteuropa jubeln.)

Thaler hat jedoch umgehend Viridian Shaman. (Was ebenfalls wieder eine hörbare Reaktion von unten hervorruft, wenn auch weniger begeistert.) Trotzdem, mit nur drei Ländern unter seiner Kontrolle muss er seinen Zug gleich wieder abgeben und wird nun bereits von etlichen Spielsteinen (und dem Orzhov Pontiff) angegriffen. Das sieht gut aus für Juza...

Aber Elfen wären nicht Elfen, wenn sie nicht von einem Moment zum nächsten gewinnen könnten. Thaler spielt ein viertes Land, Glimpse of Nature, Elvish Visionary, Glimpse of Nature und mit dem letzten Mana... Heritage Druid! Das bringt ihm drei frische Mana ein und dafür gibt's Nettle Sentinel, Birchlore Rangers und Llanowar Elves. Wer bisher die Berichterstattung halbwegs aufmerksam verfolgt hat, der weiß, an dieser Stelle ist es nahezu unmöglich, dass die Kombo misslingt.

Das tut sie auch nicht, und damit steht Sebastian Thaler in einem der Halbfinal-Spiele, welche die Elfendecks übrigens komplett unter sich ausmachen.

Sebastian Thaler 3 - 2 Martin Juza

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