Vom Spielen auf einem Grand Prix Teil 2

Posted in Level One on April 19, 2016

By Reid Duke

Over the span of the last nineteen years, since he was five years old, Reid has been a player, a deck builder, a collector, and a lover of the Magic world. Today, he’s a full-time professional Magic player and writer.

In Level One erklärt Reid Duke Magics Grundlagen. Diese Kolumne wurde im letzten Jahr auf Englisch veröffentlicht und wird jetzt für euch übersetzt. Viel Spaß beim Lesen!


Letzte Woche habe ich euch einige Ratschläge gegeben, wie ihr es am besten angeht, ein großes Magic-Turnier zu spielen. Heute wollen wir uns mit dem beschäftigen, was ihr während und nach dem Turnier machen könnt, um sicherzustellen, dass die Erfahrung sich für euch insgesamt toll anfühlt.


Die Rolle der Judges

Sobald das Turnier losgeht, ist es die Aufgabe der Judges, alles zu regeln. Im Grunde ist es ihre Aufgabe, den Spielern dabei zu helfen, eine schöne Zeit zu verbringen. Das beinhaltet das Gewährleisten, dass das Turnier reibungslos abläuft, und das Beantworten von Spielerfragen, die sowohl das Spiel als auch das Drumherum betreffen. Zudem setzen sie Richtlinien um, die dazu dienen sollen, dass ein Turnier so fair wie möglich abläuft.

Falls ihr es als etwas zu aufregend empfindet, ein Wörterbuch zu lesen, dann schaut euch doch mal diese dreihundert Seiten an Dokumenten an, die Judges als Richtlinie zum Ausrichten von Turnieren verwenden: die Ausführlichen Magic-Regeln, die Turnierregeln und der Infraction Procedure Guide (Leitfaden für Regelverstöße). Die reine Tatsache, dass die Judges dazu da sind, um uns zu helfen, führt glücklicherweise dazu, dass wir Spieler das alles nicht wissen müssen!

Library of Alexandria | Bild von Drew Baker

Dies ist eine sehr umständliche Art zu sagen, dass die Judges eure Freunde sind. Sie wollen euch helfen. Sie wollen eure Regelfragen beantworten und euch dabei helfen, das Spiel zu lernen. Sie wollen euch vor Falschspielern schützen und davor, Opfer unglücklicher Missverständnisse im Spiel zu werden. Und zu guter Letzt wollen sie auch, dass ihr Spaß auf dem Turnier habt und auch in Zukunft gerne wiederkommt.

Leider zögern gerade neue Turnierspieler oft, die Judges um Hilfe zu bitten. Vielleicht erinnern sie sie zu sehr an die Fluraufsicht, die in der Grundschule gemein zu ihnen war – ich weiß es einfach nicht. In Wahrheit sind Judges eigentlich immer sehr zugänglich. Während einer Partie einen Judge zu rufen, ist weder „petzen“, noch bedeutet es, dass ihr euren Gegner des Falschspiels bezichtigt. Judges sind eine tolle Ressource, und es ist ein großer Fehler, sie nicht zu nutzen.

Hier ist eine kurze und keineswegs vollständige Liste der Dinge, bei denen Judges euch während eines Turniers helfen können:

  • Sie helfen euch, Dinge zu finden. Wo ihr euch anmeldet, wo eure Paarungen stehen, wo die Toiletten sind – alles.
  • Sie können Regelfragen beantworten – und zwar sowohl während einer Partie als auch zwischen den Runden. Jedes Mal, wenn sich mir zu Hause eine Frage stellt, schreibe ich sie auf und nehme mir vor, bei meinem nächsten Grand Prix einen Judge darauf anzusprechen.
  • Wenn ihr aufstehen müsst, um auf die Toilette zu gehen, dann wird euch ein Judge das erlauben und euch sogar eine kleine Verlängerung für eure Partie einräumen.
  • Sie können Probleme in eurem Match lösen. Eine Meinungsverschiedenheit, ein Missverständnis, eine Fehlkommunikation. „Ich habe mit meinem Tarmogoyf für drei Schaden angegriffen, aber jetzt ist mir aufgefallen, dass er eigentlich 4/5 war.“ Hier kann ein Judge helfen!
  • Er kann die Situation klären, wenn entweder ihr oder euer Gegner eine illegale Handlung ausgeführt hat. Jemand hat sieben Karten nach einem Mulligan gezogen. Jemand hat in einer Runde zwei Länder gespielt. Jemand hat einen Zauber gewirkt, ohne das entsprechende Mana dafür zu bezahlen. Jemand hat eine Karte aufgedeckt, während er das Deck seines Gegners gemischt hat. So etwas ist normalerweise keine große Sache, aber ein Judge muss darüber Bescheid wissen. Er leitet die nötigen Maßnahmen ein, damit ihr die Partie so fair wie möglich beenden könnt, und er entscheidet, ob ihr eine Verwarnung (oder eine strengere Strafe) erhaltet.


Verwarnungen

Wenn ihr an einem Grand Prix teilnehmt, werdet ihr zwangsläufig sehen, wie Judges Verwarnungen aussprechen. Vielleicht bekommt ihr sogar selbst eine. Das liegt daran, dass Verwarnungen üblich und keine große Sache sind. Eine Verwarnung ist im Wesentlichen nichts anderes als die offizielle Ansage eines Judges, dass ihr etwas in Zukunft bitte unterlassen solltet. Damit ist jedoch keine Strafe verbunden. Macht euch also keine Gedanken darüber, falls ihr auf eurem ersten Turnier eine Verwarnung bekommt.

Verwarnungen werden allerdings vermerkt, und genau darum geht es auch. Jeder macht mal einen Fehler beim Magic-Spielen – wirklich jeder. Jeder hat schon mal versehentlich die falschen Länder für einen Zauber getappt oder eine Karte von der Bibliothek geschubst. Judges wollen so etwas aber wissen und notieren. Wenn ein Spieler fünf oder sechs Mal pro Partie die falschen Länder für seine Zauber tappt, dann ist es möglich, dass das Absicht ist, um einen Vorteil zu erhalten. Das Mitschreiben von Verwarnungen hilft den Judges dabei, solche Spieler zu erkennen.

Wenn ihr also eine Verwarnung bekommt, müsst ihr nicht in Panik geraten. Bekommt ihr zwei, dann konzentriert euch ein wenig mehr beim Spielen, lasst euch jedoch nicht die Laune verderben. Habt ihr allerdings drei oder mehr Verwarnungen am gleichen Tag für denselben Regelverstoß bekommen, dann droht euch möglicherweise eine Strafe. Falls ihr dazu neigt, über längere Zeit viel zu viele Verwarnungen zu kassieren, droht euch ebenfalls eine Strafe, doch das sollte sich leicht vermeiden lassen.


Wann ruft man einen Judge?

Wenn ihr vor der Entscheidung steht, ob ihr einen Judge rufen wollt oder besser nicht, dann ruft doch einfach einen. Denkt daran: Sie sind dazu da, euch zu helfen!

Versucht nicht, ein Problem selbst zu lösen, als würdet ihr mit euren Freunden zu Hause spielen. Nehmen wir an, euer Gegner legt seine Kreatur auf den Friedhof, obwohl sie gar nicht gestorben wäre, und niemandem fällt das bis zur nächsten Runde auf. Wenn ihr zu Hause spielt, dann legt ihr sie einfach zurück ins Spiel und macht weiter, aber auf einem Turnier solltet ihr das nicht tun. Lasst immer die Judges solche Situationen lösen.

Verlasst euch nicht auf die Beteuerungen eures Gegners, wenn etwas unklar ist.

Beispiel A:

Ihr sprecht Die Ruhe verlieren auf die verdeckte Kreatur des Gegners und seid nicht sicher, ob ihr euch ansehen dürft, worum es sich bei ihr handelt. Fragt nicht euren Gegner, fragt einen Judge. (Ihr dürft sie euch übrigens ansehen.)

Beispiel B:

Ihr nehmt einen Mulligan, legt dann aber sieben Karten verdeckt auf den Tisch. Euer Gegner sagt euch, dass ihr nun gezwungen seid, einen Mulligan mit fünf Karten zu nehmen. Glaubt ihm das nicht einfach so, sondern fragt einen Judge. (Solange ihr euch die Karten noch nicht angesehen habt, müsst ihr wahrscheinlich nicht auf fünf neue runter.)

Beispiel C:

Ihr tappt fünf Länder, um einen Zauber zu wirken, aber bevor ihr irgendetwas sagt oder die Karte vorzeigt, ändert ihr eure Meinung. Ihr seid nicht sicher, ob ihr eure Länder enttappen dürft oder nicht. Fragt nicht euren Gegner, fragt einen Judge. (Ja, ihr dürft eure Länder enttappen.)

Nehmt euren Gegner niemals beim Wort, falls euch etwas unklar ist. Euer Gegner hat nicht euer Bestes im Sinn. Vielleicht schwindelt er euch an. Oder vielleicht ist er auch einfach im Irrtum, was wesentlich wahrscheinlicher ist. In beiden Fällen gibt es keinen Grund, weshalb dies irgendeinen Einfluss auf euer Turnier haben sollte.


Wie ruft man einen Judge?

Teilt zunächst eurem Gegner mit, was los ist: „Ich habe eine Regelfrage. Ich rufe mal eben einen Judge.“ Oder: „Mir ist aufgefallen, dass du nur ein weißes Mana hattest, als du Ende der Feindseligkeiten ausgespielt hast, also rufe ich rasch einen Judge.“

Als Nächstes hebt ihr die Hand und ruft: „Judge!“ Ruft ordentlich laut und haltet die Hand oben – Turniere sind oft ziemlich voll und es herrscht echt viel Lärm. Ein Judge kommt zu dir, sobald er dich sieht.

Erklärt genau, was passiert ist, und lasst dabei kein Detail aus, wohl aber eure eigenen Spekulationen. Der Judge wird beide Spieler nach ihrer Sicht der Dinge fragen oder zumindest sichergehen, dass beide Spieler sich über den Stand der Dinge einig sind.

Ende der Feindseligkeiten | Bild von Jason Rainville

Der richtige Weg: „John hat diese fünf Länder getappt und Ende der Feindseligkeiten gewirkt. Dann hat er seine Kreatur auf den Friedhof gelegt. Ich habe meine Kreaturen eingesammelt, aber bevor ich sie in den Friedhof gelegt habe, ist mir aufgefallen, dass John nur ein weißes Mana hatte. Deshalb habe ich sie wieder hingelegt und nach einem Judge gerufen.“

Der falsche Weg: „Mein Gegner wollte mich betrügen! Er wusste, dass er nur gewinnen kann, wenn er Ende der Feindseligkeiten spielt, und deshalb hat er versucht, das gegen alle Regeln zu machen, ohne dass ich es merken sollte!“

Danach trifft der Judge seine Entscheidung. Wenn die Situation simpel ist, passiert das sofort. Falls es Meinungsverschiedenheiten gibt, er weitere Nachforschungen anstellen oder sich mit einem anderen Judge beraten will, dauert es etwas länger. Die Entscheidung beinhaltet in der Regel eine Auflösung der Spielsituation (wie etwa ein Zurücksetzen auf den Zeitpunkt, bevor das Ende der Feindseligkeiten gewirkt wurde) oder eine Strafe (zum Beispiel eine Verwarnung für das falsche Ausspielen eines Zaubers) und ihr bekommt unter Umständen eine Verlängerung, um euer Match zu beenden.

Wenn ihr meint, dass der Judge die Situation nicht richtig gehandhabt hat, könnt ihr die Entscheidung anfechten. Das bedeutet, dass ihr euch eine zweite Meinung vom Head Judge holt. Lasst den ersten Judge ausreden und sagt dann: „Ich möchte die Entscheidung anfechten.“ Der Head Judge wird sich einklinken, und seine Entscheidung ist endgültig.


Seid nett zu Judges

Judges sind auch nur Menschen – genauer gesagt Menschen, die eine nahezu unvorstellbar große Menge ihrer Zeit jenem Spiel opfern, das wir alle so sehr lieben. Ohne Judges könnten Turniere nicht auf die Art und Weise stattfinden, wie sie das derzeit tun.

Sie können auch Fehler machen. Genau wie Spieler haben auch Judges unterschiedlich viel Erfahrung. Das ist der Grund, weshalb es die Möglichkeit des Anfechtens gibt. Scheut euch nicht, eine Entscheidung anzufechten, aber tut das bitte immer respektvoll.

Letztlich kann die Aufgabe als Judge aber auch sehr undankbar sein. Jedes Mal, wenn es einen Disput gibt, muss der Judge eine Entscheidung treffen, die wahrscheinlich einen der beiden Spieler unglücklich macht. Wenn eine Entscheidung nicht zu euren Gunsten ausfällt, dann versucht, nicht grantig zu werden oder sie persönlich zu nehmen, und lasst euren Ärger auf gar keinen Fall an dem Judge aus, der sie getroffen hat.


Die Zeit

Ich habe oben mehrfach Zeitverlängerungen erwähnt, aber gar nicht erklärt, was das eigentlich bedeutet.

Bei einem Grand Prix (wie auch bei den meisten anderen Turnieren) habt ihr fünfzig Minuten Zeit, um ein Best-of-Three zu spielen. Ihr könnt nicht zu spielen anfangen, bevor die Zeit startet, und ihr könnt nicht ignorieren, wenn sie abgelaufen ist. Habt ihr aus irgendeinem Grund eine Verlängerung erhalten (durch eine Entscheidung eines Judges oder eine Toilettenpause beispielsweise), dann spielt ihr diese Zeit herunter und danach noch fünf Extrazüge. Seid ihr am Zug, wenn die Zeit abgelaufen ist, wird der nächste Zug eures Gegners Zug Eins sein, euer nächster Zug Zug Zwei und so weiter. Findet die Partie nicht spätestens mit dem Abschluss des fünften Zuges ein Ende, gilt sie als unentschieden (oder Draw).

Sand der Zeit | Bild von Paul Lee

Wenn Partie Zwei ein Unentschieden ist, gewinnt der Spieler, der Partie Eins gewonnen hat, auch das Match. Endet euer Match damit, dass Partie Eins oder Partie Drei ein Unentschieden ist, gilt das gesamte Match als Unentschieden. Euer Rang im Turnier wird darüber ermittelt, dass ihr drei Punkte für einen Sieg, einen Punkt für ein Unentschieden und null Punkte für eine Niederlage erhaltet.

Selbst in diesem einfachen System ist zu erkennen, dass ein Unentschieden schlecht ist. Wenn es einen Gewinner und einen Verlierer gibt, werden insgesamt drei Punkte für ein Match vergeben. Bei einem Unentschieden werden hingegen nur zwei Punkte verteilt. Ihr wollt lieber ein Match gewinnen und eins verlieren, als zwei Matches in Folge unentschieden zu spielen.

Ein Unentschieden ist sogar noch nachteiliger für eure Chancen im Turnier, als es auf den ersten Blick aussieht. Grand-Prix-Turniere sind sehr groß und sehr kompetitiv. Viele tausend Spieler nehmen an ihnen teil, doch nur ein paar hundert von ihnen schaffen es zum zweiten Tag und nur ein Bruchteil von denen gewinnt am Ende Preise. Mit anderen Worten: Ihr versucht, an die Spitze zu kommen, anstatt einfach nur im Mittelfeld zu bleiben.

Bestimmte Hürden (beispielsweise zu Tag Zwei zugelassen zu werden) nimmt man über die Anzahl an errungenen Siegen (so braucht ihr sechs Siege, um zu Tag Zwei zugelassen zu werden). Angesichts dieses Ziels ist ein Unentschieden also quasi eine Niederlage. Aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass es sich lausig anfühlt, Tag Zwei mit 5–3–1 (fünf Siege, zwei Niederlagen und einem Unentschieden) zu verpassen.

Glücklicherweise sind fünfzig Minuten ziemlich lang. Es ist also nicht so, dass ihr Spit oder irgendein anderes blitzschnelles Spiel spielt. Ihr solltet euch jedoch schon Mühe geben, eure Matches rechtzeitig zu beenden. Spielt selbst mit einem zügigen Tempo und nehmt euch nicht länger als ein paar Minuten Zeit zum Mischen und Sideboarden. Achtet darauf, dass euer Gegner das ebenfalls tut.

Braucht euer Gegner zu lang, habt ihr durchaus das Recht, ihn zu bitten, sich zu beeilen, oder einen Judge zu rufen. Denkt daran, dass es Regeln für diese Dinge gibt. Ihr müsst zu jeder Zeit in einem angemessenen Tempo spielen, nicht zu lange für eine Entscheidung brauchen und ihr dürft euer Spieltempo nicht verlangsamen, weil ihr auf ein Unentschieden aus seid. Die Richtlinie ist, dass ihr nicht länger als drei Minuten zum Sideboarden und Mischen zwischen den Partien brauchen solltet (allerdings ist das keine in Stein gemeißelte Regel).

Selbst früh im Match oder wenn es so aussieht, als würdet ihr deutlich früher fertig werden, müssen beide Spieler dennoch ein angemessenes Tempo beibehalten. Wenn die Regeln vorschreiben, dass innerhalb einer bestimmten Zeit eine Entscheidung getroffen werden muss, verschafft es euch einen unfairen Vorteil, wenn ihr euch mehr Zeit dafür nehmt.

Gewöhnt euch an, zügig zu spielen, denn ihr wollt vor Ablauf der Zeit fertig werden. Hetzt eure Gegner nicht, lasst sie aber auch nicht länger brauchen, als die Regeln es vorsehen, und lasst nicht zu, dass sie euch der Gefahr aussetzen, dass die Zeit abläuft.


Spielt all eure Runden zu Ende

Tag Eins eines Grand Prix besteht aus neun Runden nach dem Schweizer System. Das bedeutet, dass alle Spieler (die das wollen) alle neun Runden spielen. Diejenigen, die dann zu Tag Zwei zugelassen werden, werden anhand ihres finalen Punktestands bestimmt. Ihr nehmt euren Punktestand mit in den zweiten Tag. Wenn ihr also 9–0 oder 8–1 abschließt, dann ist das toll, aber sobald ihr drei Runden verloren habt, werdet ihr bei Tag Zwei nicht mehr dabei sein, ganz egal, was den Rest des ersten Tages noch so passieren mag.

Nichtsdestotrotz empfehle ich euch, im Turnier zu bleiben und alle Runden zu spielen, ungeachtet dessen, wie euer Punktestand ist. Es sei denn natürlich, ihr würdet ein Nebenevent verpassen, an dem ihr teilnehmen wollt, oder ihr fühlt euch nicht wohl und könnt nicht weiterspielen.

Bild von Jason A. Engle

Turniererfahrung ist ausgesprochen wertvoll und nur sehr schwer zu sammeln. Das Spielen daheim oder in einem Store kann nicht wirklich die Erfahrung simulieren, bei einem Grand Prix gespielt zu haben. Auf einem großen Turnier tretet ihr gegen andere in einer sehr kompetitiven Umgebung an. Jeder hat sein bestes Deck dabei und versucht alles, um euch zu besiegen. Ein besseres Training kann es gar nicht geben!

Die Teilnahme an einem Grand Prix wird euch zu einem besseren Spieler machen. Selbst wenn ihr 1–3 steht, solltet ihr das Beste aus dem Tag machen. Schließlich seid ihr ja bereits auf dem Event, habt die Teilnahmegebühr bezahlt, euer Deck gebaut und euch den Tag dafür freigehalten! Warum solltet ihr die Chance versäumen, Turniererfahrung zu sammeln?

Wenn ihr alle Runden spielt, werdet ihr ganz automatisch mehr über das Format und euer Deck lernen und ihr könnt weiter an all den Zielen arbeiten, die ihr euch selbst vor dem Turnier gesetzt habt.


Nachbetrachtung

Betrachtet ein großes Turnier immer als Gelegenheit zum Lernen. Ob ihr nun gewinnt oder verliert: Es wird immer etwas geben, was ihr gut gemacht habt, und etwas anderes, woran ihr noch arbeiten wollt. Merkt euch diese Dinge und versucht, die guten Aspekte eures Spiels zu stärken und die schwachen zu verbessern.

Es kann schwer sein, ein gesundes Reflexionsvermögen damit zu vereinbaren, sich gut im Turnier schlagen zu wollen. Wenn ihr in Runde Sechs einen schwerwiegenden Fehler macht, wollt ihr diesen sicher unbedingt im Gedächtnis behalten und fürs nächste Mal daraus lernen. Ihr wollt aber nicht darüber nachdenken, während ihr Runde Sieben, Acht und Neun spielt.

Bild von Chase Stone

Aus diesem Grund empfehle ich euch, euch nach dem Turnier etwas Zeit für eine Nachbetrachtung zu nehmen. Die Fahrt nach Hause am Sonntag oder Montag bietet sich dafür an. Ihr könnt dann entweder für euch selbst reflektieren oder – besser noch – euch mit euren Freunden über das Turnier unterhalten. Was haben wir alle gelernt? Worauf sind wir stolz? Was wollen wir beim nächsten Mal besser machen?

Wenn ihr euch nach dem Turnier Zeit zur Reflektion nehmt, dann bedeutet das auch, dass ihr während des Spiels einen klaren Kopf bewahren könnt. Konzentriert euch auf die vor euch liegende Aufgabe, nicht auf das, was letzte Runde passiert ist oder wie ihr am Ende des Tages dastehen wollt. Falls ihr einen Fehler macht, dann grämt euch nicht und macht das Beste aus der Situation. Denkt erst wieder darüber nach, sobald alles gesagt und getan ist.


Alles in allem gibt es nichts, was mit dem Spielen auf einem Magic-Turnier vergleichbar wäre. Wenn ihr präsent und konzentriert seid, werdet ihr eine positive Erfahrung mitnehmen. Freunde, Judges und andere Turnierverantwortliche eröffnen euch alle Möglichkeiten, bei einem Grand Prix viel Spaß zu haben. Letztendlich liegt es aber an euch, was ihr daraus macht.

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