Der Aufbau einer Manabasis

Posted in Level One on October 27, 2015

By Reid Duke

Over the span of the last nineteen years, since he was five years old, Reid has been a player, a deck builder, a collector, and a lover of the Magic world. Today, he’s a full-time professional Magic player and writer.

In Level One erklärt Reid Duke Magics Grundlagen. Diese Kolumne wurde im letzten Jahr auf Englisch veröffentlicht und wird jetzt für euch übersetzt. Viel Spaß beim Lesen!


Ein Freund fragt mich: „He, Reid, was hältst du von meiner neuen Deckidee?" und zeigt mir eine Liste mit Karten.

„Du hast nur 36 Karten aufgeschrieben", sage ich.

„Na ja, der Rest sind Länder", sagt mein Freund.

„Was für Länder?", entgegne ich.

Diese Unterhaltung scheine ich beinahe täglich zu führen. Der „Freund" kann dabei alles Mögliche sein, einschließlich eines Spielers, dessen Grad an Expertise dabei völlig unerheblich ist. Tatsache ist jedoch, dass der Aufbau einer Manabasis der am stärksten vernachlässigte Aspekt beim Deckbau überhaupt ist. In Wahrheit jedoch ist es gerade dieser Vorgang, dem ihr das höchste Maß an Aufmerksamkeit schenken solltet.

Man kann unmöglich das große Ganze sehen, ohne die eigene Manabasis zu verstehen. Wenn ich mir nur die Liste meines Freundes mit den 36 Karten anschaue, ist das so, als würde ich ein Bild ohne Hintergrund betrachten oder ein Buch ohne Setting lesen. Man weiß gar nicht, was überhaupt möglich ist und was nicht, solange man noch keine Manabasis hat.

Es ist eine gewaltige Aufgabe, eine Manabasis von Grund auf neu zu bauen, doch mit den Richtlinien, die ich euch heute an die Hand geben möchte, habt ihr schon mal einen guten Ausgangspunkt. Wie mit allem anderen auch ist es so, dass es einem immer leichter fällt, je mehr man übt und je mehr Sorgfalt man darauf verwendet.

Falls ihr einen Auffrischungskurs braucht, so findet ihr „Die Grundlagen des Mana" hier. Die Manabasis eines einfarbigen Decks ist oft ziemlich einfach angelegt. Heute liegt der Schwerpunkt allerdings auf Decks mit zwei oder mehr Farben. Fangen wir doch damit an, einen Bezugsrahmen dahingehend zu schaffen, wie dringend ein bestimmtes Deck jede seiner Manafarben benötigt.

Die Notwendigkeitsskala für farbiges Mana

Dies sind die Richtlinien, an die ich mich halte – nur Richtlinien wohlgemerkt, keine in Stein gemeißelten Regeln. Sie entstanden aus meiner langen Erfahrung sowie den Ansichten anderer Spieler und Deckbauer. Besonderen Dank schulde ich vor allem dem Mitglied der Hall of Fame Frank Karsten und seinen Texten zu diesem Thema.

Diese Fragen sind für Limited und Constructed jeweils unterschiedlich – und zwar aus zwei Gründen: Der erste und offensichtlichere Grund ist, dass Constructed-Decks aus 60 Karten bestehen und mit mehr Ländern gespielt werden als Decks im Limited mit ihren 40 Karten. Der zweite Grund ist, dass Constructed-Formate schneller und mächtiger sind. Wenn ihr eure Zauber nicht rechtzeitig ausspielen könnt, kommt euch das teuer zu stehen, weshalb eure Ansprüche an die Konsistenz auch höher sein sollten.

1. Ich möchte keine Länder im Deck, durch die ich – diese – Karte nicht wirken kann.

Hin und wieder wird eine Karte veröffentlicht, die derart hohe Anforderungen an farbiges Mana hat, dass man sein ganzes Deck darum herum aufbauen muss.

 

Stellt euch zum Beispiel ein schwarz-grünes Deck vor, das Phyrexianischer Auslöscher spielen will, oder ein fünffarbiges Kontrolldeck mit Grausames Ultimatum. Die Frage, wie viel schwarzes Mana ich wohl brauche, um Phyrexianischer Auslöscher zu spielen, hat nur wenig Sinn. Die kluge Antwort lautet einfach: „Alles."

Wenn ihr euer siebtes Land ausspielt und endlich bereit seid, euer Grausames Ultimatum zu wirken, und dann auf den Tisch schaut, um eine Standardebene und einen Standardwald im Spiel zu sehen, könnt ihr euren Zauber nicht rechtzeitig wirken, ganz egal, was sonst noch so vor sich geht. Das ist eine Situation, die ihr lieber unbedingt vermeiden solltet.

 

Es gibt ein paar berühmte Beispiele für Decks mit dem Nachtschleiergespenst oder der Verkörperung des Schicksals, die auch das Ändergewölbe, ein farbloses Land, im Aufgebot haben. Dies passiert aber nur dann, wenn beide Karten so wichtig für das Deck sind, dass man schlicht nicht um sie herumkommt. Versucht stets, solche Situationen zu vermeiden, aber falls sie doch einmal auftauchen sollten, dann seid euch des Risikos bewusst, das ihr eingeht, und trefft eine kluge Entscheidung.

Länder wie Urborg, Grab von Yawgmoth oder Zwielichtiges Schlammloch können ebenfalls zur Verkomplizierung dieser Frage beitragen.

2. Ich möchte keine Starthand ohne – diese – Manafarbe behalten.

Das trifft immer dann zu, wenn ein Deck fast vollständig um eine bestimmte Farbe herum aufgebaut ist. Ihr könnt nichts machen, wenn ihr genau dieses farbige Mana nicht zieht. Ein solches Deck hat eine Farbverteilung, die so aussieht, dass der Vollkreis das gesamte Deck repräsentiert. (Dieses Tool könnt ihr auf DailyMTG.com für jedes Deck verwenden. Ihr findet es unter „Stats".) Ihr seht also, dass dieses hier hauptsächlich grün ist.

Gaudenis Vidugiris, Pro Tour zu Khane von Tarkir

Download Arena Decklist

Im Constructed sind siebzehn oder achtzehn Manaquellen dieser Farbe empfehlenswert, im Limited elf oder zwölf.

Zu beachten ist, dass ihr im Constructed lieber neunzehn oder mehr anstreben solltet, falls ihr zwei Manaquellen dieser Farbe in eurer Starthand zu finden hofft.

3. Dies ist eine Hauptfarbe.

Die Hauptfarbe ist eine, bei der ihr darauf baut, sie in jeder Partie zu sehen. Ihr hofft, sie auf der Starthand zu haben, doch ihr müsst nicht unbedingt einen Mulligan nehmen, falls dem nicht so ist. Die Farbverteilung könnte ungefähr so aussehen wie für Shawn McLarens Deck auf der Pro Tour zu Khane von Tarkir.

Shaun McLaren, Top 8 bei der Pro Tour zu Khane von Tarkir

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Planeswalker (2)
2 Sarkhan Drachensprecher
Hexerei (2)
2 Groll der Götter
Verzauberung (2)
2 Bannendes Licht
ANDERE (4)
4 Das Feuer anfachen/p>
60 Karten

Bei den Jeskai beispielsweise sind Blau, Rot und Weiß alles Hauptfarben, doch es ist durchaus vorstellbar, eine Hand mit nur zwei Farben zu behalten und zumindest einige Runden zu überstehen, während man darauf wartet, die dritte zu ziehen.

Im Constructed solltet ihr vierzehn bis sechzehn solcher Manaquellen einplanen, im Limited neun bis zehn.

Falls ihr es mit mehreren Farben zu tun habt, die ihr wirklich in jeder Partie ziehen wollt, dann erhöht ihr die Chance, jede dieser Farben zu ziehen, indem ihr eure Länder gleichmäßig zwischen ihnen aufteilt. Aus diesem Grund muss ich oft mit neun Ebenen und neun Wäldern spielen, wenn ich ein grün-weißes Deck fürs Limited baue. Es ist nicht ungewöhnlich, zehn von der einen und acht von der anderen Farbe zu spielen, doch es erfordert schon extreme Umstände, dass ich zwölf von der einen und sechs von der anderen Farbe spiele.

4. Dies ist eine Sekundärfarbe.

Eine Sekundärfarbe ist eine, deren Auftauchen ihr zwar eingeplant habt, die sich aber nicht notwendigerweise gleich von Anfang an blicken lassen muss. Es liegt im Bereich des Möglichen, eine Partie zu gewinnen, ohne diese Farbe jemals zu Gesicht zu bekommen. So in etwa könnte das aussehen:

Pedro Carvalho, Top 8 beim Grand Prix Santiago 2014

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In diesem Temur-Deck finden sich Wilde Stachelfaust und Temur-Amulett als die einzigen blauen Karten im Hauptdeck. Es funktioniert immer noch, wenn es kein blaues Mana nachzieht, aber Wilde Stachelfaust ist eine wichtige Karte, die man gern frühzeitig ausspielen möchte. Auch im Sideboard gibt es eine gesunde Anzahl blauer Karten.

Im Constructed solltet ihr zehn bis dreizehn Manaquellen dieser Farbe einplanen, im Limited sechs oder sieben.

Euch ist vielleicht aufgefallen, dass die Deckliste tatsächlich fünfzehn Länder beinhaltet, die blaues Mana produzieren. Es ist immer besser, auf Nummer sicher zu gehen, und wenn es euch gelingt, diese Richtwerte sogar zu überschreiten, dann trägt das nur zur Konsistenz eures Decks bei.

5. Dies ist eine eingestreute Farbe.

Eingestreute Farben tauchen oft im Limited auf, aber nur sehr selten im Constructed. Im Constructed ist eine Farbe entweder Teil eurer Strategie (und dann solltet ihr sie häufig spielen) oder nicht (dann solltet ihr sie ganz rauslassen).

Einige Sonderfälle, in denen ihr Farben im Constructed einstreuen könnt, sind: aktivierte Fähigkeiten (wie die beiden des Todesritenschamanen), eine Sideboardkarte für eine langsame Partie oder eine Karte, die ihr mit der Absicht, nach ihr zu suchen – etwa mithilfe von Akkord des Rufes –, ins Deck getan habt, die ihr aber auch gern wirken möchtet, solltet ihr sie aus Versehen ziehen. Schauen wir uns ein Beispiel vom Grand Prix Orlando an:

Sol Malka, Top 8 beim Grand Prix Orlando 2014

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Sol Malkas Draftdeck aus den Top 8 eines Grand Prix jüngeren Datums streut Farben sehr geschickt in ein Limited-Deck ein. Sein Deck stützt sich auf Schwarz und Grün, streut aber jeweils eine mächtige seltene Karte in Weiß und Blau ein: Belagerungsnashorn und Sagu-Malmer. Er hat jeweils drei Quellen für Weiß und Blau, und außer einer Ebene stammen sie alle von Nichtstandardländern.

Im Constructed solltet ihr vier bis sieben solcher Manaquellen einplanen, im Limited zwei bis vier.

Der Preis hinzugefügter Farben

Wenn ihr euch an die oben aufgezeigten Richtlinien haltet, wird euer Deck bei einer angemessenen Anzahl an Partien recht reibungslos laufen. Denkt jedoch daran, dass es in Magic Varianz gibt und nur sehr wenige Dinge von vornherein feststehen. Selbst wenn ihr meine Ratschläge befolgt, gilt Folgendes: Je mehr Farben ihr hinzufügt, desto größer wird die Chance, dass etwas schiefgeht. Und wie ich es immer wieder sage, wenn wir über Mana sprechen: „Je mehr Dinge es gibt, die schiefgehen können, desto weniger Dinge gibt es, die genau wie geplant laufen." Wenn ihr mehr Farben hinzufügt, so wird ein Nebeneffekt davon sein, dass ihr häufiger unter Manaknappheit leidet.

Ungeachtet aller Konsistenzfragen haben Länder, die mehr als eine Farbe Mana produzieren, oft einen Nachteil oder im Vergleich zu Standardländern zumindest eine Reihe von Pros und Kontras.

Kommt getappt ins Spiel

Dies ist ein Satz, mit dem ihr Euch bestens vertraut machen solltet, wenn ihr eine Manabasis aufbaut. Das ist ein sehr häufiger Nachteil von Ländern, die mehrere Farben Mana produzieren.

 

Zweifellos ist es ein Nachteil, wenn etwas getappt ins Spiel kommt. Wie groß dieser Nachteil ist, hängt von den jeweiligen Umständen ab. Denken wir zur Verdeutlichung dieses Punkts doch einmal kurz über die verschiedenen Möglichkeiten nach, wie er die Partie beeinflussen kann. Habt ihr ein Tristes Gewässer auf eurer Starthand und keinen Zauber, den ihr im ersten Zug wirken könntet, dann ist überhaupt nichts Nachteiliges passiert! Wenn ihr andererseits einem tödlichen Angriff in der nächsten Runde entgegenblickt und ein Ende der Feindseligkeiten auf der Hand habt, aber eine Sandsteppenzitadelle als fünfte Manaquelle zieht, dann hat euch die eben mal so die komplette Partie gekostet!

Im Allgemeinen gilt: Je schneller oder mächtiger das Format wird, desto höher wird der Preis von etwas, was getappt ins Spiel kommt. Er steigt auch, wenn euer Deck schneller wird und ihr mehr solcher Länder hineintut. Mit anderen Worten: In einem langsamen, schwarz-grünen Draftdeck hat ein Dschungelschrein praktisch keine negativen Auswirkungen und ihr solltet so viele davon spielen wie nur möglich. In einem hyperaggressiven rot-weißen Weenie-Deck im Standard hingegen hofft ihr, überhaupt nicht mit Ländern spielen zu müssen, die getappt ins Spiel kommen (oder zumindest nur ganz wenigen). Der Mittelweg mag ein langsames Abzan-Deck im Standard sein, das ziemlich bequem mit acht solcher Länder spielen kann (und mit zehn oder zwölf ein bisschen weniger bequem).

Lebenspunkte verlieren

Gleichermaßen ist es sicher ein Nachteil, Lebenspunkte beim Ausspielen eines Landes zu verlieren, doch wie stark dies eure Chance auf den Sieg beeinträchtigt, hängt vom jeweiligen Fall ab.

 

Aggrodecks haben eher wenig Schwierigkeiten damit, Lebenspunkte gegen Manakonsistenz einzutauschen. Dies ist besonders wichtig, da getappt ins Spiel kommende Länder für schnelle Strategien eher hinderlich sind.

Langsamere Decks verlieren indes gewiss eher ungern Lebenspunkte, doch das ist ihnen immer noch lieber, als unter Manaknappheit zu leiden. Zudem kommt ihr irgendwann an einen Punkt, an dem das fünfzehnte getappt ins Spiel kommende Land euch im Endeffekt mehr Lebenspunkte kostet als euer erstes Schmerzland (indem ihr nämlich eure Zauber nicht rechtzeitig ausspielen könnt).

Eine kleine Anzahl an Ländern, die euch Lebenspunkte verlieren lassen, lässt sich gut handhaben, denn ihr könnt sie einsetzen, wenn ihr mal verzweifelt seid. Oft werdet ihr allerdings den Luxus haben, einfach auf andere Länder zurückgreifen zu können.

Kehren wir zu dem Beispiel des langsamen Abzan-Decks zurück, in dem ich gern drei Kopien des Llanowar-Ödlands spiele. Das ist nett, denn es kommt ungetappt ins Spiel, sodass ich meine Zauber rechtzeitig ausspielen kann, und es erzeugt zwei verschiedene Arten von Mana, was mir dabei hilft, nicht unter Manaknappheit zu leiden. Drei sind jedoch so wenige, dass es unwahrscheinlich ist, dass ich mehrere von ihnen ziehe, weshalb ich mich auch fast nie allzu sehr auf sie verlassen muss. Wenn ich Glück habe, tappe ich sie die gesamte Partie über nur für farbloses Mana. Und selbst wenn ich ein paar Schadenspunkte hinnehmen muss, bedeutet das, dass ich meine frühen Zauber dann ausspielen kann, wann ich es tun muss, und ich meine anderen Länder im späteren Teil der Partie für schwarzes und grünes Mana einsetzen kann.

Eine Wahl treffen

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Blutbeflecktes Schlammloch und Höhlen des Blutvergießens herauszuarbeiten, auch wenn beide rotes und schwarzes Mana produzieren können.

 

Wenn ihr Höhlen des Blutvergießens spielt, habt ihr für den Rest der Partie sowohl schwarzes als auch rotes Mana zur Verfügung. Spielt ihr jedoch Blutbeflecktes Schlammloch, müsst ihr euch zwischen einem Sumpf oder einem Gebirge entscheiden. In den meisten Partien macht das wenig Unterschied. Schaut euch jedoch einmal diese Starthand hier an:

Wald
Blutbeflecktes Schlammloch
Rakshasa-Todbringer
Blitzeinschlag
Mörderischer Schnitt

Sarkhan Drachensprecher

 


Nissa die Weltenerweckerin

 

Hier werdet ihr eine gewichtige Entscheidung fällen müssen. Wollt ihr euren Rakshasa-Todbringer oder euren Blitzeinschlag in Runde Zwei spielen? Welche Konsequenzen hat die Wahl für den Rest der Partie?

 

In Grenzfällen ist es am sichersten, euer Blutbeflecktes Schlammloch nicht wie eine vollwertige Quelle für beide Manafarben zu behandeln. In Hinsicht auf die obigen Richtlinien könntet ihr vier Blutbefleckte Schlammlöcher am ehesten einfach als je drei Quellen für rotes und schwarzes Mana ansehen. Das ist natürlich keine exakte Wissenschaft, aber trotzdem ein Faktor, den ihr berücksichtigen könnt. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb für euer dreifarbiges Deck die Sich entfaltende Wildnis weniger interessant ist als ein Triland. Hat euer Deck außerdem einen Rakshasa-Todbringer, dann solltet ihr bedenken, was es bedeutet, früh in der Partie nach einem Gebirge zu suchen und ob dies ein Teil eurer Hauptstrategie sein sollte oder nicht.

 

Alles fügt sich zusammen

 

Nun werde ich einfach mal um des Beispiels willen in die Rolle meines besagten namenlosen Freundes schlüpfen, der eine Deckidee ohne Manabasis einreicht:

 

Beispieldeck ohne Länder

Download Arena Decklist

 

Das ist natürlich nicht das beste Deck im Standard. Eigentlich ist es ohne Manabasis überhaupt kein Deck! Womöglich wird es vielleicht bald zu einem halbwegs wettbewerbsfähigen Deck, aber es soll ja auch eigentlich nur als Beispiel herhalten.

 

Ich habe oben 32 Karten aufgeführt, was bedeutet, dass noch jede Menge Platz für Länder und vielleicht ein paar Manakreaturen wie Elfen-Mystiker oder Wald-Karyatiden bleibt.

 

Betrachten wir zunächst die „Notwendigkeitsskala". Mit dem, was wir hier haben, würde ich sagen, dass Schwarz, Rot und Grün alles Hauptfarben sind. Ich muss nicht automatisch einen Mulligan nehmen, wenn ich nicht alle drei Farben auf der Hand habe – schwarzes und rotes Mana mit einer Gedankenergreifung und einem Blitzeinschlag können mir ein bisschen Zeit verschaffen. Wahrscheinlich werde ich aber dennoch jede Partie verlieren, in der mir nicht alle drei Manafarben zur Verfügung stehen. Also sollte ich etwa vierzehn bis sechszehn Quellen jeder Manafarbe haben. Am besten bewege ich mich wohl sogar am oberen Ende dieser Spanne, da ich zwei von jeder Farbe brauche, um meine Zaubersprüche wirken zu können.

 

An diesem Punkt lohnt es sich, über die Wald-Karyatide nachzudenken. Zur Vorbereitung teurerer Karten mit mehrfarbigen Manakosten ist die Karyatide eine tolle Option. Ich rechne vier Wald-Karyatiden als ungefähr zwei Manaquellen für jede Manafarbe. Ich brauche jedoch ein Land, das grünes Mana macht, bevor ich meine Karyatide ausspielen kann. Daher führt diese Ergänzung dazu, dass Grün die Farbe ist, die ich unbedingt auf meiner Starthand vorfinden will. Ich strebe also siebzehn Länder an, die grünes Mana produzieren, und mindestens vierzehn für rotes und schwarzes Mana.

 

Betrachten wir als Nächstes das Wesen des Decks. Es handelt sich um ein Midrangedeck, das darauf aus ist, die Lebenspunkte des Gegners in Bedrängnis zu bringen. Es ist nicht selbstmörderisch aggressiv, aber es möchte schon ein gewisses Tempo vorlegen. Ich würde sagen, ich könnte ganz bequem mit sieben Ländern spielen, die getappt ins Spiel kommen (mit neun würde es dann schon etwas enger werden). Unglücklicherweise gibt es in dieser Farbkombination kein Triland.

 

4 Tempel der Unbekümmertheit
2 Tempel des Siechtums
1 Tempel der Bosheit

 

Suchen wir als Nächstes nach Ländern, die nicht getappt ins Spiel kommen und die mehrere Manafarben produzieren.

 

4 Blutbeflecktes Schlammloch (Ich brauche dafür mindestens zwei Gebirge und zwei Sümpfe)
4 Llanowar-Ödland
2 Mana-Zusammenfluss

 

Mehr als zwei Exemplare von Mana-Zusammenfluss zu spielen, würde bedeuten, eine Menge Schaden zu nehmen. Daher müssen diese beiden reichen. Außerdem spiele ich immer gern ein Urborg, Grab von Yawgmoth. Wenn ich die Gebirge, Sümpfe und Urborg hinzunehme und die vier Exemplare von Blutbeflecktes Schlammloch als drei Manaquellen zähle, dann habe ich:

 

22 Länder
12 grüne Manaquellen
12 rote Manaquellen
15 schwarze Manaquellen

 

Das ist mehr als genug Schwarz, fast genug Rot, aber noch lange nicht genug Grün. Gehen wir also noch mal zurück und spielen zwei weitere, leicht andere Länder, die getappt ins Spiel kommen.

 

4 Tempel der Unbekümmertheit
2 Tempel des Siechtums
3 Wildes Hochland

 

Plus:

 

4 Blutbeflecktes Schlammloch
4 Llanowar-Ödland
2 Mana-Zusammenfluss
1 Urborg, Grab von Yawgmoth
2 Gebirge
2 Sumpf

 

Das ergibt:

 

24 Länder"
15 grüne Manaquellen
14 rote Manaquellen
14 schwarze Manaquellen

 

Das haut immer noch nicht ganz hin. Also stehe ich vor zwei schlechten Optionen. Entweder fordere ich mein Glück heraus und akzeptiere, dass ich in einigen Partien in Sachen Mana knapp bei Kasse sein werde, oder ich nehme mehr Exemplare von Mana-Zusammenfluss ins Deck und erleide wesentlich mehr Schaden, als ich es mir eigentlich erlauben sollte.

 

Ziehen wir doch lieber eine dritte Möglichkeit in Betracht: das Deck leicht umzustrukturieren. Ich tausche die vier Des Helden Untergang gegen einen vierten Blitzeinschlag und drei Exemplare von Mörderischer Schnitt ein. Dann werfe ich die Rakshasa-Todbringer zugunsten zweier Elfen-Mystiker und zweier Segenspendender Satyre raus. Jetzt ist Schwarz nur auf den drei Gedankenergreifungen und einer Handvoll Karten fürs Late-Game vertreten. Es gibt keinen Zauber mehr mit doppelt Schwarz.

 

Schwarz wurde also zur Sekundärfarbe herabgestuft. Zählen wir die Wald-Karyatiden als zwei schwarze Manaquellen, dann sollten elf weitere ausreichen.

 

Tempel der Unbekümmertheit
3 Wildes Hochland
2 Sich entfaltende Wildnis
3 Blutbeflecktes Schlammloch
2 Wald
2 Gebirge
1 Sumpf
1 Urborg, Grab von Yawgmoth
4 Llanowar-Ödland
2 Mana-Zusammenfluss

 

Und das ergibt:

 

24 Länder
17 grüne Manaquellen
15 rote Manaquellen
12 schwarze Manaquellen

 

Nun habe ich eine ausreichend große Menge grünes Mana und mehr als genug rotes und schwarzes. Wann immer es möglich ist, versuche ich, ein bisschen über das absolute Minimum hinauszugehen. Hier ist das Gesamtergebnis:

 

Beispieldeck mit Ländern

Download Arena Decklist

 

Ich habe ein bisschen geschummelt und meine beiden Exemplare von Sich entfaltende Wildnis als zwei volle grüne Manaquellen gezählt, aber immerhin sollte das Deck jetzt laufen, auch wenn es nicht perfekt ist.

 

 

Die meisten Deckbauer versuchen, ihre Länder auf die Zauber abzustimmen, doch dieses Deck hier wurde nur dadurch möglich, dass ich die Zauber auf die Länder abgestimmt habe. Und deshalb ist es ein Fehler, ein Deck zu bauen, ohne sich gleichzeitig auch um seine Manabasis zu kümmern.

 

Versucht immer, das große Ganze zu sehen. Für ein Magic-Deck ist die Manabasis einer der wichtigsten Teile dieses Ganzen.

 

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