Signale im Boosterdraft

Posted in Level One on December 1, 2015

By Reid Duke

Over the span of the last nineteen years, since he was five years old, Reid has been a player, a deck builder, a collector, and a lover of the Magic world. Today, he’s a full-time professional Magic player and writer.

In Level One erklärt Reid Duke Magics Grundlagen. Diese Kolumne wurde im letzten Jahr auf Englisch veröffentlicht und wird jetzt für euch übersetzt. Viel Spaß beim Lesen!


Die Grundlagen des Boosterdrafts sind relativ einfach. Es gibt allerdings jede Menge Feinheiten, die nicht ganz so leicht zu verstehen sind. Schauen wir uns dieses Format also einmal etwas genauer an.

Ich werde zwar Khane von Tarkir als Beispiel für Drafts heranziehen, doch wie immer in Level One lassen sich die folgenden Richtlinien auf jedes Format anwenden.

Eine der wichtigsten und schwierigsten Fragen im Boosterdraft ist die, wie und wann man seine Farben auswählen sollte. Es ist gar nicht so leicht, genau zu wissen, wann man sich an die zuerst ausgesuchte Farbe halten sollte, wann man die Farben wegen eines empfangenen Signals wechseln sollte oder wann man sich eine Bombe schnappen sollte, die man in der zweiten oder dritten Packung findet. Ich hoffe, euch eine relativ simple Orientierungshilfe aufzeigen zu können, die euch bei den komplexen Entscheidungen beim Boosterdraft hilft.

Das Stufensystem

Das Stufensystem ist eine Möglichkeit, die relative Stärke der Karten einzuschätzen, die man bei einem Draft zu sehen bekommt. Anstatt eine Rangliste mit der absoluten Mächtigkeit aller Karten im Set anzulegen – was schwierig ist und eure Optionen im Draft unnötig einschränkt –, könnt ihr einfach jeder Karte eine bestimmte Stufe zuweisen und sie zusammen mit den Karten von vergleichbarer Stärke „ablegen“. Wenn ihr euch zwischen Karten derselben Stufe entscheiden müsst, könnt ihr diejenige wählen, die besser in euer Deck passt. Müsst ihr euch zwischen Karten unterschiedlicher Stufen entscheiden, so müsst ihr etwas gründlicher nachdenken und das Konzept von Signalen berücksichtigen. (Mehr dazu gleich.)

Das hier sind die Stufen, die ich Karten beim Draften zuweise:

Bomben

Bomben sind Karten, die stark genug sind, um oft ganz allein über den Ausgang einer Partie zu entscheiden. Beim Draften gleich im ersten Booster eine solche Karte zu finden, ist wie ein Lottogewinn! Sie bilden die höchste Stufe, denn diese Karten solltet ihr in der frühen Phase des Drafts allen anderen vorziehen, und zu einem späteren Zeitpunkt können sie euch durchaus dazu bringen, eine drastische Änderung der Richtung in Erwägung zu ziehen, die ihr einschlagen wollt.

Erstklassige Entfernungszauber

Auf die Bomben folgen die erstklassigen Entfernungszauber. Mit „erstklassig“ meine ich Karten von hoher Qualität (vielseitig, zuverlässig und manaeffizient), denen schwer beizukommen ist. Allzu viele gibt es in den meisten Drafts nicht. Anders als Bomben gewinnen diese Karten allein keine Partien, aber sie sorgen für jede Menge Kontrolle über das Spiel und können manchmal auch als Antwort auf gegnerische Bomben herhalten. Wenn ihr gleich zu Anfang ein paar solcher Karten ergattern könnt, könnt ihr euch sehr glücklich schätzen.

Starke Füllkarten

Füllkarten sind solche Karten, die den Großteil eures Decks bilden werden. Bei den meisten Drafts werdet ihr froh sein, eine Bombe und zwei oder drei erstklassige Entfernungszauber zu bekommen. Der Rest eures Decks wird einfach aus ganz normalen, alltäglichen, bodenständigen Karten bestehen – den Füllkarten eben.

Starke Füllkarten sind Karten, mit denen ihr gern spielt und die ihr nur selten aus dem Deck nehmen werdet. Es handelt sich um einen Großteil der häufigen und nicht ganz so häufigen Kreaturen, um Entfernungszauber, die zwar vielleicht etwas teurer, aber immer noch zuverlässig sind, und um eine Handvoll der absolut besten Nichtkreaturen und Nicht-Entfernungszauber wie etwa Wegzwingen.

Schwache Füllkarten und Sideboardkarten

Dies sind die „Nimm sie oder lass es bleiben“-Karten, die ihr braucht, um euer Deck abzurunden. Es ist normal und völlig akzeptabel, mit ein paar langweiligen Morphs, überteuerten Entfernungszaubern und durchschnittlich guten Kampftricks zu spielen.

Normalerweise beendet ihr einen Draft mit mehr schwachen Füllkarten, als euch lieb ist. Auch wenn die meisten dieser Karten es wahrscheinlich nicht in euer Hauptdeck schaffen, haben sie dennoch einen gewissen Wert als Optionen fürs Sideboarden.

Größtenteils nutzlos

Ihr könnt euch die Mühe sparen, so zu tun, als würden diese Karten existieren. Das ist wirklich nur äußerst selten ein Fehler.

Der erste Booster: Die Richtung finden

Das Stufensystem kann euch dabei unterstützen, die einzelnen Karten zu finden, die ihr aus dem Booster nehmen wollt, und euch einen Schubs in die richtige Richtung hin zu einem effektiven Endprodukt geben.

Die erste Wahl (oft zu P1P1 abgekürzt, weil es der erste Pick aus der ersten Packung ist) fällt einem für gewöhnlich eher leicht. Sofern ihr keine besondere Farbe oder Archetyp bevorzugt, nehmt ihr einfach die stärkste Karte in der Packung.

Bei eurer zweiten Auswahlmöglichkeit wird es schon interessanter. In einer perfekten Welt passt eure zweite Karte zur Farbe der ersten, doch heißt das auch, dass ihr eine stärkere Karte weitergeben solltet, um eurer Farbe treu zu bleiben?

Zunächst solltet ihr herausfinden, welches die stärkste Karte im Booster ist und danach die stärkste in eurer Farbe. Angenommen, es handelt sich dabei nicht um dieselbe Karte: Wie groß ist der Unterschied im Machtniveau? Befinden sie sich auf unterschiedlichen Stufen, dann solltet ihr die beste Karte nehmen. Stehen sie jedoch auf derselben Stufe, dann nehmt ruhig die farblich passende Karte und nutzt so den Umstand aus, dass sie sich gut mit eurer ersten Karte ergänzt.

Nehmen wir an, eure erste Karte war der Treuschwingen-Roc (juhu!). Eure Optionen für die zweite Karte sind Tapferer Widerstand und Erbe der Wildnis. Erbe der Wildnis ist mit Sicherheit eine bessere Karte als Tapferer Widerstand, aber der Machtunterschied ist nicht groß. Beide befinden sich auf der Stufe „Starke Füllkarten“. In diesem Fall solltet ihr zu Tapferer Widerstand greifen und eure Wahl einer zweiten Farbe noch etwas aufschieben, damit ihr für den Rest des Drafts flexibler und offener für neue Möglichkeiten bleibt.

Nehmen wir stattdessen an, dass eure zweite Wahlmöglichkeit aus Tapferer Widerstand und Mörderischer Schnitt besteht. Mörderischer Schnitt liegt eine Stufe über Tapferer Widerstand und ist somit also ein „erstklassiger Entfernungszauber“. Der Machtunterschied zwischen den beiden Karten ist groß genug, dass es sich lohnt, jetzt schon eine zweite Farbe hinzuzunehmen. Es ist immer gut, im Draft offen zu bleiben und auf günstige Gelegenheiten zu warten, aber worauf wollt ihr sonst warten, wenn nicht auf Mörderischer Schnitt?

Diese Strategie könnt ihr auch im weiteren Verlauf des Drafts anwenden. Stehen zwei Karten auf derselben Stufe (sind sie also von vergleichbarer Stärke), dann nehmt einfach die, die am besten in euer Deck passt. Sticht eine Karte deutlich heraus, dann solltet ihr in Erwägung ziehen, lieber diese zu nehmen. Ihr könnt euch entweder einer neuen Farbe zuwenden oder einfach auf eine mächtige Karte abseits eurer Farben spekulieren, nur für den Fall, dass ihr euch später im Draft dazu entscheidet, zu dieser neuen Farbe zu wechseln.

Signale

Erinnert euch an letztes Mal:

„Wenn benachbarte Drafter herausgefunden haben, was sie jeweils draften, dann sind sie in der Lage, zusammenzuarbeiten und am Ende auch bessere Decks zu bauen. Diese Art von Verständigung und Kooperation lässt sich durch Signale erreichen: Signale ergeben sich daraus, welche Karten ihr weitergebt, welche ihr erhaltet, welche ihr nicht weitergebt und welche ihr nicht von euren Nachbarn bekommt.“

Signale und das Stufensystem

Das Konzept von Signalen ist selbst für erfahrene Drafter eine echte Herausforderung. Doch seid unbesorgt! Wenn ihr das Stufensystem anwendet, werdet ihr automatisch auf Signale reagieren, selbst wenn ihr euch gar nicht bewusst darauf konzentriert!

Bekommt ihr eine sehr starke Karte, die auf einer viel höheren Stufe als der Rest der Packung steht, dann verlangt das Stufensystem, dass ihr diese Karte nehmt oder es zumindest in Betracht zieht.

„Das beste Beispiel für ein Signal ist es, eine sehr starke Karte sehr spät im Draft zu bekommen.“ Mit anderen Worten: Schaut ihr euch das Ganze unter dem Gesichtspunkt „Signale“ an und seht eine Karte, die sich deutlich von den anderen abhebt, dann gibt euch das einen Hinweis auf eine freie Farbe, die ihr sofort zu draften anfangen solltet.

Wie ihr seht, führen euch die Signale und das Stufensystem in diesem Fall zur gleichen Entscheidung. Ihr profitiert also von dem Signal, ohne euch dessen überhaupt bewusst zu sein!

Die Konzepte hinter den Signalen

Da ihr jedoch Level One lest, seid ihr kluge Menschen (mit gutem Geschmack, wie ich unbedingt hinzufügen möchte!), die sich vielleicht nicht einfach so mit einem „Vertraut mir!“ zufriedengeben. Steigen wir also ein bisschen tiefer ein und versuchen zu verstehen, wie Signale in einem Boosterdraft genau funktionieren.

Euer Ziel ist es, von den Menschen um euch herum verschiedene Farben zu bekommen. Gelingt euch das, dann erhaltet ihr natürlich mehr gute Karten für euer Deck – ganz einfach deshalb, weil eure Nachbarn sie nicht haben wollen.

Ihr wollt keine Farben haben, die an eurem Tisch schon überdraftet werden. (Draften sechs von acht Spielern Schwarz, dann ist Schwarz überdraftet und die guten schwarzen Karten werden sehr schnell rar.) Ihr wollt euch keine Farben mit dem Spieler rechts von euch oder dem zwei Plätze rechts von euch oder dem drei Plätze rechts von euch teilen. Ihr wollt euch keine Farben mit dem Spieler links von euch oder dem zwei Plätze links von euch teilen – und so weiter und so fort. Natürlich könnt ihr nicht alle diese Ziele gleichzeitig erreichen. Es ist schlicht nicht realistisch zu glauben, dass sich außer euch kein anderer für eure Farben interessiert. Ich wollte lediglich auf die Tatsche hinweisen, dass es kleine Unterschiede zwischen all diesen Situationen gibt.

Bei der ersten Packung erhaltet ihr Signale von dem Spieler zu eurer Rechten. Bekommt ihr eine starke Karte wie etwa Mörderischer Schnitt weitergereicht, dann ist das ein Hinweis darauf, dass der weitergebende Spieler sich nicht für Schwarz interessiert. Ich betone das Wort Hinweis, denn ein Signal ist nie ein zweifelsfreier Beleg. Vielleicht draftet euer Nachbar Schwarz, hat sich aber Sorin, Ehrwürdiger Besucher anstelle von Mörderischer Schnitt geschnappt. Vielleicht hat euer Nachbar zwar Mörderischer Schnitt weitergegeben, entscheidet sich aber später trotzdem, Schwarz zu draften. Vielleicht schätzt er aber auch Mörderischer Schnitt anders ein als ihr. Reicht man ihn euch also weiter, dann ist das lediglich ein Indiz, das ihr zur Kenntnis nehmen könnt. Folgen weitere solcher Indizien, dann verhärten sie sich zu der Annahme, dass Schwarz frei ist, was für ein klareres Bild dessen sorgt, was eigentlich gerade vor sich geht.

Genauso lassen sich Signale aus der Abwesenheit starker Karten ableiten. Nehmen wir an, eure erste Karte ist Treuschwingen-Roc und eure zweite Tapferer Widerstand. Eure dritte Auswahl ist enttäuschend: Die beste Karte, die ihr nehmen könntet, wäre Weitblick-Habicht. In Packung Vier gibt es keine weiße Karte und in Packung Fünf nur eine Auslöschung. Was ist hier los? Tja, ihr seht da eine ungewöhnlich kleine Anzahl weißer Karten und die auffällige Abwesenheit von irgendetwas Starkem. Das ist ein Signal, dass einer oder mehr Spieler am Tisch Weiß draften könnten.

Bei der ersten Packung sendet ihr Signale an den Spieler zu eurer Linken. Gebt ihr Mörderischer Schnitt weiter, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass jemand hinter euch anfangen wird, Schwarz zu draften. Schnappt ihr euch jede gute weiße Kare, die euch über den Weg läuft, dann ist es ein bisschen weniger wahrscheinlich, dass jemand nach euch Weiß draftet, aber natürlich könnt ihr euch da nicht sicher sein. Ihr kennt nicht alle Variablen im Draft dieses Spielers und man weiß nie genau, wie jemand anderes denkt.

Auf Signale reagieren

Beim Deuten von Signalen geht es darum, über den Verlauf des Drafts hinweg Informationen zu sammeln. Auf Signale zu reagieren, bleibt allerdings immer ein Wagnis. Je länger ihr wartet, bis ihr reagiert, desto klarer werden auch die Signale werden, die ihr empfangt. Doch je länger ihr wartet, desto weniger Zeit habt ihr auch, die Vorteile zu nutzen, die es mit sich bringt, die freie Farbe gefunden zu haben. Zu wissen, wie ihr diese Dinge gegeneinander abwägt, ist einer der anspruchsvolleren Aspekte beim Boosterdraft und hängt stärker von eurer Erfahrung ab als alles, was ich in diesem oder irgendeinem anderen Artikel schreiben könnte.

Es gibt Momente, in denen ihr den Signalen in Bezug auf eine freie Farbe folgen solltet, und solche, bei denen ihr lieber bei dem bleibt, was ihr tut.

Nehmen wir an, in eurer ersten Packung findet ihr weder eine Bombe noch einen guten Entfernungszauber. Ihr nehmt euch also als Erstes Erbe der Wildnis. Auch die zweite Packung ist recht schwach. Daher greift ihr nach Wegzwingen. Die dritte Packung ist endlich etwas stärker und beinhaltet sowohl Spannungsfeld (aus der Kategorie „erstklassige Entfernungszauber“) und Brutaler Fausthieb. Das ist eine ziemlich knifflige Entscheidung, bei der das Stufensystem die Entscheidung nur beeinflussen kann, anstatt euch eine todsichere Empfehlung zu geben. Wir haben Brutaler Fausthieb noch keine Stufe zugewiesen: Er ist deutlich schwächer als Spannungsfeld, könnte aber durchaus entweder ein „erstklassiger Entfernungszauber“ oder eine „starke Füllkarte“ sein. Zudem habt ihr bereits zwei verschiedene Farben. Es hat also sicherlich seinen Preis, sich derart früh schon auf eine dritte zu stürzen. Nehmen wir beispielshalber einmal an, dass ihr Brutaler Fausthieb nehmt. Ihr seid euch aber bewusst, dass das Spannungsfeld ein Hinweis darauf ist, dass Weiß noch frei sein könnte.

Als Nächstes seht ihr eine Packung mit dem Mardu-Hordenhäuptling als hervorstechende Karte und einem Feuchtlandsambar als beste Karte in euren Farben. An diesem Punkt habt ihr nun gleich zwei Signale erhalten, dass Weiß frei sein könnte. Es ist daher an der Zeit, auf dieses Signal zu reagieren. Euer grün-blaues Deck ist bislang noch nicht wirklich bahnbrechend, und diesen Feuchtlandsambar werdet ihr nicht unbedingt schmerzlich vermissen. Ihr solltet den Mardu-Hordenhäuptling nehmen, aber nicht deshalb, weil er für sich genommen schon eine so starke Karte ist, um ganz allein dafür zu sorgen, dass ihr eine andere Richtung einschlagen wollt. Was ihr tatsächlich tut, ist, darauf zu spekulieren, dass ihr im weiteren Verlauf des Drafts noch mehr starke weiße Karten bekommt, was den bisherigen Signalen nach durchaus passieren könnte.

In anderen Situationen solltet ihr eurem ursprünglichen Plan treu bleiben. Kehren wir zu dem Beispiel zurück, bei dem eure erste Karte ein Treuschwingen-Roc und die zweite ein Tapferer Widerstand war, gefolgt von einigen schwächeren Füllkarten. Nach der sechsten oder siebten Karte ist Weiß versiegt, und ihr seid euch ziemlich sicher, dass einer oder mehr Spieler rechts von euch Weiß draften. Solltet ihr das sinkende Schiff verlassen?

Hier lautet die Antwort: Nein. Zum einen ist der Treuschwingen-Roc eine so starke Karte, dass ihr ihn auf keinen Fall aufgeben solltet, und zum anderen ist der Draft bereits so weit fortgeschritten, dass ihr kaum Vorteile davon haben werdet, eine freie Farbe zu finden. Beim achten Durchgang sind die guten Karten aus der ersten Packung schon alle weg, sodass ihr sicher nichts Spektakuläres bekommen werdet, selbst wenn ihr die Farbe ändert. Zugegeben: Es ist schon unwahrscheinlich, dass ihr gute weiße Karten aus der dritten Packung bekommen werdet. Wie aber steht‘s mit der zweiten Packung? Die Spieler zu eurer Linken geben die zweite Packung an euch weiter, und denen habt ihr ein ziemlich starkes Signal gesendet, dass sie besser nicht Weiß draften sollten (indem ihr keine weißen Karten an sie weitergegeben habt). Aus Packung Zwei erhaltet ihr also wahrscheinlich sehr gute weiße Karten!

Option A ist also, bei Weiß zu bleiben, euren Treuschwingen-Roc zu spielen und hoffentlich gute Karten in Packung Zwei zu bekommen. Man geht natürlich das Risiko ein, dass Packung Drei eher schwach sein wird. Option B ist es, die Farbe zu wechseln, euren Treuschwingen-Roc und die vier oder fünf anderen weißen Karten, die ihr schon habt, jetzt aufzugeben, minimal bessere Füllkarten aus der ersten Packung zu erhalten, eine schwer einzuschätzende zweite Packung zu kriegen und auf eine gute dritte Packung zu hoffen. Und da gefällt mir Option A doch besser!

Versteht mich nicht falsch: Es ist nie ideal, die gleiche Farbe zu draften wie der Spieler, der an euch weitergibt. Der Schlüsselfaktor ist hier jedoch der, dass der günstige Zeitpunkt zum Wechseln bereits vorüber ist, sobald ihr endlich genug Informationen aus den Signalen herausgelesen habt, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Genau zu wissen, wann man solche Entscheidungen trifft, kommt mit wachsender Erfahrung.

Wie solltet ihr draften?

Ich hoffe, dieser Artikel konnte euch zumindest ansatzweise ein Gefühl für das Konzept hinter den Signalen vermitteln. Sie – und Boosterdraft im Allgemeinen – stellen sehr komplexe Themen dar, und es kann Jahre dauern, bis man sie komplett durchdrungen hat.

Falls ihr im Draft noch ungeübt seid, kann ich euch nur raten, ein wenig mehr über Signale nachzudenken und darauf zu achten, was ihr in einem Draft seht und was es genau bedeuten könnte. Auf diese Dinge zu achten, wird euren Lernprozess beschleunigen, doch euer Fokus sollte in aller Regel darauf liegen, euer eigenes Deck zusammenzustellen, anstatt zu versuchen, zu viele Herausforderungen auf einmal anzugehen.

Das Stufensystem ist ein guter Rahmen, um über eure eigenen Karten nachzudenken. Seht ihr zwei Karten vergleichbarer Stärke, dann nehmt die, die euch im jeweiligen Moment nützlicher erscheint – sei es, dass sie besser zu euren Farben passt, eine Lücke in eurer Manakurve füllt und so weiter. Unterscheiden sich Karten in ihrer Stärke sehr deutlich, dann könnt ihr in Erwägung ziehen, die Farbe zu ändern, oder zumindest darauf spekulieren, was noch kommen könnte. Auf diese Weise könnt ihr euch ganz organisch von den Signalen leiten lassen und davon profitieren.

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