Hallo, Pauper-Spielende! Hier ist Gavin Verhey im Namen des gesamten Pauper-Formatgremiums.

Vor Kurzem haben wir die Karten aus dem Zeta Set enthüllt, einem neuen Secret Lair Release. Zwar sind diese Karten allesamt neu aufgelegte Karten, die keine Änderungen an kompetitiven Formaten mit sich bringen, allerdings ist dabei das Detail zu beachten, dass zwölf von ihnen nun zum ersten Mal als häufige Karten gedruckt wurden. Diese Tatsache wurde heiß diskutiert. Die Spielenden fragen sich, was es damit auf sich hat, und die Leute hoffen darauf, dass sie mit diesen Karten spielen können.

Heute kündigen wir an, dass diese Karten in Pauper legal sein werden (mit ein paar Anmerkungen). In der Vergangenheit mag anderes zu hören gewesen sein und diese heutige Ankündigung stellt eine Kehrtwende von solchen früheren Aussagen dar. Heute erkläre ich, was es damit auf sich hat, wie wir zu diesem Ergebnis gekommen sind und was dies für die Zukunft bedeutet.

Los geht’s!

Entwicklung des Zeta Sets

Außerhalb neuer Magic-Karten haben Secret Lair Versionen von Karten keine Auswirkungen auf Format-Legalität gehabt. Bislang gab es nie einen Grund, warum dies der Fall gewesen sein sollte, und wir haben nie diskutiert, wie sich Secret Lair Releases auf Pauper oder die Personen auswirken, die Formate verwalten, und ob sie Secret Lair Karten überprüfen sollten.

Das Release des Zeta Sets hat dies geändert. Damit klar ist, worum es geht, sind hier die zwölf Karten, die in diesem Release zum ersten Mal als häufige Karten gedruckt werden.

  • Abfertigen
  • Zu Staub zurückkehren
  • Serra-Engel
  • Narcamöbe
  • Nicht ablehnbares Angebot
  • Niederstrecken
  • Sengir-Vampir
  • Preis des Fortschritts
  • Vandalenrandale
  • Gigantosaurus
  • Unheilskauz
  • Laterne des Seelenführers

Als diese Karten enthüllt wurden, besprachen Wizards, das Pauper-Formatgremium und ich die Konsequenzen und wie wir damit umgehen wollten. Ein paar verschiedene Aspekte führten schließlich zum Entschluss, dass sie in Pauper legal sein würden.

Auf der einen Seite würden diese Karten erhebliche Folgen für das Pauper-Format nach sich ziehen, und bei vielen davon nicht unbedingt positive. Eine Karte wie die Narcamöbe müsste sofort gebannt werden und bei vielen anderen ist unwahrscheinlich, dass sie für mehr Spaß im Format sorgen würden.

Zweitens war die neue Seltenheit dieser Karten nicht dadurch motiviert, ein neues Spielerlebnis zu bieten. Für jede einzelne andere in Pauper legale Karte in der Geschichte von Magic wurde von einer Person, die das Gameplay eines Sets oder Produkts gestaltete, entschieden, dass sie häufig sein sollte. Ganz gleich, ob es eine Karte in einem Hauptset, eine Seltenheitsherabstufung in einem Set neu aufgelegter Karten oder der Utrom-Überwacher in einem Co-Op-Produkt war; für jede Karte wurde von einer Person aus dem Designteam bewusst die Entscheidung getroffen, dass sie als häufige Karte passend wäre. Selbst die häufige Version von An die Kehle gehen im Warhammer 40,000 Commander-Deck wurde vom Spieldesign-Team dort platziert. Die Seltenheiten der Karten aus dem Zeta Set hingegen haben nichts mit Spieldesign zu tun. Die Absicht hinter diesen häufigen Karten war nicht, dass sie Karten waren, die wir normalerweise als häufige Karten drucken würden, und sie war auch nicht, dass sie sich auf irgendwelche Format-Legalitäten auswirken würden.

Drittens könnte es bei der Turniervorbereitung frustrierend sein, immer im Auge behalten zu müssen, ob zu recht zufälligen Zeitpunkten Karten durch zukünftige Secret Lair Releases den Weg in Pauper gefunden haben. Ich und andere waren der Auffassung, dass dies in der Pauper-Community nicht gut ankommen würde. Ich nahm an, die Vorstellung, dass Karten durch ein Secret Lair Release in Pauper hineingedruckt werden können, würde als gegen den Geist des Formates wahrgenommen werden.

Angesichts all dieser Argumente entschlossen wir – das Pauper-Formatgremium und Wizards – uns zunächst kollektiv, dass diese Karten in Pauper nicht legal sein würden.

Die Reaktion auf die Reaktion

Pauper ist ein Format, das von der Community für die Community erschaffen wurde. Genau deswegen gibt es das Pauper-Formatgremium. Und genau deswegen bin ich auch davon überzeugt, dass es äußerst wichtig ist, Rückmeldungen anzunehmen. Und genau das haben wir getan.

Im Laufe der letzten Woche hat uns ein Großteil der Community ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, dass sie möchte, dass diese Karten in Pauper legal sein sollten und wir Karten bannen sollen, die wir für zu problematisch halten, anstatt kategorisch zu beschließen, dass die Seltenheiten in Secret Lair Releases keinen Einfluss auf die Format-Legalität haben. Also haben wir Nachforschungen angestellt und ich habe einige Gespräche geführt.

Gehen wir also noch einmal auf meine drei Punkte von oben ein.

Zuallererst erkenne ich an, dass ich und andere bei Wizards uns zwar des Unterschieds in den Absichten hinter diesen und anderen in Pauper legalen Karten sehr bewusst sind, die Spielenden dies aber anders wahrnehmen. Unabhängig davon, wie eine Karte entwickelt wurde, oder ob sie für Tabletop oder in Magic Online als häufige Karte erschien, war die Seltenheit immer die eine unumstößliche Messlatte, an der sich das Format orientiert und auf die Leute bei neuen Releases, insbesondere in Produkten in Booster-Form, achten. Das „C“ unten auf der Karte ist eine unbestreitbare Wahrheit in den traditionell kompromisslosen Regeln von Magic. Dieses Argument haben wir von euch allen in der letzten Woche oft gehört.

Zweitens: Wenn zu erwarten wäre, dass ständig neue Karten über Secret Lair ihren Weg in das Format finden würden, wäre ich weitaus besorgter. Wenn Karten kurz vor einem wichtigen Event wie aus dem Nichts im Format legal werden, wäre dies wahrscheinlich eine Quelle der Frustration. Nachdem wir diese Gefahr jedoch mit dem Secret Lair Team besprochen hatten, einigten wir uns alle darauf, dass uns zukünftige Seltenheitsherabstufungen zu häufigen Karten uns im Voraus gezeigt werden würden. Das bedeutet zwar nicht unbedingt, dass wir ein Veto einlegen können, aber es gibt uns die Gelegenheit, unser Feedback einzubringen. Außerdem stehen Booster-Produkte mit zufälligen Karten, die Seltenheitsherabstufungen zu häufigen Karten enthalten können, zurzeit für Secret Lair nicht auf dem Programm (mehr dazu in diesem Artikel). Das stimmt mich wesentlich optimistischer, dass wir diese Frage bei diesen einzelnen Karten in den Griff bekommen können.

Damit kommen wir zu diesen zwölf Karten und wie sie sich spielen. Wizards, das Pauper-Formatgremium und ich sind weiterhin der Meinung, dass sie in der Summe nicht wirklich positiv zum Spielspaß im Format beitragen. Manche von ihnen werden von Anfang an gebannt werden müssen, während wir andere genau im Auge behalten werden. Wenn es allerdings nur um die Frage geht, ob die Karten gut für das Format sind, haben wir ein Werkzeug zur Hand, das wir einsetzen können: die Liste der gebannten Karten.

Unsere Maßnahmen

Wir haben viele Diskussionen und Argumente dafür gelesen, dass diese Karten erlaubt sein sollten. Da Pauper ein von der Community bestimmtes Format ist, hat die vorherrschende Meinung in der Community für mich stets großes Gewicht. Andererseits möchte ich auch anerkennen, dass es neben der Mehrheit der Community, die für diese Änderung war, auch viele Leute zustimmten, dass diese Karten in Pauper nicht legal sein sollten. Wir können deren Gedankengang und das Bauchgefühl verstehen, dass „diese Karten nicht so aussehen, als sollten sie legal sein“. Da dieses Release-Modell für häufige Karten jedoch nicht oft wiederholt werden und zu Umwälzungen führen wird, überzeugte uns letztendlich das Argument, dass man nicht willkürlich zwischen Produkten unterscheiden sollte. Auf lange Sicht ergab es für Pauper Sinn, das einfache Kriterium der häufigen Seltenheit in Tabletop oder in Magic Online für die Legalität einer Karte beizubehalten. Es gibt viele häufige Karten an obskuren Orten, die vielleicht nicht den besten Einfluss auf Pauper haben, aber es ist nicht unsere Aufgabe, sie alle kategorisch aus dem Format zu entfernen. Dafür gibt es die Liste der gebannten Karten.

Daher entschieden wir uns für eine Kehrtwende. Diese Karten sind ab Montag, dem 7. September, zum Spielen in Turnieren legal, wenn auch mit ein paar Anmerkungen.

Erstens werden wir ein paar Karten von Anfang an bannen. Dabei handelt es sich um Karten, bei denen wir sehr sicher sind, dass sie problematisch sind, weil sie dazu führen würden, dass bestehende Decks die Partie noch schneller und wesentlich effizienter für sich entscheiden könnten.

Erstens bannen wir die Narcamöbe. Spion-Decks sind bereits eine Macht und diese Karte würde das Fass definitiv zum Überlaufen bringen. Die Narcamöbe und die Furchteinflößende Rückkehr, die in Pauper legal ist und gespielt wird, haben eine lange Geschichte des Schreckens miteinander, daher schieben wir dieser Kombination schon jetzt einen Riegel vor.

Zweitens bannen wir den Preis des Fortschritts. Rote aggressive Decks zählen schon seit Langem zu den stärksten Decks in Pauper und eine Karte, die für nur zwei Mana mühelos 6 oder mehr Schadenspunkte austeilt, ist einfach zu effizient, besonders wenn man mehrere Exemplare zieht.

Darüber hinaus werden mehrere andere Karten unter strenger Beobachtung stehen. Wir räumen diesen Karten eine kurze Bewährungsfrist ein, um zu beobachten, wie sie sich in das Format einfügen, halten sie aber bis zur nächsten Aktualisierung der Liste gebannter und eingeschränkter Karten an der kurzen Leine. Wir haben von vielen Spielenden gehört, wie sehr sie sich darauf freuen, mit diesen Karten zu spielen, und möchten ihnen diese Gelegenheit einräumen. Darunter sind Karten, die in Pauper extrem stark sein sollten, aber im Gegensatz zu den zwei gebannten, tragen sie nicht dazu bei, dass Partien schneller und effizienter gewonnen werden. Wir wollten genauer auf die besonders Erwähnenswerten eingehen, was aber nicht heißt, dass nicht auch andere in Erscheinung treten werden.

Der Unheilskauz ist eine Karte, die das Format in Richtung längerer Ressourcenschlachten lenkt, da er problemlos mit großen Bedrohungen wie dem Tolarianischen Schrecken abtauscht und sich mit Karten wie dem Blutbrunnen oder dem Ninja der späten Stunden leicht wiederverwenden lässt. Er ist eine äußerst mächtige Karte, könnte aber auch einige neue Decks ermöglichen, sodass wir ihm die Chance geben, ein wenig gespielt zu werden. Wir werden ihn aber an einer sehr kurzen Leine halten.

Die Vandalenrandale ist eine extrem starke Sideboard-Karte gegen Affinity-Decks, da sie viele ihrer Kreaturen und unterstützende Artefakte entfernt– darunter sogar Länder. Zwar ist ein Großteil der Manabasis von Affinity dadurch geschützt, dass sie aus unzerstörbaren Brücken besteht, aber dennoch ist die Vandalenrandale eine unglaublich mächtige Karte gegen dieses Deck. Andererseits ist Affinity auch sehr gut darin, sich neu aufzubauen und Karten aus dem Friedhof zurückzubringen und verfügt über Sideboard-Karten wie Urknalle, die gegen die Vandalenrandale wirksam sind. Da Affinity schon seit Jahren ganz oben im Metagame mitspielt, ist es vielleicht sogar ganz gut, dass nun eine weitere starke Sideboard-Karte gegen das Deck verfügbar ist. Es lohnt sich daher, erst einmal zu beobachten, was geschieht, bevor wir entscheiden, ob diese Karte bleiben kann oder nicht.

Abfertigen und Niederstrecken sind erstklassige Entfernungszauber. Angesichts der Allgegenwart von Artefaktländern ist Abfertigen in diesem Format oft mit Schwerter zu Pflugscharen vergleichbar. Allerdings bitten die Spielenden schon lange um einen starken weißen Entfernungszauber, daher ist es vorstellbar, dass Abfertigen einigen Strategien neues Leben einhauchen und als Gegenmaßnahme gegen Karten wie den Zuckenden Kokon und die Verstohlene Naschkatze dienen könnte.

Diese Karten stehen auf unserer Beobachtungsliste, da sie das Potenzial habe, das Format auf eine Art und Weise zu erschüttern, sodass es weniger vielfältig, ausgewogen und unterhaltsam wird. Du kannst davon ausgehen, dass wir in den nächsten beiden Aktualisierungen der Liste gebannter und eingeschränkter Karten am 12. Oktober und im Dezember auf diese Karten eingehen werden. Am 12. Oktober werden wir Maßnahmen gegen alle Karten ergreifen, die akut problematisch sind. Im Dezember werden wir nach all jenen Änderungen erneut Bestand aufnehmen, um sicherzugehen, dass wir mit den verbliebenen Karten zufrieden sind.

Was die Legalität angeht, werden diese Karten am Montag, dem 7. September, legal. Normalerweise würde dies direkt nach dem Release der Fall sein, aber da diese Ankündigung mit etwas zeitlicher Verzögerung veröffentlicht wurde und manche Leute am Wochenende davor vielleicht in Pauper-Events spielen, wollten wir das Metagame nicht mit kaum Vorwarnung auf den Kopf stellen. Wir haben mit Magic Online zusammengearbeitet und konnten bewerkstelligen, dass diese Änderung mit dem nächsten Update am 23. September implementiert werden (an dieser Stelle ein Riesendankeschön an das Team, das dies möglich gemacht hat). Uns ist bewusst, dass dadurch ein kurzes Zeitfenster entsteht, in dem sich die Legalitäten zwischen Tabletop-Pauper und Pauper in Magic Online unterscheiden, was wir normalerweise vermeiden, aber dies ist nun einmal ein Nebeneffekt davon, Karten legal zu machen, von denen dies niemand erwartet hatte.

Das alles bedeutet, dass Pauper in den nächsten paar Monaten etwas weniger stabil sein wird, und es würde mich nicht überraschen, wenn wir infolgedessen im Oktober und Dezember Karten bannen müssen. Uns steht höchstwahrscheinlich ein einprägsamer Zeitraum der Formaterkundung und -erprobung bevor und ich weiß, wie viele Spielende eine neue Charge Karten für das Format sehnlich erwartet haben. Ich will an dieser Stelle, während die Leute sich auf Events vorbereiten, nur schon einmal im Voraus auf die realistische Möglichkeit hinweisen, dass wir in bevorstehenden Aktualisierungen der Liste gebannter und eingeschränkter Karten Maßnahmen ergreifen.

Vielen Dank für all die Rückmeldungen in der vergangenen Woche. Mir ist bewusst, dass wir widersprüchlich kommuniziert haben, während wir selbst diese ganze Sache durchdringen mussten, bis hin zum Artikel Anfang der Woche, als wir ankündigten, dass diese Karten nicht in Pauper legal sein würden. Es dauerte etwas, bis wir alle nötigen Gespräche geführt und unsere Gedanken geordnet hatten, um diese Lösung umzusetzen. Wir machen nur selten eine Kehrtwende bei Dingen, die wir bereits als entschieden erachteten, aber ich bin froh, dass wir uns diesmal die Zeit genommen haben, zuzuhören und alles Nötige in die Wege zu leiten, um dies zu bewerkstelligen. Eine der Stärken von Pauper ist seine große und leidenschaftliche Community, was in dieser Woche ein weiteres Mal belegt wurde.

Viel Spaß beim Deckbau mit den neuen Karten und wir freuen uns schon die Decklisten zu sehen, die die Leute bis zum 12. Oktober so spielen.

Im Namen des Pauper-Formatgremiums,

Alex Ullman
Alexandre Weber
Emma Partlow
Gavin Verhey
Mirco Ciavatta
Paige Smith
Ryuji Saito