EID DER DRAFTER

Veröffentlicht in Deck Check on 18. Februar 2016

Von Tobi Henke

Seit etwa vier Wochen ist Eid der Wächter jetzt erhältlich. Neben seinem ungewöhnlichen Erfolg in Modern hat das Set natürlich auch im Standard und vor allem im Limited für einigen Wirbel gesorgt. In der Welt der 40-Karten-Decks greift man seither schließlich auf zwei Drittel neue Karten und lediglich noch ein Drittel Kampf um Zendikar zurück.

Die womöglich beliebteste Variante hierbei ist Boosterdraft. Acht Spieler und jeweils drei Boosterpackungen: Mehr braucht es nicht für ein paar vergnügliche Stunden voller Magic. Egal ob bei einem internationalen Grand Prix oder beim FNM im örtlichen Spieleladen, überall wird und wurde gedraftet. Auch bei der Pro Tour Eid der Wächter mussten die weltbesten Spieler ihre Draftkünste mit dem gleichnamigen Set unter Beweis stellen. In eigenen Praxistests und nicht zuletzt durch die Berichterstattung konnte man in der Zeit einiges lernen.

An vorderster Stelle steht dabei die Erkenntnis, wie sehr sich die Limitedumgebung tatsächlich geändert hat. Mit drei Boostern Kampf um Zendikar ging es oft darum, einfach möglichst viele Verbündete zu draften, eine ausgewogene Menge von Kreaturen mit Zehren einerseits und Verwertern andererseits zu finden oder grüne Spielsteinproduzenten mit schwarzen Opfereffekten zu kombinieren. Doch vorbei sind die Zeiten, wo Trübnisschreiter auf Benthischer Infiltrator beziehungsweise ein Kalastria-Heiler dem anderen folgte. Meistens jedenfalls. Solche Decks existieren weiterhin und sind weiterhin stark, wenn sie zusammenkommen, allerdings tun sie ebendas mit bloß einem Booster Kampf um Zendikar nur noch selten.

Zwei Booster Eid der Wächter, mit denen man zudem den Draftprozess beginnt, bedeuten eine gewaltige Umstellung. Man muss sich gezielt um farbloses Mana kümmern, um günstige Sprüche für Schwall und um günstige Kreaturen zur vollen Ausnutzung von Beistand. Die unfairsten Decks waren zuvor diejenigen, welche die stärksten Synergien zur Schau stellten. Daran hat sich im Grunde nichts geändert, jedoch sind es jetzt andere Synergien, und die benötigen zu einem großen Teil Karten für wenig Mana. Überhaupt hat das Tempo deutlich angezogen. Kreaturen für zwei Mana sind noch wichtiger geworden und selbst manche für eines finden im passenden Deck ihren Platz. Mit das Beste, was man machen kann, ist, niemals die Initiative zu verlieren. Entsprechend sind auch Kampftricks wie Fokus des Lithomagiers, Unnatürliche Zähigkeit oder Sicherer Stoß, die es einer Kreatur erlauben, eine größere niederzuringen und zu überleben, und die gleichzeitig so günstig sind, dass man noch etwas nachlegen kann, durchaus wertvoll.

Immer noch sind sämtliche Farbkombinationen möglich, aber unterschiedlich empfehlenswert. Weiß ergibt zusammen mit Grün ein ultraaggressives Beistand-Deck: Eine Eröffnung von Lenkdrachenspäher, Schnappender Knurrer, Seite an Seite und Gesattelter Lagac ist zum Beispiel kaum zu schlagen. Weiß-Schwarz geht einen entschieden anderen Weg und legt bevorzugt mit Ondu-Kriegskleriker und Vampir-Abgesandte los, um später noch mächtigere Mitstreiter folgen zu lassen.

Blau landet manchmal zusammen mit Rot im tempoorientierten Schwall-Deck, manchmal mit Schwarz im defensiveren Eldrazi-Deck, wo all die farblosen Manakosten endlich einmal voll auf ihre Kosten kommen. Schwarz-Rot gibt mit Schinder-Drohne bereits die Marschrichtung vor: ein aggressiver Archetyp mit eindeutig fahlem Einschlag und den entsprechenden Synergien. Hat man nur genug Zadas Kommando, Expeditionsraubvogel und/oder Gesattelter Lagac, können natürlich auch Rot-Weiß, Rot-Grün oder gar Schwarz-Grün ein ordentliches Aggrodeck ergeben. All diese Kombinationen, und mehr noch Weiß-Blau, fußen aber tendenziell eher auf an sich guten Karten, erfordern vor allem ordentliche Kreaturenvernichter.

Generell gilt: Je aggressiver das eigene Deck, desto weniger muss man sich auf die Qualität der einzelnen Karten verlassen. Zur Veranschaulichung habe ich drei meiner erfolgreichsten Draftdecks ausgewählt, Highlights wie Sensentiger und viermal Straßenfeger inklusive. Sieht komisch aus, ist zur Nachahmung aber doch irgendwie empfohlen. Viel Spaß beim Draften!

Grün-Weiß

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Schwarz-Rot

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Weiß-Schwarz

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