Ein kleines Wunder, ein dickes Ende

Veröffentlicht in Deck Check on 21. März 2017

Von Tobi Henke

Äther-Rebellion hat dem Standardformat viele Karten hinzugefügt, die allenthalben eine wichtige Rolle spielen. Von Tödlicher Stoß bis Rishkar, Peema-Renegat, von Felidar-Wächter bis Herz des Kiran haben etliche neue Waffen das Arsenal des Standardspielers bereichert. Eine Karte jedoch, die immer noch weniger Aufmerksamkeit bekommt, als sie verdient, ist Abtrünniger Veredler.

Abtrünniger Veredler macht gerne gemeinsame Sache mit Äther-Knotenpunkt, Äther-Resonanz, Diener der Verbindung, Gebändigter Blitz, Wirbler-Virtuose sowie hin und wieder Abgeschirmter Ätherdieb. Dieses Paket kommt derzeit in den verschiedensten Decks zum Einsatz und generiert überall jede Menge Mehrwert. Bei Energie gilt ja ohnehin, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, weil immer irgendwo etwas Energie übrig bleibt. Zudem liefern Äther-Resonanz und Abtrünniger Veredler Energie, ohne selbst welche zu verbrauchen. Entsprechend endet manch ein Spiel durchaus mal in einer Flut an Thopter-Spielsteinen von Wirbler-Virtuose und Gebändigter Blitz räumt auch mal eine richtig große Kreatur ab.

An vorderster Front kämpft dieses Energiepaket Seite an Seite mit der Kombination aus Saheeli Rai und Felidar-Wächter. Beide Karten interagieren schließlich nicht nur untereinander positiv, sondern ebenso mit Kreaturen, die mit einer ausgelösten Fähigkeit ins Spiel kommen, etwa Wirbler-Virtuose oder eben Abtrünniger Veredler. Auch Decks mit Dynavolt-Turm nutzen bisweilen einige der energiegeladenen Karten, wobei aus offensichtlichen Gründen dann ein paar Kreaturen durch Anflug von Genialität und andere Spontanzauber ersetzt werden.

Jüngst wurde aber auch eine andere Spielart der Energiedecks wiederentdeckt. Vor ein paar Monaten, vor dem Erscheinen von Äther-Rebellion beziehungsweise bis zum Verbot von Emrakul, das prophezeite Ende, war Wunder des Ätherwerks eines der gefürchtetsten Artefakte im Format. Jetzt ist es zurück und konnte bereits erste Erfolge feiern. Unter anderem landete Marc Tobiasch damit kürzlich beim Grand Prix in Barcelona auf dem neunten Platz.

Tobiasch hatte sich schon länger eine Reputation als kreativer Deckkonstrukteur erarbeitet. Unter anderem sorgte er mit einem komplizierten Eigenbau rund um Vormacht der Jeskai beim letzten World Magic Cup für Aufsehen, erreichte mit dem deutschen Team schon damals den neunten Platz. Jedenfalls war Tobiasch erster Ansprechpartner für mich, als ich mich in Barcelona auf die Suche nach interessanten wettbewerbsfähigen Ideen machte.

Tobiasch betonte die Ähnlichkeit zwischen seinem Deck und den Decks rund um Saheeli Rai/Felidar-Wächter, die in Barcelona allgegenwärtig waren. "Es benutzt die gleiche Energieschiene, Abtrünniger Veredler, um schneller durchs Deck zu kommen, Wirbler-Virtuoso, um Zeit zu erkaufen. Ich habe sogar auch Chandra, Fackel des Widerstands. Aber wo Saheeli das Problem hat, dass man zwei Karten zum Gewinnen braucht – auch wenn der gemütliche Kreaturenplan manchmal natürlich genauso zum Ziel führt –, braucht dieses Deck nur die eine, nur Wunder des Ätherwerks."

Wobei Tobiasch allerdings anmerkte, dass das Deck keineswegs zwingend Wunder des Ätherwerks auf Ulamog, der unermessliche Hunger benötige, um zu gewinnen. "Ich glaube, der Archetyp leidet immer noch sehr unter dem Stigma der alten Versionen, die alles auf eine Karte setzten und mit denen man meist erledigt war, wenn man seinen unspielbaren Eldrazi nicht mit dem Wunder getroffen hat. Das hier ist mehr ein Energiedeck, welches Wunder des Ätherwerks hauptsächlich für Mehrwert und nur für den gelegentlichen Glückstreffer verwendet. Mit Diener der Verbindung und Chandra schafft man es in längeren Partien sogar verblüffend häufig, Ulamog von der Hand auszuspielen. Tatsächlich habe ich die Karte heute öfter von der Hand gespielt als mithilfe des Wunders."

Marc Tobiaschs Schlusswort soll auch unseres sein: "Egal wie, ich habe nie verloren, wenn ich Ulamog gespielt habe …"

Marc Tobiaschs Wunder des Ätherwerks

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