Mit dem Modern-Meister zum World Magic Cup

Veröffentlicht in Deck Check on 15. November 2016

Von Tobi Henke

Die Magic-Karriere von Patrick Dickmann haben wir auf diesem Sendeplatz immer interessiert verfolgt (http://magic.wizards.com/de/articles/archive/deck-check/das-andere-farbl...). Dickmanns bestes Ergebnis in der vergangenen Turniersaison war freilich sein phänomenaler vierter Platz bei der Pro Tour Eid der Wächter, wobei ein 35. und ein 59. Platz bei zwei weiteren Pro Touren ebenfalls beachtlich sind.

Jedenfalls schloss er die Saison 2015/2016 mit dem Erreichen des Goldlevels ab, zudem als bester Deutscher. Als solcher qualifizierte sich Dickmann direkt für den Wettkampf der Nationen, den World Magic Cup. Dabei werden in wenigen Tagen in Rotterdam Teams aus über 70 Ländern antreten: jeweils ein Mannschaftskapitän, der wie Dickmann über Weltranglistenplatz bestimmt wurde, sowie drei Mitstreiter, die ein Qualifikationsturnier gewonnen haben.

Los geht es mit Team-Sealed, wobei die Teams aus zwölf Boostern drei 40-Karten-Decks bauen und damit drei ihrer Leute ins Rennen schicken. Dann folgt "Team Unified Modern", wobei wiederum drei Spieler antreten, deren Moderndecks keine Karte außer Standardländern gemeinsam haben dürfen. Hierbei handelt es sich um eine Änderung zu Teamformaten der Vergangenheit, bei denen jedes Team bis zu vier Exemplare derselben Karte beliebig auf seine Decks verteilen konnte.

Patrick Dickmann, selbst ausgewiesener Modernexperte, sagte dazu: "Beim Team Modern dachte ich zunächst, dass es eigentlich völlig egal ist, dass das Format 'Unified' ist, weil sowieso quasi keine Beschränkungen da sind. Seit ich weiß, dass man die Karten nicht wie beim alten Team Unified Standard aufteilen kann, ist es etwas komplexer geworden. Allerdings kann man, wenn man möchte, schon immer noch drei Spitzendecks an den Start bringen. Allerdings möchte ich versuchen, bei der Kartenwahl keine Kompromisse einzugehen und halbgute Decks zu spielen. Es gibt aber sowieso wenige Decks, die sich direkt ausschließen. Da fallen mir als Beispiel gerade nur Affinität und Infizieren ein, wegen Tintenmotten-Nexus."

Dickmann eilt ein Ruf als großer Freund des Affinitätsdecks voraus. Jedoch hatten im Vorfeld etliche Experten spekuliert, dass das Artefaktdeck im Teamformat mit seinen speziellen Deckbaubeschränkungen vielleicht keine so gute Wahl sei: zu offensichtlich und deshalb ein leichtes Opfer für Gegner, die sich darauf einstellten.

Dem hielt Dickmann entgegen: "Ich glaube, dass es gut ist, solche Decks wie Affinität in seinem Aufgebot zu haben. Die kompromisslosen Strategien des Formats erfordern ja sehr spezifische Antworten und die sind im Unified Modern recht rar gesäht, weil ja nur einer von drei Gegnern beispielsweise Steinerne Stille, In Frieden ruhen, Uralter Groll et cetera spielen darf."

Bei aller abstrakter Theorie wollte Dickmann aber auch den menschlichen Faktor nicht außer Acht lassen: "Noch wichtiger ist natürlich, dass die Teammitglieder glücklich mit ihren Decks sind. Schon allein deshalb muss die Auswahl meiner Meinung nach im Team erarbeitet werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass man immer das Deck spielen sollte, das einem auch Spaß macht. Sonst schleichen sich unweigerlich Fehler und suboptimale Spielzüge ein. Das ist zumindest bei mir so. Daher bin ich sowieso noch nicht sicher, wie unsere endgültige Aufstellung dann aussehen wird."

Apropos. Über seine Mitspieler sagte Dickmann: "Ein gutes Team. Marc Tobiasch ist ja schon lange dabei. Dennis Nolte kenne ich auch schon ewig und der scheint mir wesentlich besser geworden zu sein in letzter Zeit, zumindest hatte er lokal recht viel Erfolg. Fabian Friedrich kenne ich nicht so gut, aber er hat zumindest einmal Top 8 bei einem Grand Prix gemacht und dadurch auch Pro-Tour-Erfahrung. Menschlich ist zwischen uns auch alles gut, daher sollten wir, glaube ich, eine ganz gute Chance haben. Außerdem: Als ich das letzte Mal Captain war, ist das große Problem gewesen, dass ich für Sealed nicht unbedingt ein guter Ansprechpartner bin, dafür aber recht gut, wenn es darum geht, Decks weiterzuentwickeln und ein Meta vorherzusagen. Daher waren wir beim letzten Mal auch ohne Sieg im Sealed, dann im Constructed ungeschlagen und haben den zweiten Tag über Tiebreaker verpasst. Dieses Mal haben wir dafür aber den Marc, der das mit dem Sealed, glaube ich, ganz gut kann. Das ist schon mal ein Bonus."

Ein Thema war auch der jüngste Grand Prix im Modernformat, der keine zwei Wochen zurücklag. Über das Siegerdeck von Kevin Mackie sagte Dickmann: "Der GP hat einmal mehr gezeigt, dass Blutmond in einem offenen Feld, also nicht Unified, recht stark ist, und das Gleiche gilt auch für viele Blitzschlag-Effekte, wenn man gegen Infizieren und Zoo et cetera spielt. Wegen Blutmond hatte ich vor einer Weile schon über das Schnee-Deck für den World Magic Cup nachgedacht. Zumal es bis auf Blitzschlag, Groll der Götter und eben Blutmond den anderen Decks fast keine Karten wegnimmt …"

Egal ob Geschmolzener Regen oder Schneerutsch, ob nun die Sonne scheint oder letzten Endes tatsächlich der Blutmond. Wir wünschen dem deutschen Team natürlich viel Erfolg und drücken gespannt die Daumen!

Kevin Mackies Schnee-Rot

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