Neues Feuer

Veröffentlicht in Deck Check on 9. April 2015

Von Simon Görtzen

Simon Görtzen ist begeisterter Magicspieler, wobei sein größter Erfolg der Sieg bei der Pro Tour San Diego 2010 ist. Neben eigenen Projekten ist er seit 2012 fester Bestandteil der offiziellen Magic-Berichterstattung in Europa.

Rund um die Welt verbessern Spieler ihre Decks mit Karten aus Drachen von Tarkir, und das Standard-Format ist keine Ausnahme. Egal ob für Euer FNM oder die Pro Tour Drachen von Tarkir in Brüssel, es geht darum, das Meiste aus den neuen Karten herauszuholen, bestehende Strategien zu optimieren und neue zu erkunden.

In einem jungen Constructed-Format ist es oft hilfreich, sich zuerst einen Überblick über die aggressiven Taktiken zu verschaffen. Der Spielplan und die Durchschlagskraft eines Aggrodecks liegt meist auf der Hand, während man bei einem Kontrolldeck erst wissen muss, welche Bedrohungen das neue Format bereithält. Ein Deck voller Bedrohungen führte Michael Braverman beim StarCityGames.com Invitational am Releasewochenende ins Feld, wo er mit Mono-Rot Aggro in acht Runden Standard ungeschlagen blieb.

Vor dem Erscheinen von Drachen von Tarkir waren selbst die Aggrodecks relativ behäbig, oder mussten sich auf die Synergie von Karten wie Akroischer Schwertkämpfer verlassen. Wie Ihr seht, ändert sich das schlagartig dadurch, dass zwei sehr gute Aggrokreaturen das Format betreten: Blitzberserkerin und Zurgo Glockenläuter. Beide können über Sturmangriff als Direktschadenersatz dienen, und sind dadurch auch später im Spiel relevant. Das gilt insbesondere für die Blitzberserkerin, die jedes überzählige Gebirge in Schaden umwandelt. Im ersten Zug hingegen besser ist Zurgo Glockenläuter, der in der neuen Realität Tarkirs zwar weniger zu sagen hat, aber dafür einen größeren Einfluss aufs Constructed haben dürfte.

Art by Jason Rainville

Zusammen mit Bewohner des Schmelzenwegs stehen Mono-Rot zwölf mächtige ein-Drops zur Verfügung, die auch im späteren Spiel noch fleißig Schaden austeilen können. Bei so vielen günstigen Bedrohungen ist es nur konsequent, das Eidolon des großen Festes als garantierte Schadensquelle zu integrieren. Umso mehr man vor dem Eidolon selber auf dem Spielfeld hat, desto besser!

Die dritte Drachen von Tarkir Karte in Michaels Maindeck ist Drachenfutter, mit dem Ihr so einiges anstellen könnt: Bewohner des Schmelzenwegs wächst gleich doppelt, Goblin-Pöbeltreiber freut sich über weitere Goblin-Spielsteine, und Das Feuer anfachen wird ganz schnell unverschämt günstig. Außerdem spielt man vier Hordling-Ansturm, dem mindestens so synergetischen großen Bruder von Drachenfutter.

Immer wenn ich in dieser Reihe über Standard-Decks geschrieben habe, war Goblin-Pöbeltreiber präsent - entweder im  besprochenen Deck selbst, oder als angsteinflößende Kreatur, die man beim Deckbau einfach respektieren muss. Umso erstaunlicher ist es, dass es nur eine einzige Kopie ins Deck schafft. Statt noch mehr 1/1-Kreaturen zu erzeugen, investiert Michael in Wege, diese an Blockern vorbei zu zwingen: Mit je vier Wilder Hieb und Blitzeinschlag entsorgt ihr frühe Blocker und die letzten verbleibenden Lebenspunkte Eures Gegners. Doch damit nicht genug! Mit Goblin-Fersenschlitzer schafft es eine weitere Sturmangriff-Kreatur ins Deck, und stellt defensive Decks vor große Probleme. Das Feuer anfachen und Goblin-Fersenschlitzer sind die teuersten Sprüche des Decks, und damit die einzigen, die Eidolon des großen Festes nicht auslösen. Das gilt übrigens unabhängig von Einberufen oder Sturmangriff!

Michaels Sideboard ist klar eingeteilt: vier Belagerung des Außenpostens sollen gegen Kontrolle gewinnen, und ein extra Gebirge dabei helfen, die Verzauberung auch ausspielen zu können. Gegen kleine Kreaturen, insbesondere im Mirror-Match, helfen Lichtbogen-Spur und Fegesande. Wollt Ihr Euch selber etwas gegen solche Effekte absichern, leistet die Halle des Triumphes auf rot ganze Arbeit. Zu guter Letzt gibt es da noch Rösten, das Michael im Interview selbst als beste Karte in Drachen von Tarkir bezeichnet. Warum ist Rösten so gut? Bodenkreaturen mit viel Verteidigung waren bis vor Kurzem noch ein großes Problem für Mono-Rot. Jetzt gibt es endlich eine rote Waffe gegen Belagerungsnashorn, Tasigur, der goldene Giftzahn, und Konsorten, und die ist gegen Abzan auch wirklich von Nöten!

In einem neuen Format ist Angriff die beste Verteidigung. Jetzt sind die Kontrollspieler unter Euch gefragt, Decks wie das heutige in seine Schranken zu weisen - oder geröstet zu werden!

Mono-Rot Aggro von Michael Braverman

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