Wie man den ganzen Büffel verwertet

Veröffentlicht in Perilous Research on 10. September 2015

Von Jacob Van Lunen

Jacob Van Lunen began playing Magic in 1995. He has participated in organized play at every level of competition and was a member of the winning team at Pro Tour San Diego in 2007, thanks to an innovative draft strategy. As a writer, Van Lunen has had more than three hundred Magic strategy pieces published

Willkommen zur ersten Preview-Woche zu Kampf um Zendikar hier bei Perilous Research, der exklusiven Magic Online-Kolumne auf DailyMTG. Die heutige Preview-Karte ist ein richtig dicker Brocken, der während seiner Zeit im Standard bestimmt häufig gespielt werden wird. Die Fähigkeit, das eigene Board zu verbessern und gleichzeitig für einen Kartenvorteil zu sorgen, war schon immer eine sehr begehrte Eigenschaft von Magic-Karten. Karten wie Ewige Zeugin, Beschützerin des Baus, Grübelschlängler, Schnellzauberer und andere haben eine wichtige Rolle bei der Ausgestaltung eines jeden Constructed-Formats gespielt.

Magic ist ein Spiel um Ökonomien. Jeder Spieler hat zwanzig Lebenspunkte und eine gewisse Anzahl an Karten, mit denen er arbeiten kann. Manche Decks konzentrieren sich darauf, ohne jede Rücksicht auf Verluste die Lebenspunkte des Gegners anzugreifen, doch ein größerer Teil versucht, Partien durch einen Kartenvorteil zu gewinnen. In der Regel wird jede unserer eigenen Karten gegen eine Karte des Gegners abgetauscht. Ab und an finden wir eine Möglichkeit, zwei Karten des Gegners gegen nur eine unserer eigenen einzutauschen. In den meisten Fällen braucht man allerdings etwas Zeit, um einen spürbaren Kartenvorteil zu erzeugen. Karten, die weitere Karten ziehen oder eine Karte zusätzlich zu einem Effekt, den man dazu nutzen kann, mit einer gegnerischen Karte fertigzuwerden, helfen uns dabei, einen Vorsprung aufzubauen. Gleichermaßen bringen uns auch Karten, die sich selbst ersetzen und dabei eine Bedrohung erzeugen, auf dem Weg zum Sieg voran. In der Theorie gehen einem Spieler irgendwann die Karten aus und der andere Spieler kann dann tun und lassen, was er will, um die Partie zu übernehmen und widerstandslos den Sieg davonzutragen.

Erst kürzlich haben wir erlebt, was für hohe Wellen die Beschützerin des Baus im Standard geschlagen hat. Die Beschützerin des Baus ist deshalb stark, weil sie eine effektive Bedrohung darstellt und uns in den meisten Fällen auch noch eine Gelegenheit bietet, diejenige Karte aus unserem Friedhof ein zweites Mal zu verwenden, die den aktuellen Status der Partie am besten anzugreifen weiß. Oft holen wir uns eine Karte wie das Abzan-Amulett auf unsere Hand zurück und nutzen sie, um zwei weitere Karten zu ziehen, wodurch die Beschützerin des Baus effektiv zu einer Möglichkeit wird, drei Karten aus einer einzigen gezogenen Karte herauszuholen.

Die heutige Preview-Karte erlaubt es uns, das Spiel der Kartenökonomie zu dominieren, und sie liefert uns gleichzeitig etwas sehr Robustes, mit dem sich gut arbeiten lässt. Schauen wir uns nun einmal den Grünwächter aus Murasa an!

Der Grünwächter aus Murasa ist im Grunde eine massive 5/4-Kreatur, die bereit ist, umgehend richtig Unruhe zu stiften, und er bringt sofort eine Karte aus dem Friedhof auf die Hand zurück. Wir können diese Fähigkeit nutzen, um eine abgeworfene oder neutralisierte Karte zurückzubringen, die unseren gerade beschworenen 5/4er beschützt – wenn davon ausgegangen werden darf, dass er uns bis zum Sieg tragen wird. Wir können einen Entfernungszauber zurückholen, falls wir dem Board unseres Gegners unterlegen sind. Wir können sogar eine Karte wie Beschützerin des Baus oder eine andere Bedrohung mit Kartenvorteil zurückholen, wenn wir uns durch ein Kontrollspiel unseres Gegners nagen müssen.

Der Grünwächter aus Murasa wird sich im neuen Standard wahrscheinlich sofort ganz wie zu Hause fühlen. Die Stärke von 5, die wir von vornherein haben, bedeutet, dass er gegen ein Belagerungsnashorn abgetauscht werden kann und uns dabei noch zwei zusätzliche Karten beschert. Das bedeutet auch, dass der Grünwächter aus Murasa unsere Wildheit auslöst. Eine Karte wie Kraterklauen zurückzuholen, sorgt ebenfalls oft dafür, dass die Partie schnell zu Ende geht, ganz egal, wie sehr es im Spiel gerade von allen möglichen Dingen wimmelt. Die Kombination aus Kraterklauen und dem Grünwächter aus Murasa verspricht im kommenden Standard ein tödlicher finaler Zug zu werden.

Eine der spannendsten Interaktionen mit dem Grünwächter aus Murasa findet jedoch dann statt, wenn er zusammen mit Das Ungeschriebene erkennen gespielt wird. Wenn wir den Grünwächter aus Murasa mithilfe von Das Ungeschriebene erkennen finden, können wir seinen Auslöser beim Ins-Spiel-Kommen dazu verwenden, Das Ungeschriebene erkennen zurück auf unsere Hand zu bringen. Damit haben wir dann eine weitere Kreatur, die dafür sorgt, dass Das Ungeschriebene erkennen Wildheit bekommt, und immer noch jede Menge Zündstoff, um unsere Pläne voranzutreiben. Wir können so mehr oder minder regelmäßig die obersten acht Karten unserer Bibliothek aufdecken, bis wir Drachenfürstin Atarka ins Spiel bringen, um die Partie dann rasch zu beenden. Und selbst wenn unser Gegner die erforderlichen Karten hat, um mit unserer Bedrohung fertigzuwerden, können wir trotzdem noch eine weitere Karte aus unserem Friedhof wieder auf die Hand zurücknehmen.

Grünwächter aus Murasa | Bild von Eric Deschamps

Und das macht den Grünwächter aus Murasa so unglaublich mächtig. Selbst wenn der Gegner mit dem 5/4er und der besten Karte in unserem Friedhof fertigwird, sind wir dadurch immer noch nicht ausgebremst. Sobald diese Karte erst einmal verrechnet wird, gehen uns praktisch nie die Handlungsoptionen aus.

Es ist schwierig, genau zu sagen, wie Decks mit dem Grünwächter aus Murasa aussehen könnten, da eine Menge der Manabeschleunigung, die man derzeit im Standard spielt, rausrotieren wird. Glücklicherweise führt uns Kampf um Zendikar auf eine Welt, auf der wir unbedingt gewaltige Eldrazi und Pflanzenkreaturen ausspielen wollen, weshalb wir sicher sein können, dass es jede Menge neue und tolle Wege zur Manabeschleunigung geben wird.

Die große Hürde für den Grünwächter aus Murasa ist, dass es unrealistisch ist, davon auszugehen, in derselben Runde noch einen weiteren Zauber sprechen zu können. Aus diesem Grund ist Hartnäckige Ablehnung eine weitere starke Karte neben dem Grünwächter aus Murasa, und zwar besonders dann, wenn der Gegner ein Deck wie Abzan spielt, bei dem wir Gegenzauber neutralisieren wollen, um sicherzugehen, dass unser Grünwächter aus Murasa mit dem Belagerungsnashorn oder Tasigur, der goldene Giftzahn abgetauscht werden kann.

Abzan-Decks verlieren durch die Rotation Elspeth, Auserwählte der Sonne und werden sehr wahrscheinlich nach einer neuen Karte suchen, die die Rolle als „Sargnagel“ übernehmen kann. Und der Grünwächter aus Murasa sieht nach einem heißen Anwärter auf diesen Posten aus. Man kann sich leicht ein Endspiel für die Abzan-Decks vorstellen, bei dem sie Grünwächter aus Murasa und Beschützerin des Baus einsetzen, um praktisch jeden Gegner in einer langen Partie auszuhungern, während Karten wie das Belagerungsnashorn das Mid-Game dominieren. Wir werden sehen, ob das Deck eine neue und mächtige Option für zwei Mana findet, aber selbst Sucher des Weges und Erbe der Wildnis könnten diese Aufgabe im Notfall übernehmen.

Hier ist ein früher Rohentwurf, wie die Abzan-Decks im Standard aussehen könnten, sobald Kampf um Zendikar veröffentlicht ist!

Grünwächter-Abzan

Download Arena Decklist

Das Deck kann in jeder Phase der Partie ein heißes Tänzchen mit euren Gegnern aufführen. Aggressivere Karten wie Erbe der Wildnis und Sucher des Weges werden ihren Weg in die neuen Abzan-Listen unter Umständen ebenso schnell finden wie die neuen Karten für zwei Mana. Ich habe auch an Karten wie Rakshasa-Todbringer gedacht, aber ohne Dinge wie Tempel des Siechtums scheint mir das unsere Manabasis etwas überzustrapazieren.

Kampf um Zendikar verspricht bereits jetzt, zu einem der aufregendsten Sets der letzten Zeit zu werden. Der Grünwächter aus Murasa wird sich in viele Midrange-Strategien hübsch als deren teuerste Karte einfügen, da er es den entsprechenden Decks erlaubt, sich durch jeden denkbaren Status der Partie voranzuwühlen, sobald er die Chance hat, ins Spiel zu kommen. Denkt daran: Wie mächtig der Grünwächter aus Murasa ist, hängt direkt von den Karten ab, mit denen er zusammen spielt! Diese Karte wird wahrscheinlich in einem solchen Deck am besten sein, das einfach die mächtigsten Karten einer bestimmten Farbkombination spielt.

Wissen ist Macht!

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