Sturz der Khane

Veröffentlicht in Magic Story on 18. Februar 2015

Von Kelly Digges

Kelly Digges has had many roles at Wizards over the years, including creative text writer, R&D editor, website copyeditor, lead website editor, Serious Fun column author, and design/development team member on multiple sets.

Viele Jahre sind vergangen, seit Sarkhan Vol Ugin davor rettete, von Nicol Bolas getötet zu werden. Mehr als tausend Jahre vor Sarkhans eigener Zeit ist Ugin nun noch am Leben und schläft in seinem Kokon aus Polyedern. Sarkhan Vol verschwand in den Strömen der Zeit, fortgespült zu einem ungewissen Schicksal.

Für Sarkhan, für Ugin und vielleicht auch für das gesamte Multiversum sind dies gute Nachrichten. Doch den Klanen von Tarkir haben Sarkhans Taten beträchtliches Unheil gebracht. Die Drachenstürme sind stärker geworden, und die Klane werden überrannt. Daghatar, der Khan der Abzan, hat erst kürzlich zugunsten der Drachin Dromoka abgedankt – in dem verzweifelten Bemühen, sein Volk zu retten.

Hoch in den Bergen der Jeskai hat Khan Shu Yun eine noch nie dagewesene Zusammenkunft einberufen: ein Treffen weiser Geister, die das Unmögliche vollbringen müssen, falls sie noch verhindern wollen, dass die Khane aus der Geschichte getilgt werden.


„Obwohl sie den Eindruck erwecken mögen, miteinander im Streit zu liegen, so pflegen die Klane dennoch eine unterschwellige Form der Eintracht“, sagte Shun Yun. Er ging beim Diktieren auf und ab. Die einzigen Geräusche in dem hohen Turm waren seine leisen Schritte und das sachte Flüstern eines Pinsels auf Papier.

„Die Abzan setzen sich für Stabilität und Handel ein, indem sie auf den Straßen patrouillieren. Die Mardu schweifen in die weitesten Fernen, um Drachen zu töten, ehe sie zu einer Bedrohung für die anderen Klane werden könnten. Die Temur sind ein zähes Volk mit tief reichenden spirituellen Wurzeln, und ihre Schamanen warnen die anderen Klane vor im Verborgenen lauernden Gefahren. Selbst die Sultai, so wenig vertrauenswürdig sie sein mögen, halten die Plagen und Schrecken der Sümpfe in Schach. Und die Jeskai, die so hoch über allen anderen in ihren Klöstern in den Bergen ihr Dasein fristen, dienen Tarkir als Gedächtnis, indem sie Aufzeichnungen über Geschichten, Geheimnisse und Wahrheiten führen, die andernfalls im Aufruhr der Geschichte in Vergessenheit gerieten.“

Shu Yun, der lautlose Sturm | Bild von David Gaillet

Während er sprach, trat eine kahl geschorene Eingeweihte ein und kniete geduldig nieder. Shu Yun wusste, dass sie noch Stunden ausharren würde, wenn er sie dazu zwang, doch es hätte schon außergewöhnlicher Umstände bedurft, um dies zu rechtfertigen. Seine derzeitige Beschäftigung war schließlich nur sein Steckenpferd, obgleich es in letzter Zeit dringlicher nötig zu werden drohte, sich mit der Geschichte Tarkirs zu befassen.

„Ja?“, sagte er.

„Meister“, sagte die Eingeweihte, stand auf und verbeugte sich. „Die letzten Abgesandten sind eingetroffen.“

„Danke“, sagte er. „Zeige ihnen ihre Unterkünfte und sorge dafür, dass sie es bequem haben. Sie werden über die Kälte klagen. Du darfst dir allerdings gewiss sein, dass dies keinem Mangel in unserer Gastfreundschaft geschuldet ist, sondern allein der Lage dieser Stätte.“

Sie verneigte sich.

„Bitte alle von ihnen, mich hier in einer Stunde zu treffen“, sagte Shu Yun. „Unter geringstmöglicher Bewachung.“

Er würde eine Menge daraus lernen, wer als Erstes eintraf und was jeder der Khane als „geringstmöglich“ betrachtete.

„Und denke daran, sie mit Khan anzusprechen“, fügte er lächelnd hinzu. „So ist es ihr Brauch.“

Die Eingeweihte huschte hinaus, und Shu Yun wandte sich an seinen vertrautesten Schreiber Quan. Als sich Shu Yun zu dieser Zusammenkunft aufgemacht hatte, hatte er Quan mitgebracht. Niemand aus seiner Zunft war zuverlässiger, und Quan konnte über Stunden hinweg ohne Unterlass schreiben.

„Das ist alles, was ich heute zu diktieren habe“, sagte Shu Yun. „Doch noch ehe dieser Tag sich seinem Ende zuneigt, wird es noch mehr geben, was in die Annalen einzugehen hat. Wie geht es deiner Hand?“

„Wie immer, Meister“, sagte Quan. „Sie ist bereit.“

„Gut“, sagte Shu Yun. „Bei dieser Zusammenkunft wird Anspannung herrschen, und womöglich kommt es gar zur Gewalt. Was auch immer geschieht, schreibe es nieder. Unsere Nachfahren werden es dir danken.“

Wenn wir denn Nachfahren haben werden. Es war Jahre her, seit die Drachenstürme stärker geworden waren. Auf ganz Tarkir waren sie – scheinbar von einem Augenblick zum anderen – dazu übergegangen, die Anzahl der Drachen nicht länger gleich zu halten, sondern sie immens zu vermehren: gewaltige Gewitterwolken aus Schwingen und Klauen vor einem brodelnden Himmel. Niemand kannte den Grund, doch dies war auch schon lange nicht mehr wichtig. Dieses Treffen – dieses Konzil der Khane – war Shu Yuns verzweifelter Versuch, ihre Überlebensaussichten zu verbessern.

Er ging zum Fenster. Die Luft war kalt auf seiner nackten Schulter, doch das nahm er kaum wahr – höchstens so, wie man Wolken am Horizont bemerkte. Diese Schulter war seit Jahrzehnten nackt, seit er seinen ersten Drachen erschlagen und man ihm das verschlungene Mal eines Geisterfeuer-Kriegers in die Haut gestochen hatte.

Insel | Bild von Florian de Gesincourt

Unter ihm erstreckte sich der gewaltige See, der die Felsenburg Dingur und die Insel, auf der sie sich erhob, umgab. Kleine Boote glitten über das Wasser, bereit, um sofort auseinanderzustieben, falls die Wachposten die Glocken läuteten, die das Herannahen von Drachen ankündigten. Im Hof am Fuße des Turms entstieg ein kleiner Trupp Abzan einer Kriegsbarke. Dingur war weder die zugänglichste noch die sicherste der vier großen Felsenburgen der Jeskai, lag aber der Salzstraße und den Revieren der anderen Klane am nächsten.

Shu Yun starrte in aufrechter Versenkung aus dem Fenster und verlor sich im Pfeifen des Windes und dem Tanz der weißgekrönten Wogen in der Ferne. Er wartete darauf, dass die anderen Khane seine Tagträume unterbrachen. Der stets wachsame Quan saß schweigend hinter ihm, zum Handeln bereit, falls sich aus diesem Zustand der Versenkung etwas ergeben sollte, was den Annalen hinzugefügt werden musste.

Der erste Ankömmling war Alesha, die Khanin der Mardu, die mit nur zwei Wachen im Schlepptau eintrat: einem hoch aufragenden Ork und einer hageren Menschenfrau mit stechendem Blick. Aleshas Kopf war unbedeckt, ihr langes Haar fiel offen herab. Sie war jung und stolz, und Shu Yun fragte sich, ob sie seine Ansichten verstehen würde. Sie schenkte ihm ein kurzes, raubtierhaftes Grinsen.

Alesha, Verachterin des Todes | Bild von Anastasia Ovchinnikova

„Die Jeskai heißen Euch willkommen“, sagte Shu Yun mit einer Verbeugung.

„Und die meisten Mardu trugen mir auf, Euch die Ohren abzuschneiden“, gab Alesha fröhlich zurück. „Aber hier bin ich. Wenn Ihr reden wollt, so bin ich bereit zum Zuhören. Hoffentlich haben sie noch keinen neuen Khan gewählt.“

Ihr orkischer Leibwächter runzelte die Stirn und sagte: „Sie folgen nur Euch, meine Khanin.“

Alesha blickte sich zu ihm um. Ihr Lächeln verschwand.

„Und das ist so lange wahr“, sagte sie, „bis ich sie dorthin führe, wohin sie mir nicht folgen wollen. Und auf dies hier könnte das durchaus zutreffen.“

„Dann seid Ihr mir umso willkommener“, sagte Shu Yun.

Danach kam Reyhan, eine stämmige Frau, die sich nun die Khanin der Abzan nannte und zum Kampf gewappnet war. Daghatar, langjähriger Khan der Abzan und ein fähiger Anführer, hatte sich in den Dienst eines Drachen begeben und einen Großteil seines Klans mitgenommen: eine erschütternde Wendung der Ereignisse, die Shu Yun dazu veranlasst hatte, diese beispiellose Zusammenkunft einzuberufen. Reyhan war nur eine halbe Khanin mit dem Zehntel eines Klans. Shu Yun wusste, dass die anderen sie nicht ernst nehmen würden.

Drachenschuppen-Generalin | Bild von Volkan Baga

Reyhan verbeugte sich vor Shu Yun und Alesha, wie es den guten Sitten entsprach. Ihre Ehrengarde, bestehend aus vier Abzan-Kriegern, nahm entlang der Wand Aufstellung.

„Willkommen“, sagte Shu Yun. „Euer Erscheinen erfreut mich. Ihr habt am wenigsten von uns allen zu entbehren.“

„Mag sein“, sagte Reyhan. „Doch wir haben auch am meisten zu verlieren, sollten diese Bemühungen scheitern.“

Als Nächstes traf Yasova, Khanin der Temur, ein. Shu Yun war ihr schon Jahre vor ihrem Aufstieg zur Khanin einmal begegnet. Mittlerweile sah sie ausgezehrter aus, als ihr Alter es vermuten lassen würde, und stützte sich auf ihren langen Stab mit der Klaue an der Spitze. Sie war allein gekommen. Shu Yun verbeugte sich grüßend, Yasova tat es ihm gleich.

Yasova Drachenklaue | Bild von Winona Nelson

„Es ist schön, Euch wiederzusehen, Drachenklaue“, sagte Shu Yun.

„Ich für meinen Teil kann das nicht behaupten“, sagte Yasova. „Nehmt es mir nicht übel, doch mir wäre es lieber, wenn keiner von uns hier sein müsste.“

„Seid unbesorgt“, sagte Shu Yun. „Ich denke, wir alle zögen es vor, wenn dem so wäre. Doch diese Angelegenheit ist bedeutsamer als jeder Einzelne von uns.“

Als Letzter traf Tasigur ein, der hochmütige, verräterische Khan der hochmütigen, verräterischen Sultai, außer Atem von dem Aufstieg und unter einer grotesken Ladung Felle regelrecht verschüttet. Nach ihm kam ein ganzes Dutzend Sultai-Truppen – allesamt Menschen, wie Shu Yun bemerkte, und allesamt am Leben. Keiner der widerwärtigen Sibsig-Zombies war unter ihnen. Tasigur war der jüngste und der stolzeste aller Khane, doch die letzten Jahre waren nicht gut zu ihm gewesen. Sorgenfalten hatten sich ihm in die Stirn gegraben, und er wirkte noch bleicher als gewöhnlich. Er sah sich mit wachsamen Knopfaugen in der Turmkammer um.

„Da möge ich doch glatt verdammt sein“, sagte er leise. „Wir sind tatsächlich alle hier.“ Sein Blick fiel auf Reyhan. „Nun, fast alle. Womit ich Euch natürlich keineswegs zu nahe treten will.“

Reyhans Augen verengten sich zu Schlitzen.

„Ich heiße Euch alle willkommen“, sprach Shu Yun. In der Ecke pinselte Quan leise und geschickt seine Zeichen auf eine leere Schriftrolle. „Diese Zusammenkunft ist etwas noch nie Dagewesenes, und ich fürchte, das Protokoll ist eher vage. Ich erwarte jedoch, dass wir einander mit jener Achtung behandeln, wie sie unserem Stand angemessen ist.“

Tasigur, der goldene Giftzahn | Bild von Chris Rahn

„Natürlich“, sagte Tasigur mit einer Verneigung. „Vergebt mir meine Unhöflichkeit, ähhhh ...“

„Reyhan“, stieß die Abzan zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.

„... Khanin Reyhan. Wie ich schon sagte, ich wollte Euch keineswegs zu nahe treten, sondern lediglich die widrigen Umstände, unter denen wir uns hier wiederfinden, würdigen.“

„Widrige Umstände“, schnaubte Alesha. „Und wären Eure eigenen Umstände etwas günstiger, so wärt Ihr zweifellos nicht hier. Wie ich hörte, seid Ihr dieser Tage wenig mehr als der Herrscher über magere Diener und durstige Blutfliegen. Oder sind die Naga endlich zurückgekehrt, um Euch das Händchen zu halten?“

„Welche Kühnheit!“, sagte Tasigur. Er trat auf die Khanin der Mardu zu und musste eine gute Handbreit aufblicken, um ihr in die Augen sehen zu können. „Man könnte fast meinen, sie käme von jemandem, der mehr ist als eine gemeine Räuberin, bedeckt von Staub und Pferdesch...“

„Genug!“, sagte Shu Yun.

Aleshas orkischer Leibwächter legte die Hand auf das Heft seiner Axt.

„Das reicht“, sagte Shu Yun. „Wir sind hier, weil jeder von uns mitsamt seines Klans in tödlicher Gefahr schwebt. Wir können es uns nicht mehr leisten, einander zu bekämpfen. Wir können es uns nicht einmal mehr leisten, die Drachen jeder für sich zu bekämpfen. Wir müssen zusammenstehen oder unseresgleichen wird vom Antlitz der Welt getilgt werden.“

Alesha hielt Tasigurs Blick noch einen Wimpernschlag stand und zuckte dann die Schultern. Sie machte eine Geste, und ihr Leibwächter entspannte sich.

„Shu Yun hat recht“, sagte sie. „Wäre dem nicht so, dann wäre keiner von uns hier.“

„Nein“, sagte Tasigur mit kaltem Blick. „Wären wir nicht.“

„Überall“, sagte Shu Yun, „überrennen Drachen unsere Heimat. Und es lässt sich nicht leugnen, dass die Stürme häufiger und heftiger zuschlagen. Es gibt einfach zu viele Drachen. Niemand scheint den Grund dafür zu kennen oder zu wissen, was sich geändert hat. Doch jeder weiß, dass es wahr ist.“

„Ich kenne den Grund“, sagte Yasova leise.

Die anderen Khane wandten sich ihr zu. Shu Yun sandte einen prüfenden Blick in Richtung Quan, doch dieser war zu sehr ins Schreiben vertieft, um es zu bemerken. Gut.

Yasova sank in sich zusammen. Sie sah müde aus. Geschlagen. Shu Yun fand dies weitaus entmutigender als das Gezanke der jüngeren, stolzeren Khane.

„Es ist Jahre her“, sagte Yasova. „Ich war gewissermaßen auf einer ... Geistreise. Ich hatte vorhergesehen, dass die Drachenstürme aufhören würden, wenn ich ...“ Sie zog eine Grimasse. „Ich weiß, wie das klingen wird. Doch ich sah, dass die Stürme aufhören würden, wenn ich einem bösartigen Drachengeist half, den großen Ugin zu töten.“

Gemurmel setzte ein. Jeder kannte den Namen Ugin, auch wenn niemand so recht begriff, was genau dieses Geschöpf war. Die Jeskai kannten ihn als einen Quell der Weisheit und den Ursprung jener Magie, die sie vor den räuberischen Drachen zu verbergen vermochte.

Beherrschung des Unsichtbaren | Bild von Daniel Ljunggren

„Ihr habt Euch aufgemacht, den ... Geisterdrachen zu töten?“, fragte Shu Yun.

„Das musste ich!“, sagte Yasova. „Euer Volk stirbt wegen der Drachen, genau wie meines. Wenn Ihr glauben würdet, Ihr hättet einen Weg gefunden, den Drachenstürmen Einhalt zu gebieten und die Drachen in Schach zu halten – würdet Ihr ihn nicht gehen?“

„Den Stürmen Einhalt zu gebieten, würde mehr bedeuten, als die Drachen nur in Schach zu halten“, sagte Alesha. „Es würde sie auslöschen.“

„Ugins Tod würde die Stürme beenden?“, fragte Tasigur. Seine Augen funkelten gierig. „Wir könnten die Drachen ein für alle Mal besiegen?“

Yasova schüttelte den Kopf.

„Ich war eine Närrin“, sagte sie. „Ugin ist reine Macht. Er ist eine Naturgewalt. Wie konnte ich nur glauben, ihn vernichten zu können, selbst mit der Hilfe eines Geistes? Wie konnte ich nur glauben, das wäre weise?“

„Was ist geschehen?“, fragte Reyhan.

„Ich führte den Geist zu ihm“, sagte sie. „Ich zeigte ihm den Weg. Am Himmel über der Tundra stritten die beiden Drachen. Die Welt erbebte.“

Wendepunkt des Schicksals | Bild von Michael Komarck

„Ich erinnere mich an Erdstöße“, sagte Shu Yun, „kurz bevor die Stürme heftiger wurden.“

„Alles traf ein. Der andere Geist streckte Ugin nieder und verschwand. Dann ... dann kam er. Ein anderer Geist. Erst erschien er mir wie ein Vagabund, dann wie ein großer Drache einer Brut, die mir völlig unbekannt war. Er nannte sich selbst Sar-Khan – großer Khan. Er erzählte mir von einer Zukunft ohne Drachen, doch es war nicht jene blühende Welt, die ich gesehen hatte. Es war eine Zukunft, in der die Khane einander bekriegten und Tarkir ein Ort der Vernichtung und des Krieges war.“

„Ugins Leib schlug auf die Erde auf, und in diesem Augenblick wusste ich, dass der Sar-Khan recht hatte. Ugin starb, und mit ihm eine Kraft des Lebens in dieser Welt. Und mit ihm starben auch die Stürme. Einen Augenblick lang war alles still. Der Sar-Khan war verwundet. Ich heilte ihn, weil ich ihn verhören wollte und siegessicher war, auch wenn mir inzwischen die völlige Gewissheit abging, das Richtige getan zu haben. Doch er ... er wirkte eine Art Magie, wie ich sie nie zuvor gesehen habe. Er hüllte Ugin in einen gewaltigen, steinernen Kokon, auf dem Drachenrunen eingelassen waren. Die Stille endete. Die Stürme kehrten umso heftiger zurück. Der Himmel heulte voller Wut über meine Anmaßung. Und dann war der Sar-Khan verschwunden – zurück in jene Geisterwelt, aus der er gekommen war.

Hort des Geisterdrachen | Bild von Jung Park

Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Alles war noch viel schlimmer geworden als vor Beginn meines Unterfangens. Ich versuchte, den anderen Drachengeist zu finden, um ihm zu sagen, dass Ugin noch lebte, und um ihn anzuflehen, seine angefangene Arbeit zu beenden. Ich versuchte mit aller Kraft, die mir zur Verfügung stand, den Stein selbst zu durchbrechen. Ich versuchte sogar, Ugin durch den Stein hindurch zu heilen, um ihn zu bitten, die Stürme zu bändigen, damit es zumindest wieder so sein würde, wie es vorher gewesen war. Nicht das geringste Zeichen, dass meine Mühen fruchteten. Nicht einmal ein Kratzer. Nicht einmal ein Atemhauch. Der Kokon steht noch immer, und in seinem Inneren ruht Ugin. Und seither wüten die Stürme.“

Einen Augenblick sprach niemand ein Wort.

„Ihr“, sagte Reyhan, „Ihr habt zugelassen, dass dies geschieht. Ihr habt es geschehen lassen. Ihr habt Tausende meiner Sippe getötet und Tausende weitere gezwungen, das Knie vor einem Drachen zu beugen! Habt Ihr eine Ahnung, was Ihr angerichtet habt?“

Yasova holte tief Luft, doch sie schwieg.

„Habt Ihr irgendetwas zu Eurer Verteidigung vorzubringen?“, fragte Reyhan. „Könnt Ihr mir auch nur einen Grund nennen, weshalb ich Euch nicht zur letzten freien Festung der Abzan zerren und an ihren Mauern aufhängen sollte, auf dass ein jeder Euch sehen möge?“

Shu Yun stellte sich zwischen Reyhan und Yasova. Diese Zusammenkunft war sein Einfall gewesen, und er hatte eine Waffenruhe ausgerufen. Er würde nicht zulassen, dass alles in Blutvergießen endete.

„Nein“, sagte Yasova. „Das kann ich nicht. Ich kam allein hierher. Ich ließ meinen Klan zurück. Wenn Ihr mich für das, was ich getan habe, töten wollt, so tötet mich. Ich wollte nur, dass jemand die Wahrheit erfährt.“

Ein Pinsel strich über Papier.

„Ihr habt getan, was Ihr für richtig hieltet“, sagte Alesha. „Niemand kann Euch dies vorhalten.“

Reyhan legte die Stirn in Falten, doch dann nickte sie.

„Mir liegt nichts daran, irgendjemandem die Schuld zuzuweisen“, sagte Shu Yun, „oder daran, irgendjemanden von ihr freizusprechen. Das Wichtigste ist, dass wir nun mehr wissen als zuvor. Vielleicht kann dieses Wissen uns retten.“

„Unser Weg ist klar“, sagte Reyhan. „Wir müssen unsere Anstrengungen vereinen und diesen Kokon öffnen.“

„Erschlagen wir Ugin“, sagte Tasigur. „Beenden wir die Stürme.“

Yasova wirkte erschüttert.

„Die Jeskai werden sich an keinem Unterfangen beteiligen, welches zum Ziel hat, Ugin zu töten“, sagte Shu Yun. „Ugin strebte stets nach einem gerechten Ausgleich. Ist Euer Gedächtnis so kurz? Er gab uns die Verschleierungsmagie, als die Drachen das letzte Mal die Oberhand zu gewinnen drohten. Er schätzt die Drachen und die Klane gleichermaßen. Wäre er wohlauf, würde all dies nicht geschehen.“

„Dann öffnen wir doch den Kokon und heilen ihn“, sagte Reyhan. „Wenn er wahrlich nach einem gerechten Ausgleich strebt, dann wird er einschreiten. Und wenn nicht, bleibt uns immer noch Tasigurs Plan.“

„Er kann uns ebenso gut bestrafen, wie er uns helfen kann“, sagte Alesha. „Die großen Drachen sind es, um die wir uns sorgen müssen, denn sie blühen in seiner Abwesenheit auf. Vergessen wir Ugin. Wir sollten unsere Bemühungen darauf richten, die Anführer der Bruten zu töten.“

„Das ist nicht nötig“, sagte Shu Yun. „Die Vernichtung der Drachen ist nicht besser als die Vernichtung der Klane. Wir müssen ein Gleichgeweicht schaffen. Wir müssen Ugin aufsuchen.“

„Die Zeiten des Gleichgewichts sind vorbei“, sagte Tasigur. „Wir ...“

„Wartet“, sagte Alesha. „Hört Ihr das?“

Die Khane verfielen in Schweigen, und jeder konnte nun hören, was sie vernommen hatte: das tiefe, klagende Läuten einer Glocke weit im Osten. Dann eine weitere, lauter – und noch eine.

„Drachen“, sagte Shu Yun.

Er eilte zu einem Fenster an der Ostwand. Draußen über dem See glitten gedrungene Schemen auf kurzen Schwingen in Keilformation über das Wasser. Ihre Schatten kräuselten sich unter ihnen. Es waren Dutzende. Der größte Drache hatte sich an die Spitze gesetzt, ein bösartiger Fleck aus Dunkelheit vor der Blässe des Himmels.

Silumgar, der driftende Tod | Bild von Steven Belledin

„Silumgar“, sagte Shu Yun. Der große Sumpfdrache hatte es bislang nie gewagt, hinauf in die Berge zu kommen. Drachen hüteten ihre Reviere eifersüchtig. Gewiss würden Ojutai und seine Brut ihn vertreiben.

Alle Khane bis auf Yasova begannen, Befehle zu geben und ihre Truppen anzuweisen, sich für den Angriff bereitzuhalten.

Weitere Glocken begannen zu läuten. Aus dem Norden.

Shu Yun begab sich an ein Fenster, das nach Norden wies. Ojutai selbst huschte über die Oberfläche des Sees und wirbelte eisgesprenkelte Wellen hinter sich auf. Ihm flogen mindestens zwanzig Drachen aus seiner Brut nach, die so anmutig waren wie die aus Silumgars schwerfällig. Shu Yun hatte einmal gegen Ojutai gekämpft. Er hatte das Glück gehabt, diese Begegnung zu überleben, und ihm behagte der Gedanke nicht, dem großen Drachen erneut gegenüberzutreten.

Ojutai, Seele des Winters | Bild von Chase Stone

„Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so erleichtert sein würde, einen Drachen zu sehen“, sagte Reyhan. „Sie werden gegen die anderen kämpfen ... nicht wahr?“

Auf dem Hof unter ihnen brach Tumult los, als die Befehle der Khane weitergeleitet wurden. Die Glocken läuteten unaufhörlich und scheinbar aus jeder Richtung.

Draußen über dem Wasser rasten die beiden Drachenschwärme aufeinander zu, stießen zusammen ... und vereinigten sich zu einer einzigen Wolke des Todes, die nun umschwenkte und geradewegs auf die Felsenburg Dirgur zuhielt.

„Sie kommen hierher“, sagte Shu Yun. „Sie kommen alle hierher.“

„Drachen schließen sich nicht zusammen“, sagte Yasova. „Das ist nie zuvor geschehen.“

„Vielleicht tun sie es“, sagte Shu Yun, „wenn sie glauben, dass sie die Khane selbst töten können.“

„Sie halten sich eigentlich auch keine menschlichen Diener“, sagte Reyhan. „Die Zeiten haben sich geändert.“

Der Beweis für diese Behauptung, der da über den See auf sie zuraste, war nicht zu leugnen.

„Woher wissen sie, dass wir hier sind?“, fragte Alesha. „Niemand von uns hat seine Banner gehisst. Ich bezweifle, dass sie sich nur zusammenschließen, um eine Felsenburg anzugreifen.“

„Jemand muss ihnen von unserer Zusammenkunft erzählt haben“, sagte Reyhan.

Aleshas Hand schnellte an ihre Waffe, und ihre Augen fixierten Shu Yun wie die eines Adlers, der ein Kaninchen beobachtete. „Jemand muss das getan haben.“

Die Glocken läuteten. Die Drachen kamen näher. Quan schrieb weiter.

„Ich habe nichts dergleichen getan“, sagte Shu Yun. Er strich mit der Hand über sein Hautzeichen, in dem magisches Licht glomm. „Kein Drache wird mich am Leben lassen. Warum sollte ich mich mit ihnen verbünden?“

„Du würdest dein eigenes Leben und das unsere dazu verwirken, wenn du nur glauben würdest, damit deinen Klan retten zu können“, sagte Alesha. Ihre beiden Leibwächter standen hinter ihr, die Hand an der Waffe.

Shu Yun zögerte.

„Ja“, sagte er schließlich. Er zuckte die Schultern. „Doch ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass mein und Euer Tod meinen Klan retten würde.“

„Wo ist Tasigur?“, fragte Yasova.

Alle Blicke im Raum richteten sich auf Tasigurs Wachen. Die Hälfte von ihnen war gegangen, als die Khane Befehle gerufen hatten, und der Khan der Sultai befand sich nicht länger in der Kammer.

„Ich dachte schon, Ihr würdet nie fragen“, sagte der Anführer von Tasigurs Garde, ein vernarbter Mann in reich verzierter Rüstung.

Alesha und ihre Leibwächter sprangen vor, und im gesamten Raum brach Chaos aus.

Shu Yun huschte zur Seite und behielt den Kampf im Auge.

„Quan“, sagte er. „Gib mir die Annalen. Sie müssen bewahrt werden. Es gibt einen Raum unter der Felsenburg, wo sie in Sicherheit sein werden.“

„Ich werde sie dorthin bringen“, sagte Quan. Er begann, sie zusammenzupacken, und runzelte die Stirn, als er die noch feuchte Tinte verwischte.

Schriftrolle der Meister | Bild von Lake Hurwitz

„Ich bin schneller“, sagte Shu Yun. Er warf einen bedeutungsvollen Blick zum Fenster. Quans Augen weiteten sich.

„Meister, das dürft Ihr nicht“, sagte Quan.

„Bist du um meine Sicherheit besorgt?“, fragte Shu Yun lächelnd. „Oder um die der Schriftrollen?“

„Die der Schriftrollen“, sagte Quan ohne Zögern. „Kein einzelnes Mitglied ist für den Fortbestand des Klans entscheidend, doch unser Wissen ist unser Blut und unser Leben.“

Shu Yun verbeugte sich tief.

„Du bist ein weiser Mann“, sagte er. „Gib mir die Schriftrollen. Das ist ein Befehl. Ich werde dafür sorgen, dass sie bewahrt werden, ganz gleich, was geschieht.“

Quan steckte sie in ihre Hülle und reichte sie mit einer Verbeugung Shu Yun. Es war nicht die gesamte Historie, die Shu Yun verfasst hatte und die er Annalen der Weitsicht nannte, doch zumindest ihre letzten Kapitel und der Bericht über diesen unheilvollen Tag würden überdauern. Der Rest wäre in der Weitblickfeste in Sicherheit, zumindest vorläufig. Shu Yun befestigte die Hülle an seinem Gürtel.

Tasigurs Wachen waren tot, ebenso zwei der Abzan. Alesha wischte das Blut des vernarbten Mannes von ihrer Klinge. Reyhan hatte eine Wunde an der Schulter davongetragen, doch Yasovas Magie flickte ihre Ränder bereits zusammen.

„Nun kommt“, sagte Alesha. Sie lächelte erneut – dieses beunruhigende, freudlose Lächeln. „Die Khane stehen gemeinsam gegen die Drachen. Nicht ganz das, was Ihr Euch erhofft hattet, aber mehr wird es nicht geben.“

Shu Yun verbeugte sich. „Ich fürchte, ich habe eine andere Rolle zu spielen“, sagte er. „Viel Glück und eine erfolgreiche Jagd. Unterschätzt Ojutai nicht. Er ist listiger als jedes andere Geschöpf in Tarkir. Und solltet Ihr Tasigur finden ... dann erinnert ihn, dass er im Schutz einer Waffenruhe hierherkam.“

Shu Yun spähte aus dem Fenster. Am Himmel um den Turm herum wimmelte es von Drachen zweier Art: Eisige Kälte und zersetzende Säure schossen aus Drachenschlünden. Seine Augen sahen in weite Ferne. Er fand den richtigen Augenblick und sprang.

Wind fegte an ihm vorbei. Dann prallten seine Füße auf etwas Festes – die schuppige, glitschige Haut eines von Silumgars Drachen. Er duckte sich tief, doch die sperrigen Schriftrollen störten sein Gleichgewicht. Genau so war es gewesen, als er seinen ersten Drachen getötet hatte. Keine Seile, keine Hilfe, nur ein tollkühner junger Mann und ein Drache mit sehr viel Pech. Sein Drachenzeichen blitzte vor magischer Energie, und er rammte die Handfläche gegen eine bestimmte Stelle auf dem Schädel des Drachen.

Druckpunkt | Bild von Chase Stone

Der Drache bäumte sich auf, wälzte sich herum und stürzte in die Tiefe. Ein zäher Tropfen seines zersetzenden Speichels zischte auf Shu Yuns Ärmel.

Er klammerte sich fest, als der bewusstlose Drache in einem ungelenken Gleitflug dem Boden entgegentaumelte. Im letzten Augenblick sprang Shu Yun vom Rücken des Drachen ab, vollführte eine Drehung in der Luft und landete geduckt auf den Füßen. Mit einem feuchten, berstenden Geräusch schlug der Drache neben ihm mit dem Kopf voran auf dem Boden auf.

Auf dem Hof herrschte ein heilloses Durcheinander aus umherlaufenden Soldaten, angreifenden Drachen und aufgetürmten Leichenbergen. Shu Yun rannte auf das Tor der Felsenburg zu.

Drinnen angekommen huschte Shu Yun an Truppen vorbei, die in die entgegengesetzte Richtung eilten. Er folgte einem ganz bestimmten Weg durch Gänge hindurch und Treppen hinab, bis zu einem unscheinbaren Raum tief unter der Felsenburg. Er dankte dem Glück und dem Schicksal, dass er in seiner Jugend Zeit in Dirgur verbracht hatte und seine geheimen Orte kannte.

Er stieß die Tür auf. Der staubige Raum war lange nicht betreten worden. Er verstaute die Schriftrollen in einer Ecke und wandte sich zum Gehen. An der Tür war ein Schloss und darin ein Schlüssel. Er verschloss die Tür und nahm den Schlüssel in den Mund, um ihn mit einem Schaudern hinunterzuschlucken, ehe er zurück in den Hof rannte.

Das Sonnenlicht ließ ihn blinzeln. Es waren noch mehr menschliche Leichen hier und nur wenige Kadaver von Drachen. Klumpen dampfender schwarzer Flüssigkeit und Eisflecken überzogen den Hof und die Wände der Gebäude.

Ein Schatten fiel auf ihn, und eine riesige Gestalt landete anmutig am Boden vor ihm: Ojutai selbst ragte über ihm auf, den Kopf elegant zur Seite geneigt.

Belagerung des Klosters | Bild von Mark Winters

„Ojutai“, sagte er. Er breitete die Arme aus, die Handflächen nach außen gerichtet. „Du weißt, wer ich bin. Du weißt, was ich getan habe. Einst träumte ich davon, dir erneut gegenüberzutreten und meine Kräfte mit den deinen zu messen. Doch nun komme ich aus einem anderen Grund zu dir.“

Er fiel auf die Knie und blickte zu Ojutai auf. Hinter dem Drachen, am Fenster des hohen Turmes, schaute Quan zu ihnen herunter. Shu Yun nickte, und Quan neigte den Kopf.

„Töte mich“, sagte er. „Töte jeden, der das Mal eines Drachentöters trägt, wenn es sein muss. Ich biete dir mein Leben an. Doch bitte, ich flehe dich an, vom einen Lehrmeister zum anderen: Verschone meinen Klan.“

Ojutai stieß eine Reihe rauer, drachischer Silben aus. Ein Avior, dessen Kleidung Shu Yun fremd war, landete neben ihm. Der Avior – Ojutais Dolmetscher, wie es schien – verwandelte die Erwiderung des Drachen in Worte:

„Der Drachenfürst ist mit deinen Bedingungen einverstanden.“

Ojutais Maul öffnete sich, und die Kälte, die daraus hervorströmte, war wie das Herz eines Gletschers – das Ende der Welt.

Der Khan der Jeskai fiel.


Quan sah seinen Meister sterben, von Reif überzogen und in einer Pose demütiger Unterwerfung erstarrt. Kein einzelnes Mitglied ist für den Fortbestand des Klans entscheidend, hatte er gesagt. Doch Shu Yun war sehr dicht daran gewesen, diese Regel zu widerlegen.

Yasova, Alesha und Reyhan hatten ihre Anstrengungen vereint. Reyhan blieb mit ihren Truppen zurück und erwehrte sich der Drachen, bis sie überwältigt wurde. Reyhan wurde von Silmugar selbst niedergestreckt. Yasova und Alesha bestiegen zusammen mit Aleshas Leibwachen ein kleines, flinkes Boot. Quan sah zu, wie sie davonsegelten, während die Magie der Temur und die Pfeile der Abzan ihre drachischen Verfolger in den See stürzen ließen, bis sie das andere Ufer und die trügerische Sicherheit der Salzstraße erreichten. Zu diesem Zeitpunkt war der Kampf vorüber, und Quan hatte nichts getan. Er war Künstler und Geschichtskundiger, kein Kämpfer. Seine Aufgabe war die eines Beobachters.

Silumgar und seine Drachen waren ebenfalls fort, verjagt von Ojutais Brut, sobald die Feindseligkeiten gegen die Klane ein Ende gefunden hatten. Quan glaubte, er hätte einen von ihnen einen Menschen tragen sehen.

Drunten im Hof legten die Mönche und Soldaten der Jeskai ihre Waffen nieder und verneigten sich vor dem großen Drachen Ojutai. Quan eilte los, um sich ihnen anzuschließen.

Er fiel vor dem über ihm aufragenden Drachen auf die Knie. Quan war nicht wie Shu Yun. Er hatte nie einem Drachen gegenübergestanden. Er warf sich neben den gefrorenen Leichnam seines Meisters. Der Drache schnaubte und knurrte dumpf.

„Der große Ojutai verkündet, dass die Jeskai nicht mehr sind“, sagte der Avior. „Euer Khan ist gefallen, ebenso wie eine eurer Felsenburgen. Die anderen werden folgen. Der große Ojutai befiehlt ...“

Der Avior stockte, nur einen Augenblick, dann fuhr er fort.

„... dass diese Leiche und die der anderen Gefallenen ohne Zeremonie entsorgt werden und dass ... jeder, der das Mal eines Geisterfeuer-Kriegers trägt, das Schwert spüren soll.“

Ärgerliches Gemurmel erklang unter den Versammelten, doch überall um sie herum waren Drachen.

Ojutai sprach erneut.

„Du“, sagte der Avior und zog Quan auf die Füße. „Bist du ein Schreiber?“

Avior-Aufklärer | Bild von David Gaillet

Quan nickte und blickte auf seine tintenbefleckten Finger.

„Der große Ojutai hat eine Aufgabe für dich“, sagte der Avior. „Von diesem Tage an wird es keine Klane mehr geben. Keine Khane mehr. Diese Worte werden nicht ausgesprochen werden. Durchsuche alle Aufzeichnungen in jedem Archiv und tilge die Namen der Klane aus ihnen. Eure Geschichte beginnt heute.“

Quan schaute hinauf in Ojutais leuchtende Augen. Er dachte an das, was er heute aufgeschrieben hatte, wo auch immer es von Shu Yun verborgen worden war. Er hoffte, dass jemand es fand. Er hoffte, dass es bewahrt werden würde.

„So soll es sein“, sagte er.


Tasigur bebte vor Zorn.

Silumgar hatte seinen massigen Leib in den Palast gezwängt und dabei Wände eingerissen, wo es nicht anders gegangen war. Der Drache hatte den Thron – Tasigurs Thron! – zurück an seinen angestammten Platz in der großen Halle getragen, sich darum herum eingerollt und war dann eingeschlafen. Geifer tropfte aus Silumgars Maul, rann den Thron herunter und fraß sich durch dessen Verzierungen. Es war schon genug gewesen, von einer dieser riesigen Schuppenklauen aus Dirgur davongetragen zu werden. Aber einen Drachen zu sehen, der seinen kostbarsten Besitz ruinierte – dazu noch in seinem eigenen Palast! – und es dabei nicht einmal für nötig hielt, aufzuwachen? Das war zu viel.

Belagerung des Palastes | Bild von Slawomir Maniak

Die verräterische Naga Shidiqi, die Tasigur im Stich gelassen und sich mit Silumgar verbündet hatte, wartete neben dem Drachen. Tasigur blieb in gebührendem Abstand, doch seine Geduld schwand rasch dahin.

„Wecke ihn auf!“, rief er. „Ich habe eine Audienz!“

„Schweig, Wurm!“, sagte Shidiqi. Sie genoss diesen Augenblick sichtlich. „Der Drachenfürst schläft und wacht, wie es ihm gefällt. Und er wünscht, nicht gestört zu werden.“

„Ich sagte, wecke ihn auf!“, schrie Tasigur. „Mir wurde eine stolze Rolle versprochen! Diesem ... diesem ... diesem Eindringen habe ich nicht zugestimmt!“

Silumgar regte sich. Shidiqi schlängelte sich rückwärts aus der Reichweite seiner Klauen. Der Drache konnte grässlich schlechte Laune haben, wenn er erwachte.

Er öffnete ein Auge und grollte auf Drachisch. Shidiqi erwiderte etwas, und der Drache grollte erneut.

„Der Drachenfürst bittet um Verzeihung“, sagte sie beinahe schnurrend. „Man hat dir in der Tat eine stolze Rolle versprochen.“

Hier stimmt etwas nicht, dachte Tasigur. Sie freut sich viel zu sehr über ... was auch immer es ist.

Er wandte sich um, doch drei Zombiewachen hatten ihn umzingelt. Zwei griffen nach seinen Armen, während der dritte ihm einen schweres, mit Gold verziertes Halsband anlegte. Eine goldbeschlagene Kette war daran befestigt, die von ihm fort und dann hin zu ihrem anderen Ende führte, das Shidiqi gerade Silumgar darreichte.

Sibsig-Schlammschlepper | Bild von Zack Stella

„Das kannst du nicht tun!“, kreischte Tasigur. „Wir hatten eine Abmachung! Ich bin der Khan!

Der Drache zog an der Kette und brüllte bösartig auf. Tasigur fiel auf den steinernen Boden.

Shidiqi beugte sich dicht zu Tasigur herunter.

„Der Drachenfürst lässt dir ausrichten“, sagte sie, „dass es keinen Khan gibt. Sprich dieses Wort noch einmal aus, du Schabe, und du wirst nie geahnte Bedeutungen des Wortes ‚Todesqualen‘ lernen.“

Tasigur rappelte sich halb auf, doch Silumgar zog ihn heran und wickelte sich die Kette um den kräftigen, ledrigen Vorderarm. Tasigur schlidderte und stolperte hilflos voran, bis er zusammengekauert zu Füßen des Drachenfürsten hockte. Silumgars ätzender Geifer tropfte gefährlich nahe an ihm vorbei. Der Drache grollte vor offensichtlichem Vergnügen.

Shidiqi beugte sich wieder herunter und brachte ihr Gesicht dicht an Tasigurs heran, der sich nur in Richtung Silumgar bewegen konnte.

„Der Drachenfürst versichert dir“, sagte sie, „dass dies eine ausgesprochen stolze Rolle ist.“

Sie lächelte. Ein bösartiges, garstiges Lächeln, bei dem sie die Giftzähne zeigte.

„Denn schließlich, Tasigur“, sagte sie, „bist du seine kostbarste Trophäe.“


Daghatar las den Brief zu Ende. Er las ihn erneut, nur um sicherzugehen, und faltete ihn dann ordentlich zusammen. Die Öllampe, die auf seinem Tisch brannte, verschwamm kaum wahrnehmbar vor seinen Augen.

Reyhan war tot, gefallen bei irgendeiner verzweifelten Zusammenkunft der fünf Khane. Yasova, die Khanin der Temur, hatte beschlossen, dass Daghatar erfahren sollte, wie Reyhan gestorben war, um das Leben zweier anderer Khane zu retten.

Tapfere Haltung | Bild von Willian Murai

Das hättest du sein sollen, sagte eine Stimme in seinem Inneren mit all der Bosheit eines wütenden Geistes. Doch die Erinnerung war fort. Es war nur seine eigene Stimme, seine eigene Schuld, die zu ihm sprach.

Er legte den gefalteten Brief auf den Tisch neben die Lampe.

„Beril!“, sagte er.

Eine schlanke Ainok-Kriegerin mit staubbraunem Fell betrat, kaum hatte er ihren Namen ausgesprochen, das Zelt.

„Mein Herr!“

„Überbinge der Drachenfürstin eine Botschaft“, sagte er. Sowohl Abzan als auch Khan waren „vergessene Worte“, die nicht ausgesprochen werden durften, weswegen er jene Umschreibungen in seiner Botschaft verwendete, die ihm inzwischen recht vertraut waren. „Ich erhielt Nachricht, dass die Anführerin des Widerstandes tot ist“, sagte er. Er seufzte schwer. „Sage der Drachenfürstin, dass wir die restlichen Nester zur Aufgabe zwingen oder sie ein für alle Mal zerschlagen können, wenn wir auf der Stelle gegen sie vorgehen.“

Beril erwiderte kurz seinen Blick. Sie stand schon lange unter seinem Befehl und ahnte, was er von den Anordnungen, die er gab, in Wahrheit hielt.

„Ja, mein Herr“, sagte sie leise.

Der Zelteingang fiel zu. Er wandte sich wieder zu seinem Tisch.

Er nahm den Brief, hielt eine Ecke davon an die flackernde Öllampe und sah zu, wie er verbrannte. Stumm sprach er ein verbotenes Gebet, eines, das er unzählige Male mit so lauter Stimme vorgetragen hatte, dass ganze Regimente es hatten hören können. Es war ein Gebet für die Toten, ein einfacher Ausdruck der Hoffnung, dass sie einen Ort fanden, an dem sie in Frieden ruhten.

Er fragte sich, ob es für Reyhans Seele einen solchen Ort noch gab.


Alesha ritt so schnell sie konnte, ihre beiden Leibwächter an ihrer Seite. Sie trug ihr eigenes Banner weithin sichtbar über die Steppe.

Irgendwo vor ihnen waren die niemals rastenden Mardu. Der Klan. Ihr Klan. Sie hatte ihn zurückgelassen, um dieser einen letzten Hoffnung nachzujagen, doch diese war zu Staub zerfallen – wie alles, was die Drachen berührten. Sie verfluchte Tasigur, sie verfluchte seine Flucht und sie verfluchte ihr Schicksal, dass sie ihm nie ihr Schwert in die Eingeweide würde rammen können, wo es hingehörte.

Ein Sturm braute sich in der Ferne zusammen. Rote und violette Blitze jagten über den Himmel, und in den Wolken tummelten sich bereits Drachen als dunkle Schemen. Die Stürme kamen dieser Tage so häufig, und ein jeder brachte neue Drachen.

Sie dachte an Daghatar, der sein Knie vor einem Drachen gebeugt hatte, und an Tasigur und welchen Handel auch immer er mit Silumgar eingegangen war. Sie dachte an Yasova, die davon gesprochen hatte, zu einer Übereinkunft mit Atarka gelangen zu wollen, bevor sich ihre Wege getrennt hatten. Und nun da Ojutai sich in einer ihrer vier Felsenburgen eingenistet hatte, würden wohl auch die Jeskai die Waffen strecken. Die Khane waren gefallen. Doch die Menschen waren noch am Leben.

Die Klane starben nicht. Sie veränderten sich nur.

„Glaubt ihr, die Mardu würden sich je einem Drachen unterwerfen?“, fragte sie laut.

Jagun Treuschwinge, ihr orkischer Leibwächter, wandte sich im Sattel um.

Schlachtenraufbold | Bild von Karl Kopinski

„Mardu unterwerfen sich nicht“, rief er über das Donnern der Hufe hinweg. „Doch sie werden Euch folgen, wohin auch immer Ihr geht."

Sie würde lieber sterben, als als Dienerin eines Drachen zu leben. Der Gedanke an ihren eigenen Tod beunruhigte sie nicht. Doch der Gedanke, dass ihr gesamtes Volk, seine gesamte Lebensweise ... ausgelöscht wurde ...

„Seht“, sagte Doshiyn Augenstecherin, ihre andere Leibwächterin, und deutete hinter sie. Sie war eine stille Frau, nur wenig älter als Alesha selbst, mit scharfen Augen und einer ruhigen Hand.

Alesha reckte den Hals und sah, was gemeint war.

Ein dunkler Schatten raste über die Steppe, so dicht am Boden, dass ein Krieger ihn wahrscheinlich mit einem Wurfspeer erwischen konnte – sofern dieser Krieger sein Leben verwirken wollte. Blitze zuckten hinter ihm her und versengten die Erde. Es war Kolaghan, das schnellste Wesen Tarkirs, der Schatten des Todes selbst.

Und sie würde unmittelbar an ihnen vorbeikommen.

„Brecht aus!“, rief Alesha. „Zu den Waffen!“

Alle drei Pferde wirbelten herum. Alesha und Doshiyn legten Pfeile auf, während Jagun einen gewaltigen Speer ergriff.

Kolaghan schien sie nicht zu sehen. Sie war auf dem Weg zum Sturm, um ihre neuen Schlüpflinge willkommen zu heißen und ihnen ihre Macht zu zeigen. Drei Krieger auf Pferden waren zu unbedeutend, als dass sie ihnen Aufmerksamkeit geschenkt hätte.

„Haltet ein“, sagte Alesha. „Wartet auf mein Zeichen.“

Dann glühte Kolaghans Nackenschild auf und sie änderte die Flugrichtung, um sie abzufangen.

Drohender und drohender verdunkelte die große Drachin den Himmel. Beim Herannahen drehte sie sich um die eigene Achse und spähte zu ihnen herunter. Ihr Maul stand offen, denn sie war bereit, Blitze auf sie herabzuschleudern, die sie verbrennen würden, ehe die Drachin sie auch nur berührte. Alesha hob den Bogen, bereit für das Zeichen.

Ihre Blicke trafen sich. Für einen Wimpernschlag schien die Zeit stillzustehen.

Kolaghan, Zorn der Stürme | Bild von Jaime Jones

Das Maul der Drachin schloss sich. Alesha senkte den Bogen. Und dann war Kolaghan in einer Wolke aus aufgewirbeltem Staub an ihnen vorbeigerauscht.

„Ihr habt nicht geschossen“, sagte Doshiyn. „Ich hätte sie treffen können.“

Alesha wendete ihr Pferd und sah zu, wie Kolaghan rasch in die Ferne entschwand.

„Ich verstehe nun“, sagte sie. „Die anderen Drachen wollen herrschen. Sie wollen, dass man sie Fürsten nennt und sich vor ihnen verneigt.“

Sie griff hinter sich, zog ihr Banner aus seiner Halterung am Sattel und warf es achtlos zu Boden.

„Kolaghan will nicht herrschen“, sagte sie. „Sie hätte die Khanin der Mardu töten können, wenn sie gewollt hätte, und sie wusste das. Und hier bin ich.“

„Wie meint Ihr das?“, fragte Doshiyn.

„Wir müssen nicht das Knie beugen“, sagte Alesha grinsend. „Wir müssen nur versuchen, Schritt zu halten.“

Jagun erwiderte ihr Lächeln nicht.

„Ich glaube nicht, dass ich das kann“, sagte er.

„Das ist, wohin ich euch führe“, sagte Alesha. „Folgt mir oder lasst es bleiben.“

Sie gab ihrem Pferd die Sporen und ritt davon. Nach einem Augenblick des Zögerns folgten ihr ihre Liebwächter.

Drei Krieger auf Pferden jagten jenem Pfeil aus Finsternis nach, der den Namen Kolaghan trug, und ließen das Banner des Khans der Mardu im Staub hinter sich zurück.


Yasova Drachenklaue ging langsam neben einem toten Mammut auf einem Schlitten her. Der Geruch frischen Blutes war überwältigend. Sie behielt eine Hand auf Anchin, ihrem Säbelzahntiger. Sie hatte ihm so viel Elch zu fressen gegeben, wie er hinunterschlingen konnte, bevor sie auf Mammutjagd gegangen war, doch jeder seiner Instinkte schien ihn zu zwingen, seinen Kopf so tief es ging in den noch warmen Kadaver zu stecken und sich den Wanst vollzuschlagen. Das Mammut war jedoch nicht für ihn. Sie selbst hatte sich nur eine einzige Sache davon genommen: die Spitze eines der Stoßzähne, die sie sorgfältig abgesägt hatte. Das Stück Elfenbein hatte sie noch immer gut verstaut bei sich.

Ihr kleines Gefolge aus Kriegern begleitete den Leib des Mammuts hinauf in die Berge, zu einem schmalen Tal namens Ayagor. Atarkas Hort. Drachen umkreisten die Karawane, und Yasova hielt die Augen offen, um sie nötigenfalls zu verscheuchen. Doch keiner landete. Wahrscheinlich achteten sie Atarkas Jagdgründe.

Die Krushoks, die den Schlitten zogen, ächzten und knurrten. Sie fühlten sich unbehaglich in der Gegenwart des Fleisches und der Drachen. Die Männer und Frauen, die neben dem Schlitten hertrotteten, waren kaum besserer Laune.

Das Tal Ayagor öffnete sich vor ihnen. An seinem anderen Ende befand sich ein gewaltiger Berg abgenagter Knochen. Dann zog ein Schatten über die Sonne, und Atarkas gewaltige Masse ging vor ihnen einer Lawine gleich nieder. Ihr Körper strahlte Hitze aus, ihre Hörner glühten voll innerer Wärme und ihr Maul hing halb offen, jederzeit bereit, einen Flammenstoß auf sie zu speien. Anchin knurrte.

Atarka die Weltenschmelzerin | Bild von Karl Kopinski

Yasova zog an Anchins Nackenfell, bis er ihr folgte. Sie und ihre Krieger rannten den Weg zurück, den sie gekommen waren. Anchin tapste hinterher. Hinter einem herabgestürzten Felsen verbargen sie sich, um das weitere Geschehen zu beobachten.

Atarka musterte das seltsame Gebilde vor sich einen Moment, brüllte dann auf und spie einen Feuerstrom aus, der die Krushoks tötete, das Fleisch des Mammuts versengte und den Schlitten in Flammen aufgehen ließ. Anschließend verschlang sie das ganze Mammut, indem sie sein Fleisch in großen Brocken von den Knochen riss, ehe sie sich niederließ, um an der verkohlten, gepanzerten Haut der Krushoks zu nagen.

Yasova trat hinter dem Felsen hervor. Ihren Stab ließ sie zurück.

Atarka hob ruckartig den Kopf. Von ihren Nüstern triefte Blut. Sie musterte Yasova hungrig. Ihr Maul klappte auf.

Yasova deutete auf das, was von dem Mammut übrig war, und breitete dann die leeren Hände aus.

„Atarka!“, sagte sie. „Ich will mich dir nicht länger widersetzen. Ich bin des Kampfes müde. Dies war ein Geschenk. Verschone uns, und weitere werden folgen.“

Atarka neigte den Kopf. Sie brüllte auf und fuhr danach fort, auf den Krushoks herumzukauen.

„Es scheint, als wären wir entlassen worden“, sagte Yasova.

Sie versammelte ihre Krieger und verließ das Tal.

Sie gingen schweigend zurück zu der Höhle, die sie als Versteck vor den Drachen nutzten. Jemand machte ein Feuer. Yasova zog das Stück Elfenbein vom Stoßzahn des Mammuts hervor und begann, es mit einem kleinen Schnitzmesser zu bearbeiten.

„Ich bin nicht sicher, wie lange es dauert, bis Atarka begreift, dass wir lieber für sie jagen als gegen sie kämpfen wollen“, sagte Yasova. „Und noch weniger sicher bin ich, ob sie sich die Mühe macht, den anderen Drachen mitzuteilen, dass sie uns nicht auffressen sollen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Es ist immerhin ein Anfang.“

„Seid Ihr Euch dessen sicher?“, fragte einer der Krieger, ein sanftmütiger junger Mann namens Yeran.

„Nein“, sagte Yasova. „Doch ich bin mir verdammt sicher, dass wir nicht überlebt hätten, wenn wir weitergemacht hätten wie bisher.“

Sie beendete ihr Werk und hielt das Stückchen Mammutzahn ins Licht des Feuers. Es war eine einfache Schnitzerei aus kruden Formen und schamanistischen Runen, die eine Gruppe Menschen zeigte – Temur, wie ihre Rune verriet –, die der Drachin Atarka Fleisch darboten. Sie stand auf und ging zu einem kleinen Felsvorsprung herüber, um die Schnitzerei neben jene andere zu legen, die sich dort bereits befand. Diese zeigte einen Mann mit Drachenschwingen, der mit der Rune für Khan – doppelt geschrieben – gekennzeichnet war, wie er unter einem Drachensturm stand.

„Die Zukunft ist noch nicht geschrieben“, sagte sie. „Es ist an uns, sie gemeinsam zu schreiben. Einen Tag nach dem anderen.“

Schamanische Offenbarung | Bild von Cynthia Sheppard


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