Schlüsselfähigkeiten

Veröffentlicht in Deck Check on 26. Februar 2015

Von Simon Görtzen

Simon Görtzen ist begeisterter Magicspieler, wobei sein größter Erfolg der Sieg bei der Pro Tour San Diego 2010 ist. Neben eigenen Projekten ist er seit 2012 fester Bestandteil der offiziellen Magic-Berichterstattung in Europa.

Im heutigen Deck Check möchte ich Euch ein Standard-Deck vorstellen, das beim Grand Prix Sevilla in den Händen von Héctor Cárceles Méndez den zweiten Tag erreichte. Es handelt sich um ein Kombodeck, das auf Seelenschinder basiert. Die innovative Deckliste findet Ihr am Ende des Artikels. Grundidee des Decks ist es, dem Seelenschinder so viele Fähigkeiten wie möglich zu verpassen. Die Karte, die dafür am besten geeignet ist, ist Chromantikor: Flugfähigkeit, Erstschlag, Wachsamkeit, Lebensverknüpfung und Trampelschaden auf einer Karte!

Wenn wir uns schon unseren persönlichen Chromantikor für zwei schwarze Mana basteln können, wäre es doch praktisch, wenn wir ihn auch mit entsprechenden Schutzvorrichtungen ausstatten würden. Dafür bieten sich Fluchsicherheit und Unzerstörbarkeit an. Gegen die meisten Sprüche reicht eine der beiden Fähigkeiten aus, Des Helden Untergang und Das Feuer anfachen sind beispielsweise gegen beide machtlos. Manchmal muss es aber etwas mehr sein: Gegen Ende der Feindseligkeiten, Wendepunkt des Schicksals oder Elspeth, Auserwählte der Sonne, hilft Unzerstörbarkeit, die Fluchsicherheit jedoch nicht. Gegen zwei Gallenfäule oder Jeskai-Amulett braucht man hingegen Fluchsicherheit, um seinen Seelenschinder im Spiel zu behalten. Hat man sogar beide Fähigkeiten eingesammelt, braucht der Gegner schon Gefährliches Behältnis oder Ugin der Geisterdrache um den Seelenschinder loszuwerden.

Ich würde sagen, dass Unzerstörbarkeit die etwas wichtigere Fähigkeit ist, weil dadurch gewährleistet ist, dass sich der Seelenschinder in jeden Kampf einmischen kann, ohne gegnerische Kreaturen zu fürchten. Stellt sich die Frage, wie man an Unzerstörbarkeit kommt. Der Koloss von Akros hat sie, ist aber ansonsten wohl kaum als Constructed-Karte zu bezeichnen. Glücklicherweise gibt es weitere Kreaturen mit Unzerstörbarkeit im Standard, auch wenn diese üblicherweise als Verzauberungen das Spiel betreten. Die Rede ist natürlich von den 15 Göttern aus dem Theros-Block. Auch wenn man nicht über die notwendige Hingabe zu den entsprechenden Farben verfügt, sind die Götter im Friedhof Kreaturenkarten mit Unzerstörbarkeit. Héctor hat sich für zwei Keranos, Gott der Stürme, sowie eine Pharika, Göttin der Gebrechen, entschieden.

Wie sieht es mit Fluchsicherheit aus? Zwei Sagu-Malmer leisten ihren Beitrag zum Schutz unseres Dämons und sind ihrerseits respektable Bedrohungen. Gut gefällt mir, wie Wald-Karyatide eine Schlüsselkarte für die ambitionierte Manabasis des Decks darstellt, und nebenbei zusätzliche Fluchsicherheit bereitstellt. Die letzte Fähigkeit, die Héctor seinem Seelenschinder mit auf den Weg gibt, ist Eile. Dafür entschied er sich für den mächtigen Schamane der Großen Jagd. Auch wenn mir Eile deutlich weniger wichtig vorkommt als die übrigen Fähigkeiten, hat man mit diesem Deck gute Chancen, auch einmal ein Spiel mit einem frühen Schamane der Großen Jagd für sich zu entscheiden. Und wer weiß, auch die aktivierte Fähigkeit kann bei so vielen Kreaturen mit Stärke 4 durchaus relevant werden.

Wir wissen also jetzt, was wir im besten Fall von unserem Seelenschinder erwarten können. Sollen wir noch ein wenig ins Detail gehen? Die Schlüsselfragen bei einem solchen Kombodeck sind die Zuverlässigkeit der Kombo und die Zuverlässigkeit der Manabasis. Die beste Karte, um beides zu gewährleisten, ist Satyr-Pfadfinder. Die Tatsache, dass dieser Kreaturen in den Friedhof befördert, stärkt unseren Seelenschinder, während seine Hauptaufgabe darin besteht, unsere anspruchsvolle Manabasis zu unterstützen. Dass Satyr-Pfadfinder eine herausrangende Karte für friedhofsbasierte Strategien ist, hat sich ja schon in Sidisi-Whip- und Sultai-Kontrollstrategien gezeigt. Weitere Karten, die der Kombo zuspielen, sind Zwiesprache mit den Göttern und Belagerung des Klosters. Beide stellen auf ihre Art sicher, dass man Seelenschinder findet, und platzieren wertvolle Fähigkeiten in den Friedhof.

Kommen wir zur Manabasis. Héctors Deck ist primär Grün-Schwarz, und das spiegelt sich auch in der Wahl der Länder wieder. Ich zähle 13 grüne Quellen, die ausreichen sollten, um die elf Manakreaturen früh ins Spiel zu bekommen. Mit zehn schwarzen Quellen, zwei davon Urborg, Grab von Yawgmoth, sind die Manakosten von Seelenschinder ebenfalls eine lösbare Aufgabe. Als höchst ästhetisch empfinde ich den verbleibenden 6-6-6 Split zwischen Weiß, Blau, und Rot. So unterstützt man die vereinzelten Karten der entsprechenden Farben und erhält sich den Traum, Chromantikor regulär auszuspielen oder für seine Göttergabe-Kosten zu wirken. Daumen hoch!

Im Sideboard hat Héctor viele Karten gegen Kontrolle, von Erebos, Gott der Toten, über Negieren bis zu Schwanengesang. Am besten gefällt mir jedoch Flammenkreis, der gegen Spielsteinstrategien eine günstige und wirkungsvolle Antwort bietet. So kauft man sich die Zeit, um seine Kombo vorzubereiten. Was für ein Deck!

Chromantikor-Seelenschinder von Hector Carceles Mendez

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