Spezialausgabe: Tobiaschs Wunder

Veröffentlicht in Deck Check on 30. Mai 2017

Von Tobi Henke

In den letzten Jahren hatten deutsche Spieler immer mal wieder großartige Resultate in der Königsklasse des Magic erzielt. Betrachtet man allerdings die Top 16 der jüngsten Pro Tour Amonkhet, findet man Deutschland im internationalen Vergleich auf einmal sogar auf Platz 2. Obendrein konnten sich nun, nach erst drei Viertel der Saison, effektiv bereits zwei Spieler Goldstatus im Pro Players Club sichern. Das ist ein Grund zum Feiern und wir feiern mit der doppelten Dosis Deck Check!

An erster Stelle suchten wir natürlich das Interview mit Marc Tobiasch. Die Karriere des 29-jährigen hatten wir schon länger interessiert verfolgt (http://magic.wizards.com/de/articles/archive/deck-check/ein-kleines-wund...). Zuletzt landete er allerdings sowohl beim World Magic Cup als auch beim Grand Prix in Barcelona jeweils auf dem undankbarsten, nämlich dem neunten Platz. Nicht so bei der Pro Tour in Nashville, wo er endlich seinen großen Durchbruch hatte und sein Viertelfinale im Scheinwerferlicht bestreiten konnte.

"Im ersten Moment ist es immer schwierig, zufrieden mit einem Turnier zu sein, wenn man nicht gewonnen hat", meinte Tobiasch zwar unter dem Eindruck des verfrühten Ausscheidens in der Top 8. "Aber im Nachhinein war es auf jeden Fall ein Erfolg, der mich sehr weiter gebracht hat. Zum einen ist Gold damit erreicht und vermutlich auch der Platz als Kapitän beim World Magic Cup gesichert. Auch wenn da natürlich noch nichts entschieden ist. Zum anderen ist vielleicht sogar Platin drin. Aktuell fehlen noch 13 Punkte, also zum Beispiel einmal zwölf Siege auf einem Grand Prix und elf Siege bei der Pro Tour in Kyoto. Das ist natürlich nicht leicht, aber durchaus machbar. Und sollte das klappen, wäre vielleicht sogar eine Qualifikation zur Weltmeisterschaft drin. Momentan müsste ich dafür noch fünf Leute im Rennen um die Pro-Punkte überholen. Das ist jetzt das Ziel."

Zum Vergleich: 18 Pro-Punkte und mehr als zwölf Matches hatte Tobiasch am Ende der Pro Tour Amonkhet gewonnen. Auch das Deck, welches ihm auf seinem Weg durchs Turnier so treu beigestanden hatte, war keineswegs nur ein überraschender Glücksgriff.

"Wunder des Ätherwerks hatte ich vorher schon gespielt und meiner Meinung nach war das so eine Art Schläfer im alten Format. Durch das Verbot von Felidar-Wächter wurde es dann leider als Alternative, die diese Leere füllt, bekannter", beklagte Tobiasch. Die Ausbeute an neuen Karten blieb ebenfalls eher beklagenswert.

"Die Art des Decks – Synergie, in dem Fall Energie – lässt nicht viele Optionen aus Amonkhet zu, da man eine kritische Masse an Energiekarten braucht. Die Standardländer, die ich gewählt habe, zeigen allerdings doch den Einfluss von Nicol Bolas", witzelte Tobiasch, fand dann aber wenigstens eine bemerkenswerte Neuerung: "Was Amonkhet dem Deck speziell gebracht hat, war das Upgrade auf Magmagischt. Sehr relevant gegen sowohl Zombies als auch Schrotthalden-Schmarotzer. Da Schock, vorher gut gegen Saheeli Rai, nicht mehr so nötig war, eine eindeutige Verbesserung."

Veränderungen durch das Set gab es durchaus, betrafen Tobiaschs Deck jedoch vorwiegend insofern, als dass sie andere Decks beeinflussten. "Mardu war zwar weiterhin populär, aber Kontrolle wie auch Zombies und schwarz-grüne Decks haben eine Reihe Verbesserungen bekommen, sodass man sich auf ein verändertes Metagame einstellen musste. In unserem Testen hatten wir Zombies leider nicht ausreichend berücksichtigt, weswegen ich mein Sideboard in letzter Minute noch anpassen musste, was allerdings kein optimales Resultat hervorgebracht hat. Ändern würde ich dementsprechend das Sideboard, vermutlich zweimal Flammenstrom durch zweimal Chandra die Flammenruferin ersetzen."

"Ansonsten war ich mit dem Deck sehr zufrieden", antwortete Tobiasch auf die Frage, ob er sein Wunder des Ätherwerks weiterhin empfehlen würde. "Vorerst wird sich natürlich erst mal alles auf die Pro-Tour-Decks einschießen, vor allem natürlich auf das Wunder. Mit der Zeit wird sich dann ein ausgewogeneres Metagame herauskristallisieren, nehme ich an."

Marc Tobiaschs Pro-Tour-Deck

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