Fantastische Cubes und wie wir sie bauen

Veröffentlicht in Feature on 29. Dezember 2016

Von Meghan Wolff

Meghan is one half of the podcast Magic the Amateuring and an adjunct professor at Tolarian Community College. She loves Limited, likes Modern, and dips her toes into each Standard season. She's decidedly blue and is the #1 hater of Siege Rhino in the Multiverse.

Cubes sind wie Fingerabdrücke – jeder ist einzigartig, genau wie derjenige, der sie gebaut hat. Sie sind Schnappschüsse unserer Lieblingskarten, unserer Lieblingsformate und unserer Lieblingsarchetypen. Sie sind tausendteilige Puzzles, die ihre Schöpfer da bauen, mit Hunderten von verschiedenen Lösungen, die jedes Mal, wenn sie gedraftet werden, anders aussehen. Sie sind ein weiterer Grund und eine weitere Möglichkeit, Magic zu spielen.

Einen Cube ganz aus dem Nichts zu bauen, ist eine knifflige Angelegenheit – eine, die eine Vision, Planung, Zeit und Mühe voraussetzt. Es folgen nun die Geschichten einer Handvoll einzigartiger Cubes und der Spieler, die sie gebaut haben – ihre Inspiration, ihre Philosophien und jener Hauch von Magie, der ihre Cubes zu etwas ganz Besonderem macht.


Zac Fisher ist ein Spieler aus Dayton im US-Bundesstaat Ohio, dessen erste Liebe in Magic das Limited war.

„Ich liebe, liebe, liebe Boosterdraft. Deshalb geht es für mich darum, einen echten Draft aus einer Ära zu simulieren, die ich selbst nicht miterlebt habe. Ich glaube, Wizards hat bereits einige tolle Draftsets produziert. Anstatt also das Rad neu erfinden zu wollen, möchte ich gern den Zauber alter Sets wiederaufleben lassen.“

Fotos seines dreifachen Innistrad-Boosterdraft-Cubes komplett mit einer Vampirjäger-Ausrüstung fanden letztes Jahr eine Menge Beachtung im Internet.

Innistrad wird weithin als eines der besten Draftformate aller Zeiten angesehen, aber ich habe erst 2014 angefangen, Magic zu spielen. Ich wollte sehen, warum alle so ein Aufheben darum machten.“

Sein Innistrad-Cube folgt der traditionellen Struktur für Set-Cubes: Er beinhaltet vier von jeder häufigen Karte, drei von jeder nicht ganz so häufigen Karte und eine von jeder seltenen oder sagenhaft seltenen Karte. Die Karten werden dann zufällig in Stapel aufgeteilt, die Innistrad-Boostern entsprechen.

„Er unterstützt alle Archetypen, die auch in einem normalen Innistrad-Draft vorhanden wären. Ja, man kann so viele Spinnen herbeirufen, wie man will!“

Zack hatte zwar schon alles, was er brauchte, um das denkwürdige Set zu draften, doch er beschloss, noch einen Schritt weiter zu gehen und den Karten ein Zuhause zu geben, das zu ihrem Motiv passte.

„Ich suchte online nach ‚Vampirjäger-Ausrüstung‘ und nahm die Bilder als Inspiration für den Cube her. Ich bin sehr stolz darauf, günstig Sachen eingekauft und die meisten der Holzteile selbst bearbeitet zu haben, um meiner Vision Leben einzuhauchen. Die Boosterhüllen mit den Einbänden sind mein Lieblingsstück des Draft-Cubes zu Innistrad. Ich habe tatsächlich Buchseiten aus den Büchern selbst verwendet, um die vorgefertigten Booster darin einzuwickeln. Sie in einem alten, abgenutzten Einband herumzutragen, trägt wirklich viel zur Stimmung bei!“

Zwar sticht Zacs Cube durch seine stimmungsvollen Zubehörteile wirklich heraus, aber so ganz zufrieden ist er trotzdem noch nicht.

„Das Merkmal einer guten Vampirjäger-Ausrüstung sind unzählige Kleinteile, aber es war einfach nicht genug Platz in der Truhe, sie alle unterzubringen. Ich habe vor, alles noch mal zu bauen und die Kiste selbst zu entwerfen, damit so viel hineinpasst, wie ich mir vorstelle!“


Ben Titmarsh ist ein Magic-Spieler aus London mit einer Vorliebe für Ewige Formate. Er ist auch der Gründer von CubeTutor.com, einer Webseite, die Magic-Spielern hilft, ihre Cubes zu bauen und zu pflegen. Die Webseite entstand durch Bens Wunsch, seinen eigenen Cube zu verbessern.

„Ich wollte eine einfache Möglichkeit, um herauszufinden, was ich rausnehmen sollte, wenn ich etwas Neues hinzufügte. Davon ausgehend beschloss ich, einen Blog aufzusetzen, um meine Gründe für die Veränderungen der Liste nachvollziehbar zu halten. Mir gefiel die Idee, eine Art Tagebuch über die Entwicklung meines Cubes zu führen.“

Ben unterhält einen nach ihm selbst benannten Cube – nämlich „Bens Cube“ –, den er als eine mächtige Liste beschreibt, die sich ein bisschen nach dem Besten aus Magic: The Gathering anfühlt.

„Cube bedeutet für viele verschiedene Leute viele verschiedene Dinge. Für mich geht es darum, mit den coolsten, krassesten oder schönsten Karten aus der Geschichte von Magic zu spielen. Es ist eine Ehrerbietung an das, was ich ungelogen für eines der tollsten Spiele halte, das je erfunden wurde.“

Bens Philosophie zu Cube dreht sich um die zahllosen Möglichkeiten, die ein Cube bietet.

„Cube ist dahingehend einzigartig, dass es absolut keine Einschränkungen gibt. Ich sage: Macht etwas Großes! Ihr müsst einfach nur irgendwo anfangen, und ich verspreche euch, dass ihr an dem Prozess des Entwerfens und Pflegens eures Cubes eine Menge Spaß haben werdet. Ich habe gern eine Ausrede, eine tolle Sammlung der besten Karten in der Geschichte des Spiels zu besitzen.“


April ist eine langjährige Magic-Spielerin aus Minneapolis und ein Stufe 2-Judge. Sie besitzt einen Cube aus 720 Karten.

Sie meint: „Das führt dazu, dass eine Menge wirklich heftiger Karten dabei sind – Umwälzung, Jace, der Gedankenformer und Natürliche Ordnung etwa –, aber keine der wirklich krassen Karten, die zu wenig spannenden Spielsituationen führen. Also keine Moxe, Sonnenringe oder Black Lotusse.“

Aprils primäres Ziel bei der Entwicklung von Cubes ist das Spielerlebnis und das unbedingte Wahren der Balance der Farben untereinander.

„Einige Farben in meinem Cube sind auf ganzer Linie unglaublich stark. Es kann also eher mühsam sein, eine alte Karte gegen eine neue auszutauschen. Zwar ist Grün im Cube ziemlich mächtig, aber es fällt um Karte 70 oder so herum recht stark ab – ein Problem, das eben auftritt, wenn jede Farbe 98 Karten hat.“

Aprils Cube ist zudem darauf ausgelegt, eine Menge verschiedener Archetypen zu unterstützen.

„Jede Cubegröße hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Kleinere stellen sicher, dass man gewisse zentrale Karten immer in einem Draft findet, während größere für mehr Vielfalt sorgen. Mein Cube ist so groß, wie es eben geht, denn ich langweile mich schnell. Das bedeutet allerdings, dass ich meine Lieblingskarten nicht bei jedem Draft zu sehen bekomme.“

April ist außerdem sehr aktiv in der Magic-Illustrationscommunity und besitzt eine preisgekrönte Sammlung originaler Magic-Illustrationen. Das spiegelt sich in dem wider, was sie den „Exzessiven Bling-Faktor“ ihres Cubes nennt.

„Die meisten Karten stammen entweder aus der Limited Edition (Alpha) oder der Limited Edition (Beta) oder sind Premium-Foils. Es gibt außerdem ungefähr ein oder zwei Dutzend von den Künstlern signierte Foils mit Skizzen auf den Rückseiten. Sie sind mit einem silbernen S auf der Hülle markiert, damit man sie beim Draft herausnehmen und sich die Skizzen anschauen kann. Ich liebe es, die Gesichter der Leute zu sehen, wenn sie das erste Mal Booster aus meinem Cube aufmachen. Wenn sie Willenskraft, Gaeas Schoß, Jace, der Gedankenformer als Foil oder die geschwärzten Karten der San Diego Comic-Con vor sich haben, dann sieht man, wie sie kurz blass werden. Das ist so toll!“

Wie auch Ben betrachtet April Cube als ein wahrhaft grenzenloses Format.

„Experimentiert mit Dingen, die ihr in einem normalen Draft niemals tun könntet“, sagt sie. „Vier Booster? Sicher! Ihr wollt Packungen mit 20 Karten verwenden? Warum denn nicht? Der Cube ist eure Auster!“


Elliot Raff ist ein Stufe 2-Judge aus Boston, dessen primäre Leidenschaft in Magic Cube ist – so sehr sogar, dass er nicht nur einen, sondern gleich mehrere verschiedene Cubes unterhält. Dazu gehören ein Cube nur aus Foil-Karten, ein Cube aus Commons/Uncommons sowie ein mehrfarbiger Themencube, den er gemeinsam mit seinem Freund Mike Lucas entwickelt hat.

Elliot und Mike sind sogar so weit gegangen, ein neues Cube-Format zu entwickeln, nämlich Vintage Constructed Cube, bei dem Spieler bis zu vier Exemplare der Karten, die sie draften, ins Deck nehmen können – mit der offensichtlichen Ausnahme solcher Karten, die in Vintage eingeschränkt sind.

„Ursprünglich begann ich mit dem Bau eines Cubes, weil ich diese Herausforderung wie ein gewaltiges Commander-Deck betrachtete“, sagt Elliot. „Ich war schon immer von den subtilen Interaktionen in Magic fasziniert und davon, wie ein Deck dadurch funktioniert, dass man sie erkennt.“

Elliot investiert eine beachtliche Menge Zeit in die Pflege seiner am häufigsten gespielten Cubes, um eine Erfahrung zu erschaffen, an der Spieler Freude haben – und das ist ein fortlaufender Prozess.

„Ich glaube, dass jeder, der seinen eigenen Cube hat, weiß, dass das eine echte Herzensangelegenheit ist. Die Zeit, die ich mit der Arbeit an meinen verbracht habe, um für meine Freunde und mich dieses besondere Spielerlebnis zu generieren, hat mir einige der schönsten Erinnerungen meines Lebens beschert. Immer wenn ein neues Set veröffentlicht wird, baue ich es in meine Cubes ein. Ich führe für jedes Set einen Test durch, im Zuge dessen wir Booster mit den neuen Karten „einstreuen“, um zu sehen, wie sie sich spielen. Anschließend fragen wir die Leute nach ihren Eindrücken.

Ich glaube, dass das Bauen eines Cubes ein bisschen was davon hat, einen Teil seiner selbst mit seinen Freunden zu teilen. Man macht sich die Arbeit nicht, weil man dafür reich belohnt wird – man macht sie aus Liebe zum Spiel. Ich habe mittlerweile so viele tolle Erinnerungen durch meine Cubes – und wenn es nur ist, vom Manazehnt weggepustet zu werden.“


Kelly Redman ist eine semi-kompetitive Spielerin aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, die – wie auch Zac – eine Schwäche für Limited-Formate hat. Kellys Cube hat zwei Grundmotive: Alle Karten müssen Premium-Foils und „da draußen“ gefunden worden sein. Das bedeutet, dass sie sie in einem Draft ziehen, eintauschen oder als Teil eines Preises bekommen muss.

„Mein Cube ist eine Autobiografie meiner Reise durch Magic. Viele der Karten sind Prerelease-Promos, erinnern mich daran, neue Leute beim Tauschen kennengelernt zu haben, oder haben eine andere wichtige Bedeutung wegen der Art und Weise, wie sie bei mir gelandet sind. So erhielt ich beispielsweise eine Liliana mit Schleier als Preis für den Sieg bei einem Vorab-PTQ.“

Für Kelly begann der Bau ihres Cubes ursprünglich damit, dass sie neue Leute kennenlernen und sich im Spieleladen in ihrer Stadt etwas heimischer fühlen wollte.

„Als ich begann, regelmäßig dort hinzugehen, war das Tauschen etwas, was mich sehr einschüchterte. Wenn ich versuchte, mit anderen Spielern zu tauschen, stellte ich oft fest, dass ich gar nicht wusste, was ich eigentlich tauschen wollte. Der Bau meines Premium-Foil-Cubes gab mir ein Ziel beim Tauschen, das nicht nur mein Wissen über ältere Karten erweiterte, sondern mich auch dazu ermutigte, mit neuen Leuten in Kontakt zu kommen. Das Liebste am Bau meines Cubes sind mir all die Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe. Sonst hätte ich wahrscheinlich nie den Mut gehabt, so aktiv zu tauschen.“

Kellys Cube ist mehr als nur eine Momentaufnahme ihrer Magic-Reise – er ist ein ganzes Fotoalbum. Ihr Ansatz führte zu einem Cube, der im Gegensatz zu traditionellen Cube-Philosophien ihre ganz persönlichen Erfahrungen wiedergibt.

„Lasst euch nicht durch die Meinung anderer davon abbringen, einen Cube zu bauen, der für euch selbst steht. Seid euch bewusst, dass dieses Vorhaben Zeit braucht und er auch nicht gleich beim ersten Spielen mit ihm perfekt sein muss. Der Bau meines Cubes war meine bereicherndste Erfahrung in Magic, und das wird auch viele Jahre lang noch so bleiben. Mit der Zeit habe ich ihn von einem kläglichen Haufen zu etwas entwickelt, von dem ich glaube, dass es schön, spannend, mächtig und anders ist – so wie ich.“

Cubes bieten ihren Erbauern eine Möglichkeit, anderen vor Augen zu führen, was Magic ihnen bedeutet – seien es nun persönliche Errungenschaften, tolle Illustrationen oder eine Bestenliste aus der gesamten Geschichte des Spiels. Für welchen Weg ihr euch auch immer entscheidet, so bleiben zwei Ratschläge doch immer gleich: Die Möglichkeiten sind grenzenlos, und die beste Möglichkeit, anzufangen, ist, es einfach zu tun.

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